Standort FULDATAL Ihringshausen

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Grenzschutzunterkunft „Dr.-Konrad-Adenauer“ in Fuldatal-Ihringshausen

In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste erfolgt am 28. November 1963 die feierliche Schlüsselübergabe der Bundesgrenzschutzunterkunft „Dr.-Konrad-Adenauer“ in Fuldata- Ihringshausen. Bei der symbolischen Übergabe empfängt der erste Abteilungskommandeur, Oberstleutnant im Bundesgrenzschutz (BGS) Erich Schlemminger (1908–2011), den Schlüssel aus der Hand des Leiters der Grenzschutzverwaltung Mitte, Regierungsdirektor Alfred Grass.

BGS Ihringshausen Nov.1963

Foto Bildquelle: http://www.beim-alten-bgs.de/BGS_Zeitgeschichte/

Die auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt Ihringshausen errichtete Bundesgrenzschutzunterkunft umfasst eine Fläche von etwas mehr als 53 Hektar und beherbergt zum gegenwärtigen Zeitpunkt folgende Dienststellen und Einheiten:
– den Stab der Grenzschutzabteilung (GSA) „A Mitte“ (seit 26. August 1963)
– die Grenzschutzverwaltungsstelle „A Mitte“ (seit 26. August 1963)
– die 2. Hundertschaft der Grenzschutzgruppe (GSG) 3 (seit 26. August 1963)
– die 4. Hundertschaft der GSG 3 (seit 26. August 1963)
– die 3. Hundertschaft der GSG 3 (seit 30. August 1963)
– die Fernmeldehundertschaft Mitte (seit 3. September 1963)
– der Stab der Grenzschutztruppe 4 (seit 3. September 1963)
– die 1. Hundertschaft der GSG 3 (seit 11. September 1963)
– die Grenzschutz-Fliegerstaffel Mitte (seit 1. November 1963)

Fotos von Fahrzeugen und Gerät beim Tag der offenen Tür im Jahr 1980

(Copyright Siegfried Walter Kassel)

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Standort FULDATAL Rothwesten

Die Geschichte der Kaserne am Erlenbusch und dem Flugplatz in Rothwesten begann nach dem zweiten Weltkrieg  mit einer Besetzung durch amerikanische Truppen. Am 05. April 1945 marschierten Einheiten der 3. US Armee in den Fliegerhorst ein. Zunächst nutzen die Amerikaner den Platz bis 1947 für ein Lager deutscher Kriegsgefangener (POW Camp).

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Nachfolgendes Luftbild zeigt den Flugplatz Rothwesten aufgenommen etwa im Jahr 1950 (Bildnachweis US Webdomain http://www.usarmygermany.com).

Folgende Einheiten der US Army waren zeitweise ab 1945 in Rothwesten stationiert (Daten entnommen aus US Webdomains):

  • Staffeln der 36th Fighter Group ab April 1945 bis 15.02.1946 sowie der 417th Fighter Squadron bis 09.04.1946.
  • HQ -Hauptquartier 1st Constabulary Regiment/US Constabulary – 1946-1947.
  • 601st US Air Force Aircraft Control and Warning Squadron (AC&W)
  • 1949 – 19?? Eine Vorläufereinheit der 601st bezog schon kurz nach Kriegsende 1945 den Platz, wurde aber – als 601st – per 27.09.1947 deaktiviert. Im Zuge der Berliner Luftbrücke wurde die 601st am 10.07.1949 wieder aufgestellt. Sie war für die Luftüberwachung an der innerdeutschen Grenze sowie der Leitung von amerikanischen Abfangjägern zuständig, hatte aber auch den Auftrag zur Unterstützung bei offensiven Einsätzen. Die Stationierung in Rothwesten dauerte – mit Unterbrechungen – bis zum 17.03.1963.
  • 331st Communications Reconnaissance Company (Fernmeldeaufklärung), später umbenannt in 184th Operations Company,
  • Eine Batterie des 6th Missile Battalion 517th Artillery – eine Flugabwehreinheit der US Army, ausgerüstet mit „Hawk“- Flugabwehrraketen 1966 – 1968
  • Eine Kompanie der 18th Army Engineers (Pioniereinheit) etwa ab 1951, Aufgabe der Einheit war die Sprengung von Verkehrswegen entlang der innerdeutschen Grenze im Falle eines Angriffs.

Einige Fotos aus der Zeit der Nutzung durch die US Army (Bildnachweis/Quelle: US webdomain http://brucerichards.com/army/waldau.htm).

