Standort FRITZLAR

Die Geschichte der Garnison Fritzlar nach 1945

Von 1945 – 1951 besetzen Amerikanische Truppen die Kaserne am Flughafen in Fritzlar. Bis Ende April 1946 befand sich allerdings auch in einem Teil der Anlage ein Deportiertenlager für sogenannte Displaced Persons, in diesem Fall waen es ehemalige Zwangsarbeiter. Im April 1946 war er noch mit rund 150 Personen belegt. Auch die ehemalige Watter-Kaserne im Norden von Fritzlar wurde von der US Armee besetzt und zum Teil als Depot genutzt.

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Folgende US Einheiten befanden sich in o.a. Zeitraum in Fritzlar

  • 404th, 365th, 366th und 27th Fighter Group
  • 14th US Constabulary Regiment ACR

Luftaufnahme des von der US Army besetzten Flugplatzes Fritzlar aufgenommen etwa 1950. (Bildnachweis webdomain usarmygermany.com)

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Bilder vom Flugplatz Fritzlar in der Zeit der amerikanischen Besatzung 1950 (Bildnachweis webdomain usarmygermany.com)

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Von 1951 bis 1956 war die Kaserne am Flughafen das Quartier eines Husarenregimentes der französischen Besatzungsmacht. Die Kaserne trug den Namen „Quartier General Lassalle“

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Foto unten: Abbildung der Kaserneneinfahrt am Flughafen in Fritzlar zur Zeit der Stationierung französischer Streitkräfte.

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Einige Bilder aus der Zeit der Stationierung der Französischen Armee (Bildquelle Pressearchiv 2.PzGrenDiv).

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Presse Bw löst Franzosen ab 27.07.56

Presse Bw 01.11.56

Am 14.12.1956 Einzug der Bundeswehr in Fritzlar

Foto unten: Standort Fritzlar  – – Bericht in der Presse

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Foto unten.: Mit einem Marsch der Truppe durch die Stadt zieht die Bundeswehr in den neuen Standort Fritzlar ein.

Bildquelle/Bildrechte in: „Die Bundeswehr zieht in Fritzlar ein, 14.12.1956“,  in: Historische Bilddokumente

Die Bundeswehr zieht in Fritzlar ein, 14.12.56

Im November 1956 waren bereits die ersten Soldaten der Bundeswehr in der Kaserne am Flugplatz eingetroffen. Es waren Angehörige der Standortkommandantur sowie des Grenadierbataillon 22.

1964 wurde die bisherige „Flugplatz-Kaserne“ in „Georg-Friedrich-Kaserne“  zu Ehren des Feldmarschalls Georg-Friedrich von Waldeck-Eisenberg (1620 – 1692) umbenannt,

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Nachfolgendes Foto zeigt die Einfahrt der Georg-Friedrich-Kaserne am 09.09.2018

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Folgende Einheiten und Verbände waren auf dem Flugplatz stationiert:

  • ab Nov. 1956 Standortkommandantur
  • 1956 -1959Grenadierbataillon 22
  • 1959–1961: Panzerartilleriebataillon 2
  • 1960 – 1992 Panzergrenadierbataillon 53
  • 1958 – 1972 Feldjägerdienstkommando
  • 1967 – 1994 Verteidigungskreiskommando (VKK( 441
  • 1961 – 1971 Flugabwehrbataillon 2
  • 1963 – 1967 u. 1979 – 1996 Fernspähkompanie 300
  • 1981–1994: Panzerpionierkompanie 50
  • 1993 – 1996 3./Instandsetzungsbataillon 310
  • ab 1996 Standortsanitätszentrum
  • ab 2001 Facharztzentrum

Einheiten, Verbände, Truppenteile und Dienststellen der Heeresflieger ab 1957:

  • ab März 1957 Flugplatzkommando 842, 844, 845 später Flugplatzkommandantur 742/442
  • bis 1994 Heeresflugplatzkommandantur 302
  • Jun. 1957 Heeresfliegerstaffel 812, 813 und 822
  • Jan. 1958 Heeresfliegerstaffel 2 und 4
  • 1959 Heeresfliegertransportstaffel 102, Heeresfliegerstaffel 5 und später 3./Heeresfliegerbataillon 5
  • Okt. 1966 – 1971 Heeresfliegerbataillon 2
  • Okt. 1969 Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 308
  • 1971-1980 leichtes Heeresfliegertransportregiment
  • Okt. 1979 Heeresfliegerregiment 36

Bilder der in Fritzlar eingesetzten Flugzeug- und Hubschraubertypen

(Bildnachweis: Kennzeichnung auf den  Fotos)

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Bilder vom Flughafenbetrieb während der Divisionsgefechtsübung „Sichere Festung“ der 2.Panzergrenadierdivision. Alle Fotos aufgenommen im November 1987

(Bildnachweis: alle Fotos copyright Siegfried Walter Kassel).

