Standorte / Chroniken der Truppenteile Stand 1989/90

Vorbemerkung – Die Strukturen des Heeres ab 1956

Heeresstruktur 1 (1956 – 1959)
Die ersten Planungen für die sogenannte Heeresstruktur 1 waren darauf ausgerichtet, möglichst schnell einen deutschen Beitrag zur NATO zu leisten. Unter Vereidigungsminister Franz-Josef Strauß wurde der Friedensumfang des Feldheeres Ende 1956 auf zunächst 195.000 Soldaten festgelegt. An dem bereits unter seinem Vorgänger Blank vorgesehenen NATO-Beitrag von zwölf Divisionen wurde festgehalten, wenn auch bei der Personalstärke Abstriche gemacht werden mussten (Ende 1958 betrug die IST-Stärke des Heeres etwa 100.000 Mann). Um die außerordentlich schnelle Aufstellung überhaupt realisieren zu können, wurden neu aufgestellte Verbände etwa im Halbjahresrhythmus geteilt und aufgefüllt. Diese notwendige Vorgehensweise ging jedoch zu Lasten des Erreichens der Einsatzbereitschaft. So konnte die NATO-Unterstellung aller zwölf Divisionen nicht wie geplant 1959 abgeschlossen werden.
Aufgabe des Feldheers war es, im Rahmen der NATO-Strategie gemeinsam mit an-deren NATO-Streitkräften, einen eingedrungenen Feind zurückzuwerfen und verlorenes Territorium zurückzugewinnen. Der Kampfpanzer M 47 war während der Heeresstruktur 1 das Hauptwaffensystem des Heeres.

Heeresstruktur 2 (1959 – 1970)
Schon Ende 1959 konnte die Umgliederung des Heeres als weitgehend abgeschlossen betrachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt waren elf Divisionen mit insgesamt 27 Brigaden aufgestellt und das Heer verfügte über 148.000 Mann. Im Rahmen der Neugliederung waren die Grenadierdivisionen in Panzergrenadierdivisionen umbenannt worden. 1970 betrug der Personalumfang des Heeres gut 300.000 Mann.
In der neuen Heeresstruktur wurde auch die Ausrüstung des Heeres wesentlich ver-bessert. Die Panzerkompanien erhielten jeweils 17 amerikanische Kampfpanzer Typ M, die Panzergrenadierkompanien wurden mit dem Schützenpanzer HS 30 ausgestattet. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre erfolgte die Beschaffung einer neuen Waffengeneration mit den deutschen Waffensystemen Kampfpanzer LEOPARD, Schützenpanzer MARDER, dem Kanonen- und Raketenjagdpanzer sowie dem Mannschaftstransportpanzer M 113 und dem Transporthubschrauber Bell UH-1D.

Heeresstruktur 3 (1970 – 1980)
Ende der sechziger Jahre hatte sich die militärpolitische Lage wesentlich geändert. Die Verstärkung der sowjetischen Luftlandekomponente und die daraus resultierende größere Gefährdung rückwärtiger Gebiete machte das Ergreifen von Gegenmaß-nahmen notwendig. Um die Großverbände an das Gelände des jeweiligen Einsatz-raums anzupassen, wurde das Jägerkonzept entwickelt. Danach wurden zwei Panzergrenadierdivisionen (die 2. und die 4.) sowie ihre Brigaden in Jägerdivisionen und -brigaden umgegliedert. Außerdem wurden den Korps Panzerregimenter und Luftlandebrigaden für den Einsatz unterstellt, die sie im Verteidigungsfall als Reserve und Mittel der Schwerpunktbildung einsetzen konnten.
Ende 1971 unterstanden den Divisionen des Feldheeres 13 Panzer-, elf Panzergrenadier-, vier Jäger-, drei Fallschirmjäger- und zwei Gebirgsbrigaden.
Als Reaktion auf die weitere Aufrüstung der Sowjetunion wurde die Bundeswehr in der zweiten Hälfte der 70er Jahre mit neuem Wehrmaterial versehen. Es handelte sich dabei um die Panzerabwehrlenkraketen HOT und MILAN, den Flugabwehrkanonenpanzer GEPARD, den Kampfpanzer LEOPARD 2, den Flugabwehrpanzer RO-LAND und den Panzerabwehrhubschrauber.