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Die besondere Rolle des Standortes ROTHWESTEN

Der ehemalige Fliegerhorst spielte in den Geburtsstunden der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Rolle. In der Kaserne in Rothwesten trafen sich am 20. Juni 1948 der damalige Direktor des Zweizonenwirtschaftsrates Professor Ludwig Erhard, der spätere Vizekanzler Franz Blücher, der SPD Abgeordnete Friedemann, der CDU abgeordnete Pferdmenges und der Zentralbankrat Dr. Karl Bernhard in einem hermetisch abgeschirmten Gebäude, um die Grundlage des “Wirtschaftswunders“ der fünfziger Jahre zu schaffen. Am 21.Juni nämlich wurde Wirtschaft auf die neue Währungseinheit, die D-Mark, umgestellt. Der Bewahrung und Erinnerung dieser besonderen Geschichte an diesem Ort widmet sich das Museum der Währungsreform, welches in einem ehemaligen Unterkunftsgebäude der Kaserne „Haus Posen“ untergebracht ist.


1971 bis 1973

Abzug US Army und Vorbereitung für den Einzug der Bundeswehr

Nach Räumung des Standortes durch die US Army, diese begann teilweise bereits 1971, liefen zeitgleich umfangreiche Umbau und Renovierungsarbeiten der Kasernenanlage zur Vorbereitung für den Einzug der Bundeswehr.

Am 22. Februar 1973 erfolgte durch Herrn Generalleutnant Pöschl, dem Kommandieren General des III. Korps und in Anwesenheit von Frau Käthe Erler der Witwe des 1967 verstorbenen Politikers, die Umbenennung der Anlage in „Fritz-Erler-Kaserne“. Der damalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und spätere Wehrbeauftragte, Karl-Wilhelm Berkhan, hielt die Festansprache. Nachfolgend eingefügtes Foto zeigt Frau Erler zusammen mit General Pöschl vor dem Namenschild der Kaserne, Bildquelle Pressestelle 2.PzGrenDiv.

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Kaserneneinfahrt Fritz-Erler-Kaserne, Bildquelle Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv

Einzug der Bundeswehr in die Fritz-Erler-Kaserne

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Am 01.10.1973 zog die Nachschubkompanie 40 als erste Bundeswehreinheit in die Fritz-Erler-Kaserne in ROTHWESTEN ein.


Am 19. Juni 1973 folgte das Fernmeldebataillon 2 aus MARBURG nach ROTHWESTEN verlegt als neuer Hauptnutzer der Fritz-Erler-Kaserne.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist fmbtl-2-zugeh.zeichen.jpg.

1974

Am 4.April 1974 traten in Rothwesten unter den Flaggen der Nato, der USA und der Bundesrepublik deutsche und amerikanische Soldaten anläßlich des 25jährigen Bestehens der Nato an. Die Abordnungen der Bundeswehr wurde gestellt durch Soldaten des Fernmeldebataillon 2 und der Nachschubkompanie 40. In ihren Reden würdigten der Kdr des FmBtl 2 Oberstleutnant Carstens und der Kommandeur der US Army Major F.J.Mentler die gute Zusammenarbeit in Rothwesten, siehe auch nachfolgende Pressemeldung Hessischen allgemeinen Ausgabe Kreis Kassel vom 05.04.1974.


1975

Am 04. Mai 1975 fand in der Fritz-Erler-Kaserne, unter reger Anteilnahme der Bevölkerung, der erste Tag der offenen Tür der in der Kaserne stationierten Bundeswehr Einheiten Fernmeldebataillon 2 und Nachschubkompanie 40 statt.

Pressebericht der Hessischen Allgemeinen Ausgabe Kreis Kassel vom 05.Mai 1975

Am 12.Juni 1975 wurde in einem militärischen Zeremoniell die US Flagge, die seit 1945 in Rothwesten wehte, eingeholt. Als Erinnerungsstück übergab US Colonel Eisenhard die Fahne dem Fernmeldebataillon 2.


Mit Stand 1989 waren folgende Einheiten waren folgende Einheiten und Dienststellen in der Fritz-Erler-Kaserne stationiert:

  • Fernmeldebataillon 2
  • Fernmeldeausbikdungskompanie 1/2
  • Nachschubkompanie 40
  • Nachschubkompanie 60
  • 4./ Instandsetzungsbataillon 2 (Elektronik Instandsetzung)
  • Divisionsversorgungspunkt Sanitätsmaterial (unterstellt SanBtl 2)
  • Fahrschule ROTHWESTEN
  • Sanitätsbereich FmBtl 2 (zuständig für alle Soldaten der Kaserne)
  • Zahnarztgruppe 407/2
  • Feldersatzbataillon 25 (Geräteeinheit)
  • Jägerbataillon 27 (Geräteeinheit)

Bild unten: Luftbild der Fritz-Erler-Kaserne aufgenommen etwa 1998 (Bildnachweis webdomain).

