Jäger-Kaserne Kassel

Der obere Teil der Jäger-Kaserne (Bosestraße 7) war ab 01.10.1959 Standort der Panzergrenadierbrigade 5 (PzGrenBrig 5) als Zwischenstationierung bis zum Umzug 1961 in die fertiggestellte Dörnberg-Kaserne Homberg/Efze.

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Foto unten: Das als Stabsgebäude genutzete Gebäude der Panzergrenadierbrigade 5 (PzGrenBrig 5) im oberen Teil der Jäger-Kaserne Bosestraße 7 (Bildnachweis: entnommen aus Chronik PzGrenBrig 5).

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Im Okt.1961 bezog der TV Stab IV/D des Teritorialheeres dieses Gebäude und wurde am 01.April 1963 umbenannt in Verteidigungsbezirkskommando 44 (VBK).

In der Jäger-Kaserne waren mit Stand 1989 folgende Einheiten /Dienststellen stationiert:

  • Stab VBK 44 und StKp VBK (Geräteeinheit)
  • Standortdienstgruppe Kassel
  • 4. Kompanie Feldjägerbataillon 740
  • Heeresmusikkorps 2

Verteidigungsbezirkskommando 44

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Wappen VBK 44_InPixio-1.png

Aufgaben des VBK:

Das VBK 44 war eine KdoBehörde des Territorialheeres, abgekürzt TerrH. Es wurde als eine eigenständige militärische Organisation für die nationale nicht in die NATO integrierte Landesverteidigung (territoriale Verteidigung) der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt. 1969 wurde die territoriale Verteidigung in das Feldheer integriert. Hauptaufgaben für das Territorialheer waren das Aufrechterhalten der Operationsfreiheit, insbesondere der NATO Streitkräfte, Unterstützungsaufgaben und die logistische Unterstützung der eigenen und verbündeten Streitkräfte auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Sichern und Schützen des rückwärtigen Raumes mit wichtigen militärischen und zivilen Objekten.

Dem VBK 44 waren unterstellt:

  • Verteidigungskreiskommando 441 Fritzlar
  • Verteidigungskreiskommando 442 Rotenburg/Fulda
  • 17 Wallmeistertrupps
  • Wehrleitersatzbataillon 859 (Geräteeinheit) DAADEN
  • Wehrleitersatzbataillon 860 (Geräteeinheit) DAADEN

Die Pionierdienstgruppe des VBK 44 und die Wallmeistertrupps

Mit insgesamt 17 Wallmeistertrupps verfügte das VBK 44 über die größte Anzahl an Wallmeistern im Bereich des Territorialheeres. Die Trupps wurden geführt vom PiStOffz in der PiDstGrp des VBK`s und eingesetzt für die Überwachung der Sperranlagen im gesamten VB 44. Der Hauptbereich der Sperren lag entlang der innerdeutschen Grenze vom südlichen Harz bis in die Rhön ostwärts von Fulda. Die Wallmeistertrupps waren ausgestattet mit einem handelsüblichen PKW Typ VW T2,T3 und einer besonderen Zusatzausstattung für den Einsatz, siehe die nachfolgenden Fotos (Copyright Carsten Heide).

PKW Wallmeister (1)
PKW Wallmeister (2)

Das nachfolgende Foto wurde etwa 1965 aufgenommen. Es zeigt belgische Pioniere aus Kassel beim befüllen eines Straßensprengschachtes in der Nähe von Reinhardshagen (Bildquelle WilRec belg.Pioniere).

belgische Pioniere

Das nachfolgende aktuelle Foto zeigt den letzten und einzigen Wallmeistertrupp des Landeskommando Hessen aus Wiesbaden bei der Kontrolle eines Straßensprengschachtes. (Quelle: Landeskommando Hessen/Höchner)

Sprengschacht(Quelle LKdo HEHöchner)

Dieser Wallmeistertrupp hat heute die Aufgabe im Zuge der Sorgfaltspflicht, die die Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Baulastträgern hat, sämtliche vorbereiteten Sperren aus der Zeit des Kalten Krieges zu überprüfen. Dazu gehören somit auch alle Straßensprengschachtanlagen, Ersatzübergangsstellen für Kriegsbrückenschlag oder Brücken, die zur Sprengung vorbereitet sind im ehemaligen Verteidigungsbezirk 44. Wenn es eine Verkehrsgefährdung gibt, dann werden sofort Maßnahmen eingeleitet, so dass die Sperre wieder hergerichtet beziehungsweise zurückgebaut wird und keine Verkehrsgefährdung vom Sperrobjekt mehr ausgeht.




Der untere alte Teil der Jäger-Kaserne mit Sitz des Kreiswehrersatzamtes Kassel


Foto: Gebäude KWEA Kassel (P.Hoß)

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