1963 Reforger Übung „BIG LIFT“

Manövertruppen der US Armee üben auch im Schwalm-Eder-Kreis im Rahmen der Verlegeübung BigLift, bei dem US Truppen aus den USA nach Europa verlegt wurden. (Bildnachweis: Abbildung unten Quelle webdomain usarmygermany com).

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Big Lift 63 – Übungbeschreibung

“ BigLift 63″ lief von 22.10.1963 bis 25.11.1963 im Übungsraum Hessen: südlich Kassel, Gießen, Aschaffenburg, Frankfurt. An der Übung nahmen 45.000 Soldaten der USA und BRD teil mit insgesamt 12.000 Rad- und 6.500 Rad- und Kettenfahrzeuge sowie Hubschraubern.

Zu den Einheiten Blau gehörten, die 8th (US) Infantry Division, 3rd (US) Cavalry Regiment (Baumholder) , Panzergrenadierbataillon 42 (GE) (Kassel) und die Panzerjägerkompanie 40 (GE) (Kassel). Hinzu kamen die Reforger Einheiten 2nd (US) Armored Division „Hell on Wheels“ (Fort Hood, Texas) und das 2nd Medium Tank Battalion – 67th Armored Regiment.

Die Einheiten Rot wurde gestellt von 3rd (US) Armored Division

Neutrale Einheiten waren das 4th Transportation Command (Oberursel) und das 37th Transportation Command,

Besonderheiten:

Insgesamt wurden 800 Kampfpanzer eingesetzt sowie 15.659 Soldaten der 2nd (US) Armored Division. Diese wurden vom 22.10. bis zum 24.10.63 mit 232 Flügen in 63 Stunden aus den USA eingeflogen. Für den Lufttransport der Reforger-Truppen wurden 240 Flugzeuge vom Typ C-135 „Stratolifter“ eingesetzt und die Flughäfen Frankfurt, Ramstein und Sembach genutzt. Es wurde Gerät aus Depots in Rheinland- Pfalz sowie Nancy und Metz übernommen. Teile der 2nd (US) Armored Division sammelten sich um Raum Landstuhl. Dort wurde eine große Zeltstadt errichtet. Für die Übergabe der schweren Fahrzeuge wurde ein Teilstück der Autobahn A6 zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern für den Zivilverkehr gesperrt. Auf der Air Base Ramstein wurde ebenfalls Material an die Reforger-Truppen übergeben. Im Raum Gießen kam es zum Übungsende zu einem großen Panzergefecht mit  800 Kpz M48 und M60.

Eingesetztes Großgerät:

  • Kampfpanzer M48 A1 Patton
  • Kampfpanzer M60 Patton
  • Schützenpanzer M59
  • Panzerhaubitze M44 155mm
  • Panzerhaubitze M 55 203mm

Pressemeldung Hessische Allgemeine vom 28.10.1963undefined

Nachfolgend Bilder von US Einheiten im Einsatz während dem Manöver BIG LIFT, Quelle US Video.

An der Übung nahmen Einheiten der US Armee sowie als einzige Einheiten der Bundeswehr das Panzergrenadierbataillon 42 und die Panzerjägerkompanie 40 aus KASSEL teil. Siehe nachfolgend anhängende Pressemeldung (Quelle HNA Kassel).

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Die Kreise Ziegenhain, Fritzlar-Homberg und Wolfhagen waren in Nordhessen am stärksten von der Gefechts-Übung betroffen, siehe nachfolgende Pressemeldung zu den Manöverschäden (Quelle HNA Kassel).

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BigLift Presse 06.11.63

1971 Gefechtsübung „Black Cordoba“

Das Großmanöver „Black Cordoba“ der belgischen Armee mit über 8000 Soldaten und insgesamt 2500 Rad-und Kettenfahrzeugen und 20 Hubschraubern lief vom 06. Sept. bis 10. Sept.1971 vorwiegend in den Landkreisen Kassel, Fritzlar-Homberg, Wolfhagen, Frankenberg, Ziegenhain, Alsfeld, Marburg, Dillenburg, Biedenkopf, Gießen und Wetzlar.


Pressemeldung HNA Kassel vom 06.Sept.1971

Wittich-Kaserne Kassel

Die Wittich-Kaserne wurde 1956 für kurze Zeit zum ersten Stationierungsort des aus dem BGS gebildeten Stabes der 2.Grenadierdivion der bereits 1957 nach Giessen umzog.