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Mit Auflösung des zuletzt in der Fritz Erler Kaserne stationierten Panzerflugabwehrraketenbataillons 300 im Jahr 2005 war das Ende der militärischen Nutzung der Liegenschaft Fritz-Erler-Kaserne gekommen.

Standort HOFGEISMAR


Im Oktober 1963 wurde Hofgeismar wieder Garnison und das Fernmeldebataillon 763 wurde aufgebaut.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 1.-flagge-deutschland-dienst.jpg.

Folgende Einheiten / Truppenteile und Dienststellen waren mit Stand 1989 in der Manteuffel-Kaserne stationiert:

Stab und Stabskompanie Panzerbrigade

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist geschichte-pzgrenbrig-6-hog.jpg.

Instandsetzungskompanie 60


Instandsetzungsausbildungskompanie 5/2


Die Panzerbrigade 6 im September 1983 auf dem Marsch ins Manöver.

Die Brigade nahm Teil als Leitungstruppe ROT der 2.PzGrenDiv an der Heeresübung Wehrhafte Löwen vom 16.-23.09.1983. Die Aufnahmen entstanden an der B 450 vor ISTHA bei WOLFHAGEN und der B 450 nach ISTHA Richtung FRITZLAR. Ein danke schön an Siegfried Walter der die Fotos zur Verfügung gestellt hat.


Die Bundeswehr in Hofgeismar – Quelle: Artikel in der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen HNA Lokales Hofgeismar am 15.12.2015


Im Jahr 1993 wurde die Manteuffel-Kaserne und damit der Bundeswehr Standort aufgelöst, siehe Meldung HNA Kreis Kassel von 06.08.1993

Standort KORBACH

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In Korbach Kpt.Claes Kaserne ( Kwartier) befand sich von 1967 bis 1991 der Stab des belgischen Flugabwehrbataillons HAWK 62A. Das Bataillon war stationiert in Marsberg-Essentho [Jonet-Kaserne] und Korbach [ Kapt. Claes-Kaserne]). Die Kaserne wurde 1993 aufgegeben.

Kaserne Korbach

Das Foto (Quelle Waldecksche Landeszeitung vom 28.08.15) zeigt die Einfahrt der Kaserne an der Flechtdorfer Straße.

Luftaufnahme Kpt.Claes Kaserne KB

Foto oben: Luftaufnahme der Kpt.Claes Kaserne etwa 1975 (Quelle webdomain).

Die Raketenstellungen der unterstellten Batterien A,B,C und D befanden sich an folgenden Orten:

  • Alfa Batterie bei Flechtdorf (Auf dem gelben Stücken),
  • Bravo Batterie bei Freienhagen (Heitzelberg)
  • Charlie Batterie, Marsberg-Essentho und die
  • Delta Batterie bei Diemelstadt (Rhoden-Quast).

– BELGISCHE FLUGABWEHR RAKETEN AUF DEUTSCHEN BODEN – — IMPROVED HAWK — Die HAWK-Batterien hatten das Ziel die Bodentruppen,gegen Luftangriffe in geringer Höhe zu schützen. In Friedenszeiten gab es feste Positionen in Deutschland. Sie waren ein Teil des NATO-Defensive, bestehend aus vielen Amerikanischen, Belgischen, Deutschen, Niederländischen, Dänischen, Italienischen, Französischen und Schwedischen Bataillonen. Sie bildeten einen Gürtel als Verteidigung gegen die ausgehende Bedrohung des sowjetischen Blocks. — THE SPIRIT Of THE HAWK —

Diese Batterien waren ausgestattet mit dem amerikanischen Flugabwehrraketen Waffensystem HAWK. Unter nachfolgenden Link -bitte grünen Text anklicken- befindet sich eine PDF Datei mit der Beschreibung des Flugabwehrraketensystems Hawk.

Das Waffensystem HAWK

Nachfolgend einige höher aufgelöste Fotos der zum System gehörenden Elemente. Die Fotos (copyright Peter Hoß) zeigen ein baugleiches System der Bundeswehr.

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Das System war eingebunden in den doppelten Flugabwehrraketenriegel gegen angreifende Flugzeuge aus ostwärtiger Richtung. Der Riegel erstreckte sich von der Nordsee mit zum Bodensee, siehe angefügte Skizze.

