Standort WOLFHAGEN

Die Geschichte des Standortes

1960 –  die Truppe zieht ein

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Am 14./15. März 1960 wurde der Truppenstandort in Wolfhagen bezogen. Die Marburger Panzerjägerkompanie 50 sowie das Panzerbataillon 54 aus Wetzlar wurden in die neugebaute Kaserne auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik verlegt. Damals wurde die Bundeswehr weiter aufgebaut. Der Standort Wolfhagen war nur 100 Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt und insofern ein strategisch attraktiver Standort. Am 5. April 1960 wurde der Kasernenkomplex an die Bundeswehr übergeben.

Aus der Chronik

• 1960 halfen die Soldaten die gefährdete Ernte im Wolfhager Land zu retten.

• Ende 1960 schuf sich das Panzerbataillon 54 ein eigenes Bataillonswappen, das einen durch ein Hufeisen springenden schwarzen Wolf zeigt, der auch Teil des Wolfhager Stadtwappens ist. Damit drückte die Truppe ihre enge Verbundenheit mit der Stadt Wolfhagen aus.

Foto unten:  1961 Feierliche Indienststellung des Panzerbataillons 54 im technischen Bereich der neu erbauten Pommern-Kaserne ( Bildnachweis: Foto aus Chronik PzBtl 54/64)

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Foto unten: Die Bataillonswerkstatt der 1.Kp PzBtl 54 bei Instandsetzung der Kampfpanzer M 47, die zur Erstausstattung des Bataillons gehörten (Foto copyright Peter Hoß).

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• 1963 bekam der Standort den Namen Pommernkaserne.

• Der 3. Mai 1968 ging als „Leo-Tag“ in die Geschichte des Panzerbataillons 54 ein. Damals trafen die ersten Kampfpanzer des Typs Leopard 1 und lösten den Kampfpanzer M48 A2 (US Typ)  ab.

• Am 15. Oktober 1968 wurde das neue Soldatenheim eingeweiht.

• Am 5. August 1976 wurde das Panzergrenadierbataillon 341, später umbenannt in 62, in der Pommernkaserne stationiert.

• 1979 wurde das alljährliche Herbstliche Biwak vom Panzergrenadierbataillon 62 aus der Taufe gehoben, bei dem in den Folgejahren bis zu 10 000 Besucher auf das militärische Areal strömten.

• Am 1. Oktober 1981 wurde das Panzerbataillon 54 in 64 umbenannt.

Der Standort wird aufgelöst

Im November 2004 fiel die Entscheidung, den Standort Wolfhagen anlässlich der Verkleinerung der Bundeswehr aufzulösen. Am 13. Oktober 2006 war der letzte Truppenübungsplatz-Aufenthalt in Bergen. Am 21. Mai 2007 verließ der letzte Panzer die Pommernkaserne. Am 11. Juni 2008 traten die Wölfe dann zu ihrem letzten Appell mit Einrollen der Truppenfahne an.

Endgültig  geschlossen wurde die Pommernkaserne am 30. Juni 2008. Damit war Wolfhagen nicht länger Garnisonsstadt. Ihr entstand durch die Schließung ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Der heimische Einzelhandel erfuhr Einbußen. Zudem war die Kaserne erst von 1995 bis 2004 für rund 15 Millionen Euro saniert worden.