Ab 1957 bis 1992 war die Kaserne Heimat des Panzergrenadierbataillons 42 (PzGrenBtl) .


Krankenkraftwagen (KrKw) vor dem Gebäude des SanZentrum 407 Wittich-Kaserne, Foto S.Walter

Folgende weitere Einheiten/Dienststellen waren in Wittich-Kaserne stationiert:

  • Zahnarztgruppe 407/1
  • Fahrschulgruppe

Bild unten: Kaserneneinfahrt der Wittich-Kaserne (Bild copyright S.Walter).

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Mehr Informationen über das PzGrenBtl 42 findet man hier:

Wittich-Kaserne Kassel


Der Standortübungsplatz DÖNCHE

Die Geschichte des Übungsplatzes DÖNCHE Kassel in der Nachkriegszeit und die Suche nach einem Ersatz ( bitte nachfolgenden Text anklicken).

Geschichte der DOENCHE in Kassel nach 1945

Graf Haesler Kaserne Kassel

Nach 1945 dienten die nicht durch Bomben zerstörten Gebäude amerikanischen Einheiten als Unterkunft (Wilson-Barracks) bis vermutlich 1956.  Die Chronik der Belegung:

  • 1947-1949 D.P.Camp UNRRA (UN)
  • 1948: Hess. Rundfunk Studio Kassel
  • 1956: Übernahme durch die Bundeswehr mit Feldjägerbataillon IV, der Mittleren Feldzeug Instandsetzungskompanie 543 und dem Kreiswehrersatzamt Kassel
  • 1957-1960: Gesamtrenovierung
  • 1960: Versorgungsbataillon 46
  • Mittlere Instandsetzungskompanie 2
  • 1964: Außenstelle MAD-Stelle 42
  • 1964: Panzerpionierkompanie 40
  • 1972: Versorgungsbataillon 2
  • 1975: Nachschubbataillon 2
  • 1976: Instandsetzungskompanie 340
  • 1981: Instandsetzungskompanie 60
  • 1986: 3./Instandsetzungsbataillon 2

Hauptnutzer der Graf-Haesler-Kaserne war bis zur Auflösung des Btl 1994 das

Nachschubbataillon 2

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Bild unten: Luftbild der Graf-Haesler-Kaserne Kassel (Foto aus Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv). Hier war zuletzt das Nachschubbataillon 2 und die 3.Kp Instandsetzungsbataillon 2 stationiert.Die militärische Nutzung der Graf-Haeseler-Kaserne endete am 01.04.94.

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Hindenburg-Kaserne Kassel

Die Hindenburg-Kaserne wurde, wie auch Wittich- und Lüttich-Kaserne im Zuge großer Kasernenbaumaßnahmen in den Jahren nach 1935 erbaut. Der Name führte auf den ehemaligen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne zunächst von zivilen Einrichtungen wie durch ein Amtsgericht und ein Landgericht belegt. Am 1. Juni 1962 verlegte die PzPiKp 40 von Hann.Münden zur Zwischenstationierung nach Kassel in die Hindenburg-Kaserne, und am 20. Juni 1964 in den endgültigen Standort Graf-Haeseler-Kaserne. Ende der 60iger Jahre wurde das neu aufgestellte Ausbildungsbataillon 59 Nutzer der Kaserne. Nach zwei Jahren wurde das Bataillon wieder aufgelöst. 1971 zog das Flugabwehrbataillon 2 von Fritzlar nach Kassel in die Hindenburg-Kaserne ein.

Flugabwehrbataillon 2 / Flugabwehrregiment 2

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Das Flugabwehrbataillon gliederte sich wie folgt:

Bild unten: Luftbild Hindenburg-Kaserne Eugen-Richter-Straße (Foto aus Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv)

Luftaufnahme Hindenburg-Kaserne 1977

Bild unten die Einfahrt der Hindenburg-Kaserne (Bildnachweis Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Bilder aus der Zeit des Flugabwehrbataillon 2 in der HBK:

Foto unten: Tag der offenen Tür in der HBK, im Vordergrund das militärgeschichtliche Exponat des Bataillons, eine 20mm Kanone, aufgestellt gegenüber der Wache neben dem Flaggenmast.