Raketenriegel im Kalten Krieg

Pressemeldung vom 18.08.1989 in Hessische Allgemeine Korbach zum Nato-Manöver White Rhino“ unter britischer Führung:

Presseinformation der britischen Rheinarmee zum Manöver „White Rhino“

Presse Info White Rhino 02
Manöver white rhino 08 -1988

Bilder vom Manöver findet man im Menü „Übungen und Manöver in der Region“


Weitere Informationen siehe auch Untermenü Relikte-Spuren/Überbleibsel, oder nachfolgenden Text anklicken:

Spuren und Relikte z.B. auch im Raum Korbach -Waldeck – Frankenberg


Im Dienste unserer Sicherheit

Im Dienst unserer Sicherheit ist ein interessantes Video des Eder-Diemel Tipp über Waldeck-Frankenberg, HAWK Stellungen, Kalter Krieg, Freienhagen, Korbach, Diemelsee, Kreishaus, Zivilschutzanlagen, Bunker, Nato, Aufrüstung und Cold War. Zum Anschauen das Bild anklicken.


Hier ein weiteres Video des Eder Diemel Tipp über den Katastrophenschutz im Kreis Waldeck-Frankenburg zur Zeit des Kalten Krieges.


Standort BAD AROLSEN Mengeringhausen

1958 Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Mengeringhausen zum Bau Kaserne

Eineinhalb Jahre nachdem die ersten Soldaten der neu aufgestellten Bundeswehr in Andernach ihren Dienst angetreten hatten, fasste die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mengeringhausen am 27.Mai 1958 folgenden Beschluss:
„Da die Stadt Mengeringhausen durch Vorhandensein eines Standortübungsplatzes (Zusatz: damals der belgischen Armee Arolsen) günstige Voraussetzungen für die Errichtung einer Garnison bietet, die Vorbedingungen zur ihrer Einrichtung von der Aufsichtsbehörde und dem Regierungspräsidenten geprüft und positiv beurteilt worden sind, ist die Stadtverordnetenversammlung mit der Errichtung einer Garnison der Stadt Mengeringhausen einverstanden.
Damals wurde Mengeringhausen mit seinen 2411 Einwohnern zur damals kleinsten Garnisonstadt der Bundesrepublik und zur einzigen Bundeswehrgarnison in Waldeck.
Die Aufgabe war es, in kürzester Zeit für etwa 1000 Soldaten Kasernen- und Übungsplatzbereich und für etwa 400 Zeit- und Berufssoldaten mit ihren Familien Lebensmöglichkeiten im Standort zu schaffen.

Foto unten: Die Großbaustelle der Kaserne auf dem Hagen im Jahr 1960 (Bildnachweis: Quelle Chronik PzBtl 63)

Mengeringhausen Bau Kas auf dem Hagen 1960.jpg

Foto unten: Luftaufnahme vom Bau der Kaserne, ebenfalls aufgenommen 1960 (Bildnachweis: Stadtarchiv Mengeringhausen).

Mengeringhausen Luftaufnahme Kaserne

Pressemeldung vom 14.10.1961 in der Waldecker Landeszeitung:

Mengeringhsn Presse 14.10.61


Am 07. November 1961 bezog das Feldartilleriebataillon 45 als erste Bundeswehreinheit die neu erbaute Kasernenanlage

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Das Bataillon war die folgt gegliedert:

  • der ersten Batterie, Stabs-und Versorgungbatterie
  • der zweiten Batterie, schießende Batterie mit -6- Feldhaubitzen
  • der dritten Batterie, schießende Batterie mit -6- Feldhaubitzen
  • der vierten Batterie, schießende Batterie mit -6- Feldhaubitzen

Das Hauptwaffensystem des Bataillons war die Feldhaubitze 105mm verlastet auf dem FAUN Geräteträger GT 8/15, siehe nachfolgende Abbildung.

Kurzfassung der Chronik PzArtBtl 45/später PzArtBtl 65

in Bearbeitung!


Nachfolgende Pressemeldung in der Waldeckischen Landeszeitung über den Einzug des Vorkommandos am 02.11.1961.

kas mengeringhsn presse 19.10.61

Am 13.12.1961 übergab der Befehlshaber im Wehrbereich IV Generalmajor Otmar Hansen die Kasernenanlagen ihrer Bestimmung, siehe Bericht in der Waldeckischen Landeszeitung vom 14.12.1961.

kasmengeringhsn 14.12.61 01a

Das neu aufgestellte Panzerbataillon 44 folgte am 11. Januar 1962. Verschiedene Umstrukturierungs-/ und Umbaumaßnahmen bestimmten die weitere Geschichte der Kaserne.

Foto unten: Das Panzerbataillon 44 im Sept. 1962 bei einer Feldparade mit Kampfpanzern M48 A2 durch die obere Bahnhofstraße von Arolsen  nach Rückkehr vom einem Truppenübungsplatz Aufenthalt. (Bildnachweis: Chronik PzBtl 44)

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Am 17. Dezember 2004 wurde nach 40-jährigem Bestehen der Bundeswehrstandort Bad Arolsen-Mengeringhausen aufgelöst.

