Die Bundeswehr ab 1956 in der Region im Aufbau

1. Neubau von Kasernen, Standortschießanlagen und Standortmunitionsniederlagen

Bereits 1955 begannen die Planungen für die Einrichtung neuer Garnisonen in der   Region.  Durch die Ansiedlung der Bundeswehr veränderten sich die demographischen Verhältnisse an den neuen Stationierungsorten. Geschätzt stammte nur etwa ein Viertel der neu stationierten Soldaten aus der näheren Region der Standorte. Das veränderte nicht nur die demographischen Verhältnisse vor Ort mitunter erheblich. Vor allem in den kleineren Garnisonsstädten führte der rasche Bevölkerungsanstieg zu Anpassungsprozessen, teils auch zu Problemen. Da gab es die rasch errichteten „Bundeswehrghettos“ für Soldatenfamilien abseits der gewachsenen Ortsstrukturen, und es betraf damit auch den Bedarf für öffentliche Dienstleistungen von Schulplätzen bis zur Infrastruktur für Verkehr, Sport-, Gesundheits- und Schuleinrichtungen, Müll- und Abwasserentsorgung, die seitens der Gemeinden zusätzlich zu errichten waren. Für die Nutzung der örtlichen Infrastruktur durch den Bund und seine Streitkräfte flossen Bundesausgleichszahlungen.

Die Bundeswehr wirkte natürlich auch als Wirtschaftsfaktor. Die Stationierung führte gerade bei Konsumgütern zu einem Nachfrageeffekt an den Stationierungsorten. Ein erheblicher Teil der Dienstbezüge oder des Wehrsoldes der Wochenendpendler wurde allerdings an anderen Orten verbraucht. Die durch den Bund vergebenen Bauaufträge förderten die Regionalwirtschaft zumeist nur in der Hochphase des Neubaus. Für die lokalen Gemeinden verblieben somit nur die Maßnahmen im Rahmen des kleinen Bauunterhalts der Militärliegenschaften. Die erwarteten Ziele der Wirtschaftsförderung wurden nur teilweise verwirklicht. Auch die beabsichtigte Bevorzugung der Zonenrandgebiete relativierte sich somit, obwohl die Präsenz der Bundeswehr als ein Faktor durchaus strukturfördernd wirkte.

Angefügt zwei Antwortschreiben an den Bürgermeister Stadt Homberg/Efze des Bundeskanzleramtes vom 21.01.55 und darunter eine Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung vom 11. November 1957. Es zeigt an diesem Beispiel wie früh sich die kommunalen Verantwortungsträger um die Errichtung einer Stationierung der Truppe beworben und bemüht haben.

Homberg Kanzleramt an Bürgermeister 21.01.55.jpg

Zustimmung Garnison Homberg Efze

Die Geschichte der Bundeswehr am Standort Homberg – am Ende ein Verlust

Eine Rückschau im Bericht in der HNA am 20.01.2007

Geschichte Bw Homberg_.jpg


Neubau-Beispiel: Die Kaserne in Mengeringhausen „auf dem Hagen“

Am 07. November 1961 bezog das Feldartilleriebataillon 45 nach dreijähriger Bauzeit die Kaserne, siehe nachfolgende Pressemeldung in der Waldeckischen Landeszeitung über den Einzug des Vorkommandos am 02.11.1961.

kas mengeringhsn presse 19.10.61

2.  Aufruf zur Musterung im Januar 1957 und Einrücken der ersten Wehrpflichtigen – hier Kassel

Öffentliche Bekanntmachung mit Aufruf zur Musterung der Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1937 in der Hessischen Allgemeinen am 12.01.1957

Aufruf zur Musterung_1957-01-12_014 Kopie

Bericht in der Hesssichen Allgemeinen über das Einrücken der ersten Wehrpflichtigen bei den Panzergrenadieren am 01.04.1957 in die Wittich-Kaserne Kassel

Erste Wehrpflichtige_HNA-KSS_1957-04-03_005.jpg

In Vorbereitung:

3. Staatsbürger in Uniform und das Prinzip der Inneren Führung