Nachfolgende Fotos wurden aus dem Fenster des Unterkunftsgebäudes der 5./FlaBtl 2 aufgenommen und zeigen Schwerlasttransporter SLT 50-2 der 5./InstBtl 2 beim Abtransport von Großgerät aus der Hindenburg Kaserne in die Heimatstandorte nach einem Tag der offenen Tür im Sept. 1976. Fotos copyright Peter Hoß


Umgliederung des Flugabwehrbataillon 2 zum Flugabwehrregiment 2 (FlaRgt)

Am 23.Mai 1979 wurde das Bataillon umgegliedert zum Regiment, die neue Bezeichnung lautete Flugabwehrregiment 2.  Im Oktober 1979 übernahm das Regiment die ersten neuen Flugabwehrkanonenpanzer GEPARD. Bild unten: Die ersten beiden FlakPz GEPARD treffen in der Kaserne ein. (Bildnachweis: Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Das neue Waffensystem  erforderte umfangreiche Neubauten. Unter anderem wurde eine Ausbildungshalle und eine Elektronikwerkstatt neu gebaut.

Bilder des Flugabwehrkanonenpanzers GEPARD, hier ein FlaPz der 2.Batterie FlaRgt 2. Die Fotos hat uns Herr Walter aus Kassel zur Verfügung gestellt.


Ein besonderes Ereignis in der Hindenburg-Kaserne im Jahr 1979


Manöver 1982

Das Flugabwehrregiment marschiert 1982 über Druseltalstraße und Kohlenstraße in Kassel ins Manöver, alle Fotos copyright S.Walter Kassel. Die Fotos wurden aufgenommen in Höhe der Brücke über Bahn.

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1993 wurde das Regiment im Rahmen der Neustrukturierung des Heeres aufgelöst und die Liegenschaft an das Bundesvermögen des Bundes zurückgegeben.

Jäger-Kaserne Kassel

Der obere Teil der Jäger-Kaserne (Bosestraße 7) war ab 01.10.1959 Standort der Panzergrenadierbrigade 5 (PzGrenBrig 5) als Zwischenstationierung bis zum Umzug 1961 in die fertiggestellte Dörnberg-Kaserne Homberg/Efze.

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Foto unten: Das als Stabsgebäude genutzete Gebäude der Panzergrenadierbrigade 5 (PzGrenBrig 5) im oberen Teil der Jäger-Kaserne Bosestraße 7 (Bildnachweis: entnommen aus Chronik PzGrenBrig 5).

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Im Okt.1961 bezog der TV Stab IV/D des Teritorialheeres dieses Gebäude und wurde am 01.April 1963 umbenannt in Verteidigungsbezirkskommando 44 (VBK).

In der Jäger-Kaserne waren mit Stand 1989 folgende Einheiten /Dienststellen stationiert:

  • Stab VBK 44 und StKp VBK (Geräteeinheit)
  • Standortdienstgruppe Kassel
  • 4. Kompanie Feldjägerbataillon 740
  • Heeresmusikkorps 2

Verteidigungsbezirkskommando 44

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Aufgaben des VBK:

Das VBK 44 war eine KdoBehörde des Territorialheeres, abgekürzt TerrH. Es wurde als eine eigenständige militärische Organisation für die nationale nicht in die NATO integrierte Landesverteidigung (territoriale Verteidigung) der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt. 1969 wurde die territoriale Verteidigung in das Feldheer integriert. Hauptaufgaben für das Territorialheer waren das Aufrechterhalten der Operationsfreiheit, insbesondere der NATO Streitkräfte, Unterstützungsaufgaben und die logistische Unterstützung der eigenen und verbündeten Streitkräfte auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Sichern und Schützen des rückwärtigen Raumes mit wichtigen militärischen und zivilen Objekten.

Dem VBK 44 waren unterstellt:

  • Verteidigungskreiskommando 441 Fritzlar
  • Verteidigungskreiskommando 442 Rotemburg/Fulda
  • 17 Wallmeistertrupps

Die Pionierdienstgruppe des VBK 44 und die Wallmeistertrupps

Mit insgesamt 17 Wallmeistertrupps verfügte das VBK 44 über die größte Anzahl an Wallmeistern im Bereich des Territorialheeres. Die Trupps wurden geführt vom PiStOffz in der PiDstGrp des VBK`s und eingesetzt für die Überwachung der Sperranlagen im gesamten VB 44. Der Hauptbereich der Sperren lag entlang der innerdeutschen Grenze vom südlichen Harz bis in die Rhön ostwärts von Fulda. Die Wallmeistertrupps waren ausgestattet mit einem handelsüblichen PKW Typ VW T2,T3 und einer besonderen Zusatzausstattung für den Einsatz, siehe die nachfolgenden Fotos (Copyright Carsten Heide).