Im Laufe der Jahre waren in der Prinz-Eugen-Kaserne unter anderem folgende Einheiten und Verbände von Heer und Luftwaffe stationiert:

  • Panzerbataillon 63 (aufgelöst)
  • 3./ Panzerbataillon 61 (gem./gekad.) (aufgelöst)
  • Panzerartilleriebataillon 65 (aufgelöst)
  • Panzerjägerkompanie 60 (aufgelöst)
  • Flugabwehrraketengruppe 38 (aufgelöst) 1., 3. und 4. Staffel,

Sammlung zum Bundeswehr Standort Mengeringhausen aus dem Nachlaß von Fritz Monka

Das Stadtarchiv Mengeringhausen hat uns freundlicherweise Pressemeldungen, Bilder, Dokumente, Rede Manuskripte usw. aus dem Nachlaß der verstorbenen früheren Bürgermeister Fritz Monka zur Verfügung gestellt. Bitte öffnen Sie durch Mausklick den nachfolgenden Link:

Dokumente aus dem Nachlaß Fritz Monka


Standort BAD AROLSEN

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren belgische Streitkräfte als Besatzungsmacht im sogenannten „belgischen Korridor“, der von Aachen bis Kassel reichte, stationiert. Die „Sous Lieutenant Antoine Kaserne“ in Bad Arolsen war von 1952 – 1994 das Quartier des belgischen Panzeraufklärungsregimentes „1è Rgt Jagers te Paard“, einer Nachschubkompanie und der  14è Genie (Panzerpionierkompanie). Sie kamen als Besatzer und gingen als Freunde.

Foto unten: Luftbild der Sous Lieutenant Antoine Kaserne“ aufgenommen etwa 1976 (Bildquelle Rudy van der Qugstraete)

Nachfolgend einige Bilder aus der Stationierungszeit des 1.Regimentes Jagers te Paard der belgischen Armee in BAD AROLSEN (Bildnachweis Webseite 1.Jagers te Paard).

Nachfolgend weitere Bilder von den belgischen Aufklärern in Bad Arolsen, alle Fotos wurden in der St.Antoine Kaserne bei verschiedenen Anlässen aufgenommen. (Bildnachweis Webseite 1.Jagers te Paard).

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Bilder von Rad-und Kettenfahrzeugen aus der belgischen Garnison Bad Arolsen findet man hier (anklicken).

Bilder von Rad- und Kettenfahrzeugen


BE Manöver „Friedenseiche“ 1974

Vom 16.-24.09.1974 lief in Nordhessen und Südniedersachsen das belgische Manöver „Friedenseiche“. Insgesamt nahmen ca. 9000 belgische Soldaten an der Übung teil. Sie kamen vorwiegend aus Garnisonen um Köln und aus Belgien. Aus Arolsen nahmen die Panzeraufklärer der 1.te Jaagers te Paard an der Übung teil. Der Schwerpunkt des Übungsgeschehens lief im Nordteil des Kreises Kassel im Raum Hofgeismar,  Immenhausen und an der Weser.

Weitere Informationen/Presseberichte zur Übung „Friedenseiche“ siehe Menü (anklicken)

Übungen und Manöver in der Region


Nachfolgender Link (unter dem Bild) öffnet das Video einer Gefechtsübung der belgischen Aufklärer aus Bad Arolsen im Raum Volkmarsen nordwestlich von Kassel.

YouTube Video 1,jager te paard

Ein fast vergessenes Kapitel der Zeitgeschichte

in Erinnerung gerufen von der „Waldeckischen Landeszeitung“

Auf den nachfolgend abgebildeten vier Seiten aus der Waldeckischen Landeszeitung (WLZ), Sonderbeilage „Mein Waldeck“ vom 31.01.2020 und vom 14.02.2020 , wird die Anwesenheit der Belgischen Streitkräfte in Waldeck sowie die Gliederung und Aufgaben der Belgischen Streitkräfte in Deutschland als NATO Partner beschrieben. Wir danken der Redaktion der WLZ, insbesondere dem Herrn Dr. Schilling und dem Autor Herrn J. Grötecke für die freundliche Genehmigung zum Abbilden dieser Seiten.

Seiten vom 31.01.2020

Seiten vom 14.02.2020

Standort BORGENTREICH

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Die Desenberg-Kaserne in Borgentreich wurde in den Jahren 1955-1957 für die Bundeswehr erbaut und ab 1957 von Einheiten der Bundesluftwaffe bezogen. Das Areal liegt zwischen Eissen und Borgentreich und ist ca. 1,5 km von Borgentreich entfernt. Das nachfolgende Foto (Quelle webdomain) zeigt die Kasernenanlage und darunter eine Luftaufnahme (Quelle google earth).

