Standort FULDATAL Rothwesten

Die Geschichte der Kaserne am Erlenbusch und dem Flugplatz in Rothwesten begann nach dem zweiten Weltkrieg  mit einer Besetzung durch amerikanische Truppen.

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Nachfolgendes Luftbild zeigt den Flugplatz Rothwesten etwa im Jahr 1950 (Bildnachweis US Webdomain http://www.usarmygermany.com )

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Folgende Einheiten der US Army waren zeitweise in Rothwesten stationiert

– Staffeln der 36th Fighter Group ab April 1945 bis 15.02.1946 sowie der 417th Fighter Squadron bis 09.04.1946.

– HQ -Hauptquartier 1st Constabulary Regiment/US Constabulary – 1946-1947.

– 601st US Air Force Aircraft Control and Warning Squadron (AC&W) – 1949 – 19?? Eine Vorläufereinheit der 601st bezog schon kurz nach Kriegsende 1945 den Platz, wurde aber – als 601st – per 27.09.1947 deaktiviert. Im Zuge der Berliner Luftbrücke wurde die 601st am 10.07.1949 wieder aufgestellt. Sie war für die Luftüberwachung an der innerdeutschen Grenze sowie der Leitung von amerikanischen Abfangjägern zuständig, hatte aber auch den Auftrag zur Unterstützung bei offensiven Einsätzen. Die Stationierung in Rothwesten dauerte – mit Unterbrechungen – bis zum 17.03.1963.

– 331st Communications Reconnaissance Company (Fernmeldeaufklärung), später umbenannt in 184th Operations Company,

– Eine Batterie des 6th Missile Battalion 517th Artillery – eine Flugabwehreinheit der US Army, ausgerüstet mit „Hawk“- Flugabwehrraketen 1966 – 1968

– Eine Kompanie der 18th Army Engineers etwa ab 1951, Aufgabe der Einheit war die Sprengung von Verkehrswegen entlang der innerdeutschen Grenze im Falle eines Angriffs.

Fotos unten aus der Zeit der Nutzung durch die US Army (Bildnachweis: US webdomain)

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Der ehemalige Fliegerhorst spielte in den Geburtsstunden der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Rolle. In der Kaserne in Rothwesten trafen sich am 20. Juni 1948 der damalige Direktor des Zweizonenwirtschaftsrates Professor Ludwig Erhard, der spätere Vizekanzler Franz Blücher, der SPD Abgeordnete Friedemann, der CDU abgeordnete Pferdmenges und der Zentralbankrat Dr. Karl Bernhard in einem hermetisch abgeschirmten Gebäude, um die Grundlage des “Wirtschaftswunders“ der fünziger Jahre zu schaffen. Am 21.Juni nämlich wurde Wirtschaft auf die neue Währungseinheit, die D-Mark, umgestellt. Der Bewahrung und Erinnerung dieser besonderen Geschichte an diesem Ort widmet sich das Museum der Währungsreform, welches in einem ehemaligen Unterkunftsgebäude der Kaserne „Haus Posen“ untergebracht ist.


1973 wurde das Fernmeldebataillon 2 aus Marburg nach Fuldatal- Rothwesten in die Kaserne am Erlenbusch verlegt und wurde der Hauptnutzer.

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Am 4.April 1973 traten in Rothwesten unter den Flaggen der Nato, der USA und der Bundesrepublik deutsche und amerikanische Soldaten anläßlich des 25jährigen Bestehens der Nato an. Foto unten (Bildnachweis Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv). In ihren Reden würdigten der Kdr des FmBtl 2 Oberstleutnant Carstens und der Kommandeur der US Army Major F.J.Mentler die gute Zusammenarbeit in Rothwesten.

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Am 22.Februar 1975 wurde die Kaserne in Fritz-Erler-Kaserne umbenannt. In Anwesenheit von Käthe Erler der Witwe des 1967 verstorbenen Politikers fand die Umbenennung statt. Der damalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und spätere Wehrbeauftragte, Karl-Wilhelm Berkhan, hielt die Festansprache.

Foto unten: Die Einfahrt der Kaserne (Bildnachweis Archiv Pressetelle 2.PzGrenDiv).

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Am 12.Juni 1975 wurde in einem militärischen Zeremoniell die US Flagge, die seit 1975 in Rothwesten wehte, eingeholt. Als Erinnerungsstück übergab US Colonel Eisenhard die Fahne dem Fernmeldebataillon 2.


Mit Stand 1989 waren folgende Einheiten waren folgende Einheiten und Dienststellen in der Fritz-Erler-Kaserne stationiert:

  • Fernmeldebataillon 2
  • Nachschubkompanie 40
  • Nachschubkompanie 60
  • 4./ Instandsetzungsbataillon 2 (Elektronik Instandsetzung)
  • Divisionsapotheke Ausgabestelle

Bild unten: Luftbild der Fritz-Erler-Kaserne aufgenommen etwa 1998 (Bildnachweis webdomain).

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Mit Auflösung des zuletzt in der Fritz Erler Kaserne stationierten Panzerflugabwehrraketenbataillons 300 im Jahr 2005 war das Ende der militärischen Nutzung der Liegenschaft Fritz-Erler-Kaserne gekommen.