Heeresstruktur 4 (1980 – 1992)
Diese neue Struktur war ausgelegt auf größere Flexibilität beim Einsatz der Kräfte und sollte ein schnelleres Bilden und Verlagern von Schwerpunkten im Gefecht er-möglichen. Die Umgliederung des Feldheeres in die Heeresstruktur 4 begann am 1. Oktober 1980 und war bereits Ende 1981 abgeschlossen. Die wesentlichen Veränderungen ergaben sich auf der Ebene der Brigaden und der Bataillone. Unter Beibehaltung eines hohen Präsenzgrades sollten kleinere Kampfverbände in größerer Zahl und einer somit höheren Führerdichte entstehen. Die Anzahl der Kampftruppen-bataillone erhöhte sich in den Brigaden von drei auf vier. Des weiteren wurden gemischte Panzer- und Panzergrenadierbataillone eingerichtet. Die 36 aktiven Brigaden gliederten sich in 17 Panzer-, 15 Panzergrenadier-, drei Luftlande- und eine Gebirgsjägerbrigade.


Entstehung und Aufbau der 2. Panzergrenadierdivison

mit Stab/Stabskompanie am Standort Kassel Lüttich-Kaserne

Wappen 2.PzGrenDiv

(Aufstellung 1956 und Auflösung 1994)

Die 2. Panzergrenadierdivision wurde am 1. Juli 1956 als 2. Grenadierdivision mit Sitz in Kassel aus Bundesgrenzschutztruppen des Bundesgrenzschutzkommandos Mitte aufgestellt (Organisationsbefehl vom 21. Juni 1956 für die Überführung der Verbände des Bundesgrenzschutzes (BGS) in das Bundesheer gemäß Gesetz zur Überführung von Verbänden des BGS in die Bundeswehr vom 31. Mai 1956). Zunächst war die Division dem Bundesminister der Verteidigung, ab 15. September 1956 dem Heeresstab II (ab 1. Oktober II. Korps) unterstellt. Der Stationierungsraum der 2. Grenadierdivision waren Hessen und Süd-Niedersachsen.

Bei ihrer Aufstellung unterstanden dem Stab der Division:
– Kampfgruppe A 2 mit den Grenadierbataillonen 2 und 22
– Kampfgruppe B 2 mit den Grenadierbataillonen 12 und 32
– Feldartillerieregiment 2
sowie als Divisionstruppen:
– Fernmeldebataillon 2
– Panzerbataillon 2
– Pionierbataillon 2
– Flugabwehrbataillon 2
– Panzerjägerbataillon 2
– Quartiermeisterkompanie 2
– Musikkorps IV

Im April 1957 wurde das Divisionskommando nach Gießen verlegt. Mit Aufstellungsbefehl Nr. 45 (H) vom 12. Februar 1957 wurde das Grenadierbataillon 42 aufgestellt und der 2. Grenadierdivision unterstellt. Am 1. Juli 1957 schied die Division aus dem Befehlsbereich des II. Korps aus und wurde dem neu aufgestellten III. Korps in Koblenz unterstellt. Am 5. Juli 1957 konnte der Verband der NATO assigniert werden.
1958 wurde das 5. Pionierbataillon aufgestellt und der 2. Grenadierdivision unterstellt. Im Mai 1958 erfolgte die Aufstellung der dritten Kampfgruppe (C 2) mit den Panzergrenadierbataillonen 41, 42 und 43.
Mit der Überführung in die Heeresstruktur 2 wurde die 2. Grenadierdivision mit Befehl vom 16. März 1959 am 1. April in 2. Panzergrenadierdivision umbenannt; aus den Kampfgruppen A 2, B 2 und C 2 wurden die Panzerbrigade 6, die Panzergrenadierbrigade 5 und die Panzergrenadierbrigade 4. Im gleichen Jahr wurde das Divisionskommando nach Marburg verlegt.
Im Rahmen der Realisierung der Heeresstruktur 3 erfolgte zum 1. Oktober 1970 gemäß Befehl vom 20. Juli die Umbenennung und Umgliederung der 2. Panzergrenadierdivision in 2. Jägerdivision. Die Panzergrenadierbrigade 4 wurde dabei in eine Jägerbrigade umgegliedert. Im April 1974 wurde das Divisionskommando wieder nach Kassel verlegt.
Im Rahmen der Erprobung des Heeresmodells 4 wurde 1975 die Panzerbrigade 34 aufgestellt und unter das Kommando der 2. Jägerdivision gestellt, die somit über 4 Brigaden verfügte. Im Dezember 1976 schied die Panzerbrigade 6 aus der 2. Jägerdivision aus. Sie wurde an die 5. Panzerdivision abgegeben. Ab 1. Januar 1977 unterstanden der Division nun gemäß Organisationsbefehl Nr. 372 / 76 (H) vom 22. Juli 1976 die:
– Jägerbrigade 4, Göttingen
– Panzergrenadierbrigade 5, Homberg
– Panzerbrigade 34, Kassel