Desenberg-Kaserne Borgentreich 02
Desenberg Kaserne Luftaufnahme

Hier waren in der Luftwaffenstruktur 1 von 1957 bis 1963, der Struktur 2 von 1963 bis 1970 und der Struktur 3 von 1970-1990/92 folgende Einheiten des Einsatzführungsdienstes stationiert:

Das III./Fernmelderegiment (FmRgt) 33 mit

  • Stab III./ Fernmelderegiment 33
  • ab 1957 bis 1963 mit Stabskompanie III./Fernmelderegiment 33
  • 10./Fernmelderegiment 33
  • von 1960 bis 1965 FlakBttr 333 später 5./FmRgt 33 bis 1970 /1990 –      11./Fernmelderegiment 33 von 1958 bis 1963 später 6./FmRgt 33 bis 1970 /1990
  • Radarfrühwarnkompanie ab 1961
  • Luftwaffensanitätsstaffel III./FmRgt 33

Nachfolgend Abbildungen der Verbandsabzeichen, links III. Fernmelderegiment 33, rechts FlakBttr 333

Auszug aus der Chronik (erhalten von Herrn M. Zimmer):

Die Geschichte der Bundeswehr in Borgentreich begann 17.9.1957, als die 2. Flugmeldekompanie 331 als erste Einheit die Tätigkeit in der Radarstellung und im Camp Borgentreich aufnahm. Die Ausbildung am Arbeitsplatz der Borgentreicher Soldaten stand unter englischer Regie. Erst nach harten Leistungsüberprüfungen durften sich die ersten deutschen Offiziere über ihre Lizenzen freuen. Nur wer in dieser Ausbildung erfolgreich war, kam für weiteren Einsatz in Frage. Harter Einsatz wurde auch vom technischen Personal am Radargerät gefordert. Fundierte Fachkenntnisse waren nötig, um in der Praxis die Geräte englischer Bauart zu beherrschen. Dazu wurden zwar keine Lizenzen erworben, aber das Personal mußte nach Bedienungsanleitungen in englischer Sprache Stück für Stück die einzelnen Baugruppen kennenlernen, um Reparaturen und Wartungsarbeiten vornehmen zu können. Doch war damit der weitgespannte Bogen der Anfangs-schwierigkeiten noch lange nicht erschöpft. Funkmechaniker, Fernmeldetechniker, allgemeines Personal, Küche, Verwaltung – überall gab es Schwierigkeiten, die nur in zäher Kleinarbeit und mit ungebeugtem Leistungswillen gemeistert werden konnten.


Zur Desenberg-Kaserne gehörte die Radarstellung Auenhausen mit einer Sender-und Empfängeranlage in der Nähe der Radarstellung. (Foto copyright M. Zimmer)

6. Radarstellung Auenhausen - Sommer 1981_
Auszug aus der Chronik:
Auftrag und Aufgaben der III./Fernmelderegiment 33
Der Radarstellung Auenhausen, als Herz der Abteilung, sind folgende Aufgabe gestellt: Sie hat den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland und der angrenzenden Länder ständig zu überwachen, ein Luftlagebild durch Erfassen aller Flugziele zu erstellen und die Identifizierung und Flugwegverfolgung aller Luftfahrzeuge zu leiten und zu koordinieren. Hierzu gehören Flugabwehrraketen und Jagdflugzeuge der Luftwaffe und der verbündeten Streitkräfte. Durch Flugwegverfolgung und navigatorische Unterstützung ist außerdem die Sicherheit der Luftfahrzeuge zu erhöhen.
Für Schutz und Sicherheit der Anlagen war die Flugabwehrkanonenbatterie 333 zuständig. Sie schützte die Radarstellung gegen eine Bedrohung aus der Luft und war dafür mit der Maschinenkanone 20 mm Zwilling ausgerüstet. Sie bekämpft Tiefflieger bis zu einer Kampfentfernung von ca. 2000 Meter und kann wirkungsvoll im Abwehrkampf gegen feindliche Luftlandetruppen sowie im Erdkampf eingesetzt werden.

Die Luftaufnahme unten zeigt die Lage der Stellung unmittelbar am nördlichen Ortsrand von Auenhausen (Quelle google earth),

Radarstellung Auenhausen01

Die militärische Nutzung wurde in den Jahren 1992 – 93 aufgegeben. Danach wurde das Kasernengelände von der Koptischen Orthodoxen Kirche gekauft. Heute befindet sich hier seit 2014 die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung für Flüchtlinge des Landes Nordrhein-Westfalen.