PKW Wallmeister (1)
PKW Wallmeister (2)

Das nachfolgende Foto wurde etwa 1965 aufgenommen. Es zeigt belgische Pioniere aus Kassel beim befüllen eines Straßensprengschachtes in der Nähe von Reinhardshagen (Bildquelle WilRec belg.Pioniere).

belgische Pioniere

Das nachfolgende aktuelle Foto zeigt den letzten und einzigen Wallmeistertrupp des Landeskommando Hessen aus Wiesbaden bei der Kontrolle eines Straßensprengschachtes. (Quelle: Landeskommando Hessen/Höchner)

Sprengschacht(Quelle LKdo HEHöchner)

Dieser Wallmeistertrupp hat heute die Aufgabe im Zuge der Sorgfaltspflicht, die die Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Baulastträgern hat, sämtliche vorbereiteten Sperren aus der Zeit des Kalten Krieges zu überprüfen. Dazu gehören somit auch alle Straßensprengschachtanlagen, Ersatzübergangsstellen für Kriegsbrückenschlag oder Brücken, die zur Sprengung vorbereitet sind im ehemaligen Verteidigungsbezirk 44. Wenn es eine Verkehrsgefährdung gibt, dann werden sofort Maßnahmen eingeleitet, so dass die Sperre wieder hergerichtet beziehungsweise zurückgebaut wird und keine Verkehrsgefährdung vom Sperrobjekt mehr ausgeht.




Der untere alte Teil der Jäger-Kaserne mit Sitz des Kreiswehrersatzamtes Kassel


Foto: Gebäude KWEA Kassel (P.Hoß)

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Lüttich-Kaserne Kassel

Nach Räumung durch die belgischen Streitkräfte übernahm die Bundeswehr die Kasernenanlage. Hauptnutzer der Lüttich-Kaserne war ab 1974 das Divisionskommando der 2. Panzergrenadierdivision mit Stab und Stabskompanie.

Aus Marburg nach Kassel verlegt, zieht am 8. April 1974 der Stab mit der Stabskompanie 2.Panzergrenadierdivision in die Lüttich-Kaserne ein.

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(Foto Bildnachweis: Bericht in der HNA Kassel vom April 1974)

Die Standorte der 2.Panzergrenadierdivision- Quelle: Erinnerungsbuch 2.PzGrenDiv 1962

Folgende Kommandobehörden/Truppenteile und Dienststellen waren mit Stand 1989 in der Lüttich-Kaserne untergebracht:

  • Stab Panzergrenadierdivision und Stabskompanie
  • Stab Artillerieregiment 2 und Stabskompanie
  • Stab Instandsetzungsbataillon 2 und 1./Instandsetzungsbataillon 2
  • Panzerjägerkompanie 40
  • Nachschubausbildungskompanie 7/2

und im angrenzenden Bereich die Bundesfachschule Kassel und die Bundeswehrfachschulkompanie


1979

Am 17. Dezember 1979 wurde das Instandsetzungsbataillon 2 mit Stab und 1.Kompanie aus GIESSEN nach KASSEL Lüttich-Kaserne verlegt, siehe angehängte Pressemeldung aus der HNA Kassel vom 18.12.1979

Kurz- Chronik des InstBtl 2


1981

Im Dezember 1981 verließ die Panzerbrigade 6 mit Stab und Stabkompanie die Lüttich-Kaserne und verlegte in den neuen Standort HOFGEISMAR. Die freiwerdene Unterkünfte wurden nun vorbereitet für die Veerlegung des Artillerieregimentes 2 aus MARBURG nach KASSEL. Angefügt Pressemeldung in der HNA Kassel vom 07.12. 1981


1982

Am 19. Januar 1982 verlegte das Artillerieregiment 2 aus MARBURG mit Stab und Stabsbatterie nach KASSEL in die Lüttich-Kaserne. Damit wurde KASSEL wieder ein Standort der Artillerie. Siehe angehängte Pressemeldung der HNA Kassel vom 20.01.1982