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Die Bundeswehr in Fritzlar heute

In Fritzlar ist heute das Kampfhubschrauberregiment 36 „KURHESSEN“ stationiert.

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Das zur Division Schnelle Kräfte gehörende Kampfhubschrauberregiment 36 „KURHESSEN“ verfügt über sechs Staffeln.

Geschichte

Die Aufstellung des Regimentes beginnt am 2. Oktober 1979 mit dem Gründungsappell durch Oberstleutnant Schnurer mit den 60 Soldaten des Kaders 1.
Im Rahmen dieses Regimentsappells wurde die damals neue Aufgabe der Heeresfliegertruppe dargestellt: Kampf aus der Luft zur Unterstützung der bodengebundenen Panzerabwehrkräfte des Heeres. Vier Schwerpunkte verdeutlichten den neuen Auftrag:
Die Entwicklung einer Mentalität, weg vom Transport- und Verbindungsflieger, hin zum Kämpfer, dem der Hubschrauber nur Mittel zum Zweck ist – nämlich der Bekämpfung von gegnerischen Panzerfahrzeugen, kein kämpfender Flieger, sondern ein fliegender Kämpfer.
Das bewusste Suchen und auf sich nehmen der Duellsituation mit dem Gegner – und das Bestehen dieser Konfrontation im Verteidigungsfall.
Ausgestaltung des in vielen Versuchen gefundenen Flugprofils, Tiefflug, ja extremer Tiefstflug bei Wetterlagen bis zu den Minima.
Fortentwicklung der Taktischen Einsatzgrundsätze und die Integration des Waffensystems PAH in die Operationsführung der Brigaden und Divisionen des III. Korps zur Verstärkung der Panzerabwehr des Heeres.
Am 12. Juni 1986 wurden in Fritzlar die insgesamt 212 PAH der Bundeswehr vom Inspekteur des Heeres, Generalleutnant von Sandrat, an den Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa Mitte, General Chalupa, übergeben. Die NATO-Assignierung der PAH-Regimenter war ein weiterer Schritt der deutschen Heeresflieger nach vorn.

Fliegerische Großereignisse sind den Nordhessen nichts Fremdes.
Am April 1987 wurde das Jubiläum 30 Jahre Heeresflieger in Fritzlar gefeiert. Dazu fand am 31. Mai ein internationaler Flugtag mit nahezu 40.000 Besuchern statt.
Die drastischen Truppenreduzierungen und neuen Strukturen nach der Wiedervereinigung Deutschlands betrafen den Standort Fritzlar durch Auflösungen, Umgliederungen und Umstationierungen. Das Regiment selbst wurde nach Auflösung des III. Korps in Koblenz und des Heeresfliegerkommandos 3 in Mendig dem IV. Korps in Potsdam unterstellt.

Die Lage Fritzlars in der Mitte der Bundesrepublik und der Auftrag, dem Hubschrauberflugbetrieb als Tankflugplatz, als Drehscheibe zwischen Nord und Süd und jetzt auch zwischen West und Ort zur Verfügung zu stehen, sicherten dem Regiment den Bestand der RADAR – Anflugkontrollstelle in der Flugsicherung und damit den Weiterbestand der Kontrollzone.

Im Jahr 1996 hatte das Regiment seine größte Führungsspanne mit der truppendienstlichen Unterstellung der Heeresfliegerausbildungsstaffeln 8/IV und 8/V, des Standortsanitätszentrums Fritzlar und des Kraftfahrausbildungszentrums Fritzlar.
Das gleiche Jahr brachte auch die Übernahme der Funktion als Leitverband für die Krisenreaktionskräfte der Panzerabwehrhubschrauberkräfte des Heeres.
Die Aufstellung der Luftmechanisierten Brigade 1 bedeutete 1997 einen erneuten Unterstellungswechsel für das Regiment.

Quelle der o.a. Informationen: http://www.deutschesheer.de/portal