Standort WARBURG Dössel

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Das ehemalige Lager Dössel, ab ca 1982 als Börde-Kaserne genannt, war von 1970 bis 1993 Stationierungsort der Ausbildungskompanie 2/2 und diente der Ausbildung von Militärkraftfahrern und Stabsdienstsoldaten der 2. Panzergrenadierdivision.

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Foto: Luftaufnahme der Börde-Kaserne (Bildnachweis © Jens Reddeker Neue Westfälische Zeitung)

Der Standort Lager Dössel hat eine wechselvolle Geschichte. Nach der Befreiung durch die Amerikaner 1945 zogen zeitweilig befreite Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten ins Lager ein, bis 1948 wurden aber die meisten Baracken abgerissen. Die Verwaltungsgebäude und deren nahe Baracken blieben bestehen und wurden in der Nachkriegszeit auf zweierlei Arten genutzt. Einerseits dienten die übriggebliebenen Gebäude als Durchgangslager für Ostflüchtlinge, andererseits nutzten die belgische Armee und später die Bundeswehr ( wie oeben beschrieben) diese als Kaserneneinrichtungen bis zur Aufgabe 1993.

Neuer Eigner der Anlage die Stadt Warburg

 Die Stadt Warburg hatte die Kaserne, die zwischen Warburg und Dössel im freien Feld liegt, 1997 vom Bund erworben, um dort eine Unterkunft für Asylbewerber zu schaffen. Seinerzeit wurden sechs einzeln stehende Häuser für diesen Zweck umgebaut. 

100 Wohngelegenheiten für Asylbewerber sollen in diesem Gebäudekomplex auf dem Gelände der ehemaligen Bördekaserne in Dössel entstehen. Die ehemaligen Soldatenunterkünfte stehen seit 1997 leer. Quelle „Westfalenblatt“ vom 22.10.2014.

Standort FRANKENBERG/Hessen

Am 11. November 1959 gab es den ersten Spatenstich zum Bau der Burgwald-Kaserne, Baukosten von 20 Millionen Mark waren veranschlagt. Im Hochsommer 1960 liefen die Bauarbeiten voll an, die Ringstraße und die Kanalisation wurden angelegt, ab dem 6. Juni ging es an die Hochbauten, und im August begann der Bau der Wasserleitung von der Bahnhofstraße zur Kaserne. Am 22. Juni 1961 war Richtfest für die Wirtschafts- und die Verwaltungsgebäude, am 17. November folgte das Richtfest für die Truppenunterkünfte, das Sanitätsgebäude und das Heizzentrum.

Bild unten: Die Burgwald-Kaserne im Juni 1962 (Bildnachweis: Foto: Archiv Waldeckische Landeszeitung)

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Am 1. Juni 1962 zogen die ersten Soldaten des Fernmeldebataillons 320 in noch nicht fertiggestellte Kaserne ein. Diesen folgte kurz darauf das Vorkommando des Raketenartilleriebataillons 22. Die Bauarbeiten liefen vielerorts noch. In den ersten Monaten war viel Improvisation erforderlich.

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Auf dem historischen Obermarkt in Frankenberg (siehe Foto unten) erfolgte am 18. Juli 1962 mit einem feierlichen Appell die offizielle Übergabe der neuen Burgwaldkaserne an die Soldaten des Raketenartilleriebataillons 22 und des Fernmeldebataillons 320. Frankenberg präsentierte sich nun stolz als Garnisonstadt. Foto: Sammlung Völker
 
FKB Obermarkt 1962

Am 30. April 1965 wurden die neuen Truppenfahnen der beiden Frankenberger Bataillone beim Kommandeurwechsel des Raketenartilleriebataillon 22 vorgestellt, siehe nachfolgenden Zeitungsbericht der Frankenberger Presse.

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Pressespiegel 50 Jahre Bundeswehr in FRANKENBERG in der Hessischen Allgemeinen HNA vom 14.04.2012

-bitte nachfolgenden Text anklicken

Pressespiegel HNA 50Jahre Bundeswehr in FKB


Die Bundeswehr in Frankenberg heute

Heute ist in der Burgwald-Kaserne das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBtl 932), stationiert.

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Es ist ein Verband der Fernmeldetruppe EloKa der Bundeswehr. Bis 2002 gehörte dieser Verband zum Heer, seitdem zur Streitkräftebasis.

