Standort SCHWARZENBORN/Knüll

Nach dem 2. Weltkrieg hatte das Truppenlager Schwarzenborn zunächst seinen Zweck erfüllt. Die landwirtschaftlichen Flächen konnten wieder von den früheren Besitzern gepachtet werden. Die amerikanischen Besatzungstruppen verwendeten die vorhandenen Unterkünfte als Straf- und Sicherungslager für hohe Nazis.

1946 brachte man im Lager ehemalige Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangene aus Osteuropa unter und 1948 übernahm schließlich die Hessische Landesregierung das Lager und baute es zu einer Lungenheilstätte mit bis zu 300 Patienten aus. Der Truppenübungsplatz sollte wieder der Landwirtschaft zugeführt werden. Nach kurzer Zeit interessierte sich die US — Armee für ihn und schließlich wurde der Truppenübungsplatz mit der Aufstellung der Bundeswehr wieder als solcher benötigt und das Truppenlager ging wieder in eine militärische Nutzung über. Für den Betrieb des Truppenübungplatzes wurde eine Kommandantur eingerichtet.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Liegenschaft Schwarzenborn mit der Knüllkaserne (unten links) und das unmittelbar daran angrenzende ehemalige Truppenlager Schwarzenborn entlang der Neukirchener Straße. (Quelle google earth).

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1956

In der Aufbauzeit der Bundeswehr wurde Schwarzenborn Aufstellungs-und Zwischenstationierungsort verschiedener Trupenteile deren Unterkünfte in den geplanten Endstationierungsorten noch nicht fertigestellt waren, wie z.B. Teile des RakArtBtl 22 (später Schwalmstadt),  Flugabwehrbatterie 50 (später Fritzlar) und andere.

1957

Ein Zwischenfall am 13. Juni 1957 im Knüllgebirge Truppenlager SCHWARZENBORN, bitte nachfolgenden Text anklicken:

1957 ein sowjetischer Spähtrupp im Knüllgebirge


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Das ehemalige Gebäude der Truppenübungplatzkommandantur an der früheren Einfahrt zum Truppenlager Schwarzenborn. (copyright Peter Hoss).

1959

Die Bundeswehr begann mit der Aufstellung des Panzergrenadierbataillons 51 im neuen Lager, da sich Politiker auf Bundes- und Landesebene verstärkt um eine Garnison auf dem Knüll bemüht hatten. Das Bataillon wechselte aber bald nach Rotenburg a. d. F.

1961-1981

Das Panzergrenadierbataillon 132 wurde 1961 von Wetzlar in das neue Lager in Schwarzenborn verlegt. Das Bataillon begann es mit der Durchführung des Ausbildungsauftrages „Allgemeine Grundausbildung“. 1973 wurde es in Jägerbataillon 132 umbenannt und 1976 fiel endgültig die Entscheidung: Schwarzenborn ist Garnisonsstadt.

Ab dem 1. Oktober 1981 gibt es das Jägerbataillon 132 nicht mehr. Durch
Unterstellungswechsel zur Panzerbrigade 15 „Westenwaldbrigade“ im Januar des gleichen Jahres wird das Jägerbataillon mir einem feierlichen Appell in PANZERGRENADIERBATAILLON 152 umbenannt und damit die Heeresstruktur 4 endgültig eingenommen.

Mehr Informationen über das PzGrenBtl 152 findet man hier, bitte Text anklicken:

Kurz Chronik PzGrenBtl 152


Einige Fotos von Übungen und Bahntransporten des PzGrenBtl 152


Einstellung des Betriebes Truppenübungsplatz SCHWARZENBORN

2013 wurde zum Jahresende der Betrieb des Truppenübungsplatzes eingestellt und die Truppenübungsplatzkommandantur aufgelöst. Mit einer Fläche von 18 Quadratkilometern war der Truppenübungsplatz das größte Gelände der Bundeswehr in Hessen.


Die Bundeswehr in Schwarzenborn heute.

In der Knüllwald-Kaserne ist heute das zur Panzerbrigade 21 in AUGUSTDORF gehörende Jägerbataillon 1 mit sechs Kompanien stationiert.

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internes Verbandsabzeichen Jägerbataillon 1

Dem Kommandeur Jägerbataillon 1 in Schwarzenborn sind unterstellt:

  • 1./Jägerbataillon 1 (Stabs- und Versorgungskompanie)
  • 2./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 3./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 4./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 5./Jägerbataillon 1 (Schwere Jägerkompanie),
  • AusbUstKp 1 (Ausbildungs-/Unterstützungskompanie)
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Das Foto zeigt die Einfahrt zur Knüllwald-Kaserne

Geschichte des Bataillons

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der Umsetzung der Realisierungsplanung HEER2011 wurde das Jägerbataillon 1 am 25. Juni 2015 in Schwarzenborn aufgestellt.
Das Personal und Material des neuaufgestellten Bataillons kam zum größten Teil vom zuvor außer Dienst gestellten Jägerregiment 1.
Dieser Verband war im Jahr 2006 im Standort SCHWARZENBORN aufgestellt worden und gekennzeichnet durch die besondere Fähigkeit zum Zusammenwirken von Infanterie mit Heeresfliegerkräften im luftgestützten Einsatz.

Ähnlich wie beim Jägerbataillon 1 war zur Aufstellung dieses Verbandes das Personal und Material von zuvor aufgelösten Bataillonen (PzGrenBtl 152 und JgLehrBtl 353) herangezogen worden.

Die Traditionslinie reicht vom Jägerregiment 1 über das Panzergrenadierbataillon 152 sowie das Jägerbataillon 132 (ehem. Panzergrenadierbataillon 132) bis in die Anfangszeit der Bundeswehr zurück.

 

Verbandsabzeichen

Das interne Verbandsabzeichen des Jägerbataillon 1 ist angelehnt an das 1964 am Standort Schwarzenborn eingeführte Wappen des Panzergrenadierbataillons 132 (Später: Jägerbataillon 132), welches durch die Folgeverbände Panzergrenadierbataillon 152 und Jägerregiment 1 weiter geführt wurde.
Die grüne Farbe des Wappenschildes entspricht der Waffenfarbe der Infanterie. Eichenlaub und Eichel in gelber (goldener) Farbe verkörpern zum einen das Symbol der Jägertruppe und stellen zum anderen als Landschaftsemblem die Verbindung zum Standort des Bataillons her: dem „Knüllgebirge“, einer Mittelgebirgslandschaft in Hessen, in deren Mittelpunkt das „Knüllköpfchen“ (634 ü.N.N.) sowie die Garnisonstadt Schwarzenborn liegen. Das im oberen Drittel des Wappenschildes eingefügte taktische Zeichen für Luftbeweglichkeit steht für das seinerzeit im Deutschen Heer einzigartige Zusammenwirken eines Infanterieverbandes (Jägerregiment 1) mit Heeresfliegerkräften (Luftgestützter Einsatz).

 Quelle der o.a. Informationen über das JgBtl 1

US Army in Schwarzenborn

Die US Streitkräfte betrieben von den frühen 50iger Jahren bis 1993 unterhalb des Knüllköpfchen nahe Schwarzenborn eine Relais Station ( USAFE Radio Relay Site). Der Antennenmast und die umgebenden Gebäude aus dieser Zeit sind noch vorhanden und werden zivil weiter genutzt.

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Foto copyright Peter Hoss