Mit der Überführung in die Heeresstruktur 4 wurde die Division gemäß Organisationsbefehl Nr. 353 / 80 (H) vom 6. Mai 1980 zum 1. Oktober wieder in 2. Panzergrenadierdivision benannt. Auch die Jägerbrigade 4 erhielt wieder ihre alte Bezeichnung Panzergrenadierbrigade 4. Am 30. September 1981 erfolgte die Umgliederung der Panzerbrigade 34 in die neue Panzerbrigade 6, die der 2. Panzergrenadierdivision unterstellt war. 1994 wurde die 2. Panzergrenadierdivision außer Dienst aufgelöst.

Kommandeure:
Brig.Gen. Schaefer, Ernst-Otto 01. 07. 1956 – 04. 04. 1957
Gen.Maj. Foertsch, Friedrich 05. 04. 1957 – 31. 05. 1958
Gen.Maj. Zerbel, Alfred 01. 06. 1958 – 15. 02. 1960
Gen.Maj. Hansen, Ottomar 16. 02. 1960 – 30. 09. 1961
Gen.Maj. Müller, Klaus 01. 10. 1961 – 15. 10. 1964
Gen.Maj. Drews, Werner 16. 10. 1964 – 05. 04. 1967
Gen.Maj. Ferber, Ernst 05. 04. 1967 – 09. 01. 1970
Gen.Maj. Juergens, Rolf 09. 01. 1970 – 30. 09. 1971
Gen.Maj. Ilsemann, Carl-Gero v. 01. 10. 1971 – 31. 03. 1976
Gen.Maj. Westermann, Fritz v. 01. 04. 1976 – 31. 03. 1979
Gen.Maj. Schäfer, Dr. Werner 01. 04. 1979 – 30. 09. 1981
Gen.Maj. Fanslau, Manfred 01. 10. 1981 – 30. 09. 1984
Gen.Maj. Lichel, Carl-Helmuth 01. 10. 1984 – 30. 09. 1987
Gen.Maj. Grillmeier, Hans 01. 10. 1987 – 31. 03. 1991
Gen.Maj. Estorf, Wolfgang 01. 04. 1991 – 31. 03. 1994Chef des Stabes:
Obstlt. i.G. Becker 01. 08. 1956 – 31. 08. 1957
Obstlt. i.G. Schubert, Klaus 01. 09. 1957 – 09. 07. 1960
Obstlt. i.G. Hildebrandt, Horst 10. 07. 1960 – 30. 09. 1962
Obstlt. i.G. Klein, Hans-Heinrich 01. 10. 1962 – 30. 09. 1965
Obstlt. i.G. Briesemann, Hans 01. 10. 1965 – 30. 09. 1967
Obstlt. i.G. Greiner, Dr. Gottfried 01. 10. 1967 – 17. 02. 1969
Obstlt. i.G. Kiessling, Dr. Günter 18. 02. 1969 – 30. 09. 1970
Obstlt. i.G. Vogt, Hermann 01. 10. 1970 – 31. 12. 1971
Oberst i.G. Vollmer, Klaus 01. 01. 1972 – 30. 09. 1974
Oberst i.G. Goldschmidt, Klaus 01. 04. 1974 – 30. 09. 1978
Oberst i.G. Richardsen, Uwe 01. 10. 1978 – 31. 12. 1980
Oberst i.G. Brand, Dieter 01. 01. 1981 – 30. 06. 1983
Oberst i.G. Kirchbach, Hans-Peter v. 01. 07. 1983 – 15. 05. 1985
Oberst i.G. Camp, Rudolf 16. 05. 1985 – 30. 04. 1987
Oberst i.G. Schafranek, Peter 01. 05. 1987 – 31. 03. 1989
Oberst i.G. Kajdacsy, Karl Günter 01. 04. 1989 – 30. 09. 1992
Oberst i.G. Wilcken, Victor v. 01. 10. 1992 – 31. 03. 1994


Entstehung und Aufbau der Panzergrenadierbrigade 4

zuletzt Standort Göttingen Ziethen-Kaserne

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(Aufstellung 1956 und Auflösung 1993)

Im Mai 1958 wurde die Kampfgruppe C 2 aufgestellt und der 2. Grenadierdivision als dritte Kampfgruppe unterstellt. Der Kampfgruppe C 2 unterstanden die Panzergrenadierbataillone 41, 42 und 43.

Am 1. April 1959 wurde die Kampfgruppe C 2 in Panzergrenadierbrigade 4 umbenannt. Der Brigade unterstanden die Panzergrenadierbataillone 41 (mot) und 42 (mot), das Panzergrenadierbataillon 43 (Schützenpanzer), das Versorgungsbataillon 46, die Panzerpionierkompanie 40, die Panzerjägerkompanie 40 sowie die Panzeraufklärungs-kompanie 40.
Der Stationierungsraum der Panzergrenadierbrigade 4 waren das südliche Niedersachsen um Göttingen und der Großraum Kassel im Norden Hessens. Am 7. November 1961 wurde der Brigade das Feldartilleriebataillon 45 unterstellt und am 1. Januar 1962 stellte die Panzergrenadierbrigade 4 das noch fehlende Panzerbataillon 44 in Mengeringhausen bei Arolsen auf.

Mit Umgliederungsbefehl Nr. 98 / 70 -Heer- vom 8. Dezember 1970 wurde die Brigade in Jägerbrigade 4 umbenannt; die Panzer- (grenadier-) bataillone hießen jetzt Panzerjägerbataillone.
Im Zuge der weiteren Umgliederung des Heeres wurde das Versorgungsbataillon 46 1972 aufgelöst und im Rahmen der Neuaufstellung der Panzerbrigade 34 wurde das Panzerartilleriebataillon 45 in Göttingen geteilt und teilweise dieser neuen Brigade unterstellt.

Die Einführung der Heeresstruktur 4 führte am 1. Oktober 1980 zur Umbenennung in Panzergrenadierbrigade 4. Nach der Umsetzung der Heeresstruktur 4 unterstanden dem Stab der Panzergrenadierbrigade 4 im Jahr 1980

folgende Kampf- und Kampfunterstützungseinheiten:
– Gemischtes Panzergrenadierbataillon 41 (Göttingen)
– Panzergrenadierbataillon 42 (Kassel)
– Panzergrenadierbataillon 43 (Göttingen)
– Panzerbataillon 44 (Göttingen)
– Panzerartilleriebataillon 45 (Göttingen)
– Feldersatzbataillon 23 (truppendienstliche Unterstellung)

sowie die Brigadeeinheiten:
– Stabskompanie (Göttingen)
– Instandsetzungskompanie 40 (Göttingen)
– Nachschubkompanie 40 (Fuldatal-Rothwesten)
– Panzerpionierkompanie 40 (Kassel)
– Panzerjägerkompanie 40 (Kassel)

Im Oktober 1980 hatte die Panzergrenadierbrigade 4 eine Stärke von 3.300 Soldaten.
1988 traf die Panzergrenadierbrigade 4 vorbereitende Maßnahmen für die Erprobung der Heeresstruktur 5 im Rahmen des Truppenversuchs „Kaderung und rascher Auf-wuchs“. Zur Vorbereitung des ab 1. Januar 1989 beginnenden Truppenversuchs mit dem Panzergrenadierbataillon 41 als Stammbataillon und dem Panzerbataillon 44 als Aufwuchsbataillon wurde ab 1. Oktober 1988 das bisherige Panzergrenadierbataillon 41in Panzerbataillon 41 umgegliedert. Der Truppenversuch endete am 30. September 1991.
Im Rahmen der Einnahme der Heeresstruktur 5 und der dadurch bedingten Auflösung der Brigade wurde als erster Truppenteil am 31. März 1992 die Panzerjäger-kompanie 40 außer Dienst gestellt. Zum 30. September 1992 wurden die Panzergrenadierbataillone 42 und 43 sowie die Panzerbataillone 44 und 41 aufgelöst. Panzerpionierkompanie 40, Nachschubkompanie 40 und Feldersatzbataillon 23 stellten zum 31. März 1993 außer Dienst. Der jüngste Verband der Panzergrenadierbrigade 4, das Panzerartilleriebataillon 45, wurde ebenfalls mit Wirkung vom 31. März 1993 aufgelöst. Stabskompanie sowie Instandsetzungskompanie wurden zum 30. September 1993 aufgelöst.
Am 24. September 1993 endete die Nutzung der Zieten-Kaserne in Göttingen als Truppenunterkunft und militärischer Sicherheitsbereich. Der letzte Göttinger Truppenteil, die Panzergrenadierbrigade 4, die seit ihrer Aufstellung im Jahr 1958 hier stationiert war, wurde mit Wirkung vom 30. September 1993 außer Dienst gestellt.

Katastropheneinsätze der Brigade erfolgten im Sommer 1960 bei der Erntenothilfe durch 500 Soldaten, vom 17. Februar – 2. März 1962 beim Einsatz während der Flut-katastrophe in Hamburg und im März bis Mai 1990 bei der Beseitigung von Sturmschäden in den Wäldern der Forstämter Kassel, Melsungen und Jühnde.

Die Zugehörigkeitszeichen der PzGrenBrig 4:

Gliederung PzGrenBrig 4

Kommandeure Panzergrenadierbrigade 4:
BrigGen Baudissin, Graf Wolf, von 01.07.1958 – 30.06.1961
Oberst Ressèguier, Graf Oswald von 01.07.1961 – 30.09.1963
BrigGen Hinrichs, Hans 01.10.1963 – 31.03.1965
Oberst Kerschkamp, Hans-Joachim 01.04.1965 – 31.03.1968
Oberst Wagemann, Dr. Eberhard 01.04.1968 – 31.01.1970
BrigGen Thormeyer, Arndt-Diether 01.02.1970 – 30.09.1971
Oberst Bastian, Gert 01.10.1971 – 31.03.1974
Oberst Werren, Otto-Günther 01.04.1974 – 30.09.1977
Oberst Hoster, Johann 01.10.1977 – 31.07.1979
BrigGen Nebe, Hans 01.08.1979 – 31.03.1983
BrigGen Consbruch, Georg von 01.04.1983 – 31.03.1989
Oberst Albert, Bernd 01.04.1989 – 31.03.1991
Oberst Fell, Rainer 01.04.1991 – 31.03.1993
Oberst Egloffstein, Albrecht Frhr. v.u.z. 01.04.1993 – 30.09.1993


Entstehung und Aufbau der Panzergrenadierbrigade 5

mit Stab/Stabskompanie am Standort Homberg/Efze Dörnberg-Kaserne

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(Aufstellung 1956)

Im Juli 1956 wurde aus Teilen des Bundesgrenzschutzes der Stab der Kampfgruppe B 2 in Goslar aufgestellt; er verlegte am 1. September 1956 nach Holzminden und im März 1957 weiter nach Kassel. Zur Kampfgruppe B 2 gehörten nachfolgende Verbände:
– Grenadierbataillone 12, 22, 32, 42,
– Panzergrenadierbataillon 52
– Flugabwehrbataillon 2
– Panzerbataillon 2
– Aufklärungsbataillon 2
– Panzeraufklärungsbataillon 2

Heeresstruktur 2 (1959 – 1970)
Schon Ende 1959 konnte die Umgliederung des Heeres als weitgehend abgeschlos-sen betrachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt waren elf Divisionen mit insgesamt 27 Brigaden aufgestellt und das Heer verfügte über 148.000 Mann. Im Rahmen der Neugliederung waren die Grenadierdivisionen in Panzergrenadierdivisionen umbe-nannt worden. 1970 betrug der Personalumfang des Heeres gut 300.000 Mann.
In der neuen Heeresstruktur wurde auch die Ausrüstung des Heeres wesentlich ver-bessert. Die Panzerkompanien erhielten jeweils 17 amerikanische Kampfpanzer Typ M, die Panzergrenadierkompanien wurden mit dem Schützenpanzer HS 30 ausge-stattet. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre erfolgte die Beschaffung einer neuen Waffengeneration mit den deutschen Waffensystemen Kampfpanzer LEOPARD, Schützenpanzer MARDER, dem Kanonen- und Raketenjagdpanzer sowie dem Mannschaftstransportpanzer M 113 und dem Transporthubschrauber Bell UH-1D.

Am 15. März 1959 wurde die Kampfgruppe B 2 im Rahmen der Überführung in die Heeresstruktur 2 in Panzergrenadierbrigade 5 umbenannt. Sie unterstand der 2. Panzergrenadierdivision und verlegte am 20. September 1961 nach Homberg / Efze.
Im Zuge der Neugliederung des damaligen Heeres erhielten die neu geschaffenen Brigaden Panzerpionierkompanien. Die 4. / Pionierbataillon 2 schied daher am 1. Januar 1959 aus dem Verband des Pionierbataillons 2 aus und wurde als Panzerpi-onierkompanie 50 der Panzergrenadierbrigade 5 unterstellt. 1960 unterstanden der Brigade:
– Panzerbataillon 54
– Panzeraufklärungsbataillon 2
– Panzergrenadierbataillone 51, 52, 53
– Feldartilleriebataillon 55
– Panzerjägerkompanie 50
– Panzerpionierkompanie 50
– Versorgungsbataillon 56

Im Juni 1975 endete die Unterstellung der Panzerjägerkompanie 50 (Standort Wolf-hagen) unter die Panzergrenadierbrigade 5, sie wurde der neu aufgestellten Panzer-brigade 34 zugeteilt.

Heeresstruktur 4 (1980 – 1992)
Diese neue Struktur war ausgelegt auf größere Flexibilität beim Einsatz der Kräfte und sollte ein schnelleres Bilden und Verlagern von Schwerpunkten im Gefecht er-möglichen. Die Umgliederung des Feldheeres in die Heeresstruktur 4 begann am 1. Oktober 1980 und war bereits Ende 1981 abgeschlossen. Die wesentlichen Verände-rungen ergaben sich auf der Ebene der Brigaden und der Bataillone. Unter Beibe-haltung eines hohen Präsenzgrades sollten kleinere Kampfverbände in größerer Zahl und einer somit höheren Führerdichte entstehen. Die Anzahl der Kampftruppenba-taillone erhöhte sich in den Brigaden von drei auf vier. Des weiteren wurden ge-mischte Panzer- und Panzergrenadierbataillone eingerichtet. Die 36 aktiven Brigaden gliederten sich in 17 Panzer-, 15 Panzergrenadier-, drei Luftlande- und eine Ge-birgsjägerbrigade.

Nachdem die Brigade zur Erprobung der neuen Heeresstruktur im Jahre 1976 auf eine der sogenannten fünf Modellbrigaden 4 umgegliedert hatte und zahlreiche Ver-bände entweder aufgelöst, umgegliedert oder neu aufgestellt worden waren, hatte sich in der Mitte des Jahres 1980 herausgestellt, dass die von der Panzergrenadier-brigade 5 eingenommene und erprobte Struktur nicht in vollem Umfang den Erfor-dernissen der zukünftigen Großverbände entsprach. Dementsprechend nahm die Brigade eine neue Struktur ein. Das sogenannte gemischte Panzergrenadierbataillon 51 bestand jetzt aus zwei Panzergrenadierkompanien und einer Panzerkompanie. Die Nummern der Verbände und Truppenteile der Brigade änderten sich. Das neue gemischte Panzergrenadierbataillon erhielt die Nummer 51, das bisherige Panzer-grenadierbataillon 51 in Rotenburg erhielt die Nummer 52. Das Panzergrenadierba-taillon 53 behielt seine Nummer. Das mit Beginn der Modellerprobung aufgestellte Panzerbataillon 53 wurde wieder aufgelöst. Der Brigade waren weiterhin das Pan-zerartilleriebataillon 55, die Panzerjägerkompanie 50, die Nachschubkompanie 50, die Instandsetzungskompanie 50, die Panzerpionierkompanie 50, das Feldersatzba-taillon 24 und das Jägerbataillon 26 unterstellt. Da in der Heeresstruktur 4 keine Grundausbildungsverbände vorgesehen waren, wurde im Dezember 1980 das Jä-gerbataillon 56 aufgelöst.
Den Beinamen „Kurhessen“ trug die Panzergrenadierbrigade 5 seit dem 3. Oktober 1989. Die Namensgebung ging auf eigenen Wunsch der Brigade zurück: Kurhessen als Bezeichnung für das ehemalige Kurfürstentum und die spätere preußische Pro-vinz ist auch heute noch Teil des geschichtlichen und geographischen Selbstver-ständnisses dieser Region.
1989 verfügte die Panzergrenadierbrigade 5 über die Panzergrenadierbataillone 51, 52, 53, das Panzerbataillon 54 sowie das Panzerartilleriebataillon 55.

Heeresstruktur 5 (1990 – 1997)
Nach dem 3. Oktober 1990 begann die Phase der Verkleinerung der Bundeswehr. In der Heeresstruktur 5 sollten Feld- und Territorialheer im Frieden organisatorisch zu-sammengefasst werden. Dies bedeutete drei gebündelte Territorial- und Korpskom-mandos anstelle der bisherigen drei Korps- und drei Territorialkommandos und acht fusionierte Wehrbereichs- und Divisionskommandos. Die Anzahl der Brigaden sollte von 48 auf 26 Kampfbrigaden mit unterschiedlichem Präsenzgrad verringert werden.
Die Erweiterung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr und die angestrebte Multi-nationalität der Korpsstäbe, aber auch Kürzungen bei den finanziellen Ressourcen führten Ende 1992 zu einer Nachsteuerung (N) der Heeresstruktur 5. Auf der Briga-deebene führte die Heeresstruktur 5 (N) (1993-1997) zu einer Einheitsgliederung. Panzer- wie Panzergrenadierbrigaden gliederten sich in je zwei Panzer- und zwei Panzergrenadierbataillone sowie ein Panzerartilleriebataillon. Die Umgliederung in die Heeresstruktur 5 (N) war bis Ende 1994 organisatorisch vollzogen.

Das Panzerbataillon 63 wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1993 der Panzergrenadierbri-gade 5 ebenso unterstellt (Organisations-Änderungsweisung Nr. 327 / 93 -Heer- vom 19. Januar 1993) wie das Panzerbataillon 64 (Organisations-Änderungsweisung Nr. 326 / 93 – Heer- vom 19. Januar 1993).
Die 2. Panzergrenadierdivision in Kassel, der die Panzergrenadierbrigade 5 unter-stellt war, wurde zum 18. März 1994 aufgelöst. Die Panzergrenadierbrigade 5 ge-hörte fortan dem II. Korps in Ulm an und war gemeinsam mit den Panzerbrigaden 14 und 24 dem Wehrbereichskommando IV und der 5. Panzerdivision in Mainz unter-stellt. Nach der Heeresstruktur 5 gliederte sich die Panzergrenadierbrigade in:
– Stab und Stabskompanie
– Panzergrenadierbataillone 52, 53
– Panzerbataillone 63, 64
– Panzerartilleriebataillon 55
– Panzerjägerkompanie 130
– Panzerpionierkompanie 50
– Panzeraufklärungskompanie 50 und
– Feldersatzkompanie 50.

Kommandeure Panzergrenadierbrigade 5:
Oberst Weyrauther, Hermann 01.07.1956 – 30.06.1957
Oberst Kobe, Gerd 01.07.1957 – 30.09.1959
Brig.Gen. Schäfer, Heinrich 01.10.1959 – 31.03.1963
Brig.Gen. Schubert, Klaus 01.04.1963 – 30.09.1966
Oberst Paulsen, Ernst 01.10.1966 – 30.09.1968
Brig.Gen. Eichel-Streiber, Wolfram v. 01.10.1968 – 30.09.1973
Brig.Gen. Frickinger, Horst 01.10.1973 – 30.09.1976
Oberst Schorn, Ernst-August 01.10.1976 – 30.09.1979
Brig.Gen. Rohde, Peter 01.10.1979 – 31.03.1983
Brig.Gen. Broicher, Andreas 01.04.1983 – 30.09.1985
Brig.Gen. Willmann, Helmut 01.10.1985 – 31.03.1988
Oberst Gliemeroth, Götz 01.04.1988 – 30.09.1990


Entstehung und Aufbau der Panzerbrigade 6

mit Stab/Stabskompanie am Standort Hofgeismar Manteuffel-Kaserne

panzerbrigade_6_bundeswehr-svg

(Aufstellung 1956 und Auflösung 1993)

Am 1. Juli 1956 wurde in Hannoversch Münden die Kampfgruppe A2 aufgestellt und kurze Zeit später nach Marburg verlegt. Im März 1959 erfolgte die Umbenennung der Kampfgruppe A 2 in Panzerbrigade 6. Die Panzerbrigade 6 unterstand mit den Panzergrenadierbrigaden 4 und 5 der 2. Panzergrenadierdivision. 1959 / 60 erfolgte ihre Verlegung nach Neustadt in die Ernst-Moritz-Arndt Kaserne.

Die Panzerbrigade 6 war wie die Panzerbrigaden 14 und 34 an der Erprobung des Heeresmodells 4 vom 1. Juli 1976 bis zum 30. Juni 1977 beteiligt.

Die Brigade wurde zum 1. Oktober 1981 in Panzerbrigade 14 umbenannt (Organisationsbefehl Nr. 609 / 81 –Heer- vom 2. April 1981). Zeitgleich wurde die Panzerbrigade 34 in Panzerbrigade 6 umbenannt (Organisationsbefehl Nr. 608 / 81 -Heer- vom 2. April 1981). Der Stab und die Stabskompanie verlegten bereits am 1. Dezember 1981 von Kassel nach Hofgeismar (Organisationsbefehl Nr. 681 / 81 -Heer- vom 6. März 1981). Der Stationierungsraum der Brigade umfasste zunächst sieben, später sechs Standorte in den Bundesländern Hessen,  Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch die neue Panzerbrigade 6 war der 2. Panzergrenadierdi-vision unterstellt.

Der Brigade unterstanden jetzt:
– Stabskompanie (Hofgeismar)
– Panzerjägerkompanie 60 (Arolsen)
– Panzerpionierkompanie 60 (Hannoversch Münden, Auflösung 31. März 1992)
– Nachschubkompanie 60 (Fuldatal, Auflösung 30. September 1993)
– Instandsetzungskompanie 60 (Kassel, Verlegung nach Hofgeismar Anfang 1986, Auflösung 30. September 1993)
– Panzergrenadierbataillon 62 (Wolfhagen, Auflösung 30. September 1992)
– Panzerbataillon 61 (Aufstellung 1. Oktober 1980)
– Panzerbataillon 63 (Arolsen)
– Panzerbataillon 64 (Wolfhagen)
– Panzerartilleriebataillon 65 (Arolsen)
– Feldersatzbataillon 25 (Fuldatal)
– Ausbildungskompanie 2 / 2 (Dössel bei Warburg)

In der Zeit vom 13. bis 21. Oktober 1981 nahm die Panzerbrigade 6 als einziger deutscher Großverband an der Gefechtsübung CROSS COUNTRY des 1. (BE) Korps im Raum Paderborn – Uslar – Hannoversch Münden – Nieder-Marsberg teil.
In der Heeresstruktur 4 verfügten die Panzerbataillone 63 und 64 über je drei Panzerkompanien mit 13 Kampfpanzern LEOPARD sowie über je eine Stabs- und Versorgungskompanie mit zwei LEOPARD. Das Panzergrenadierbataillon 62 bestand aus fünf Kompanien (Stabs- und Versorgungskompanie, drei Panzergrenadierkom-panien Schützenpanzer mit jeweils elf Schützenpanzern MARDER und sechs Panzerabwehrwaffen MILAN, eine Panzermörserkompanie mit sechs Panzermörsern). Das gemischte Panzerbataillon 61 bestand aus zwei Panzerkompanien und einer Panzergrenadierkompanie. Das Panzerartilleriebataillon 65 gliederte sich in Stabs- und Versorgungskompanie sowie zwei schießenden Batterien.
Das Panzerbataillon 64 wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1993 der Panzergrenadierbrigade 5 unterstellt (Organisations-Änderungsweisung Nr. 326 / 93 – Heer- vom 19. Januar 1993). Das Panzerartilleriebataillon 65 wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1993 der Panzerbrigade 14 unterstellt (Organisations-Änderungsweisung Nr. 328 / 93 – Heer- vom 19. Januar 1993).
Mit Organisationsbefehl Nr. 1785 / 93 -Heer- vom 23. März 1993 wurde die Auflösung von Stab und Stabskompanie der Panzerbrigade 6 zum 30. September 1993 befohlen. Zu diesem Zeitpunkt lösten auch alle noch verbliebenen Brigadeeinheiten auf.

Kommandeure Kampfgruppe A 2 / Panzerbrigade 6 (alt):
Oberst Drossel, Leo 01.07.1956 – 11.1957
Oberst Heyse, Frithjof 10.11.1957 – 07.1959
Oberst Ruge, Gerd 14.08.1959 – 08.1962
Oberst Langél, Dietrich 14.08.1962 – 03.1964
Oberst Rettemeier, Josef 10.03.1964 – 03.1968
Oberst Burnhauser, Anton 01.04.1968 – 09.1970
Brig.Gen. Jörgens, Karl-Heinz 01.10.1970 – 30.09.1975
Oberst Diedrichs, Karl Erich 01.10.1975 – 31.03.1978
Oberst Fürus, Christoph-Adolf 01.04.1978 – 30.09.1980
Oberst Steinkopff, Klaus-Christoph 01.10.1980 – 30.09.1981

Kommandeure Panzerbrigade 6 (neu):
Brig.Gen. Zimmer, Karl 01.10.1981 – 30.09.1984
Brig.Gen. Brand, Dieter 01.10.1984 – 30.09.1988

——————-wird fortgesetzt———————