Geschichte
Im Juni 1962 wurde aus verschiedenen Fernmeldeeinheiten in der neugebauten Burgwaldkaserne das Fernmeldebataillon (EloKa) 320 aufgestellt. Die Frankenberger Soldaten arbeiteten sowohl mit den stationären Anlagen in Frankenberg als auch mobil nahe der deutsch-deutschen Grenze. In den 1990ern wurde der Verband zum Fernmelderegiment 320 umgegliedert und 2003 in das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 überführt. Im gleichen Jahr wurde der Verband von der Association of Old Crows, einem Fachverband für Elektronische Kampfführung, als bester militärischer Truppenteil dieser Fachrichtung ausgezeichnet. Am 25. Oktober 2011 verkündete Verteidigungsminister de Maizière, dass der Standort Frankenberg (Eder) erhalten bleibt und im Rahmen der Bundeswehrreform lediglich die Anzahl der Soldaten von rund 1000 auf 700 reduziert werden soll, wobei es sich größtenteils um Wehrdienstleistende handelt. Zudem sollen mehrere Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Standorts investiert werden. Am 23. Juni 2012 feierte die Burgwaldkaserne ihren 50. Geburtstag.

Standort WOLFHAGEN

Die Geschichte des Standortes

1960 –  die Truppe zieht ein

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Am 14./15. März 1960 wurde der Truppenstandort in Wolfhagen bezogen. Die durch Herauslösung der 2.Kp des Panzerjägerbataillons 2 in Marburg aufgestellte Panzerjägerkompanie 50 sowie das Panzerbataillon 54 aus Wetzlar wurden in die neugebaute Kaserne auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik verlegt. Damals war die Bundeswehr im Aufbau. Der Standort Wolfhagen war nur 100 Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt und insofern ein strategisch attraktiver Standort. Am 5. April 1960 wurde der Kasernenkomplex an die Bundeswehr übergeben.


Die Geburtsstunde des Panzerbataillon 54 war das Jahr 1959. Es wurde aufgestellt am Standort Wetzlar durch Teilabgaben aus dem PzBtl 15. Die weitere Aufstellung erfolgte ab April 1960 am neuen und endgültigen Standort Wolfhagen.


Aus der Chronik des Standortes

1960

  • Die ersten Nutzer der neuen Kaserne in Wolfhagen wurden das PzBtl 54 und die PzJgKp 50.
  • Am 05. April 1960 erfolgte in einem Feierlichen Appell die formale Übernahme der neu erbauten Kaserne im technischen Bereich vor dem angetretenen Panzerbataillon 54 (Bildnachweis: Fotos aus Chronik PzBtl 54/64).
  • Soldaten des PzBtl 54 helfen die gefährdete Ernte im Wolfhager Land zu retten.
  • Ende 1960 schuf sich das Panzerbataillon 54 ein eigenes Bataillonswappen, das einen durch ein Hufeisen springenden schwarzen Wolf zeigt, der auch Teil des Wolfhager Stadtwappens ist. Damit drückte die Truppe ihre enge Verbundenheit mit der Stadt Wolfhagen aus.

1961

Die Bataillonswerkstatt der 1.Kp PzBtl 54 bei Instandsetzung der Kampfpanzer M 47, die zur Erstausstattung des Bataillons gehörten (Foto copyright Peter Hoß).

btlwerkstatt-pzbtl-54

1963

• Die Kasernenanlage bekam den Namen Pommernkaserne.

• Der 3. Mai 1968 ging als „Leo-Tag“ in die Geschichte des Panzerbataillons 54 ein. Damals trafen die ersten Kampfpanzer des Typs Leopard 1 und lösten den Kampfpanzer M48 A2 (US Typ)  ab.

1968

• Am 15. Oktober wurde das neue Soldatenheim eingeweiht.

1976

• Am 5. August wurde das Panzergrenadierbataillon 341, später umbenannt in 62, in der Pommernkaserne stationiert.

1979

• 1979 wurde das alljährliche Herbstliche Biwak vom Panzergrenadierbataillon 62 aus der Taufe gehoben, bei dem in den Folgejahren bis zu 10 000 Besucher auf das militärische Areal strömten.

1981

• Am 1. Oktober wurde das Panzerbataillon 54 in 64 umbenannt.


Ehemalige Einheiten am Standort Wolfhagen

lm Laufe der Jahre 1959 bis 1983 waren verschiedene Einheiten am Standort Wolfhagen bis zur Verlegung an den jeweils endgültigen Zielstrandort stationiert.

2. Batterie Raketenartilleriebataillon 22 (RakArtBtl Div)

Anfang 1960 wurde in Wolfhagen die 2. Batterie des Artilleriebataillons 22 aufgestellt. Die Batterie war mit dem Waffensystem „Honest John“ ausgerüstet war. Dies Kampfentfernung des Feldraketenwerfers betrug ca. 40 km betrug, Die Rakete konnte mit einem herkömmlichen als auch mit einem nuklearen Gefechtskopf verschossen werden. Die Einheit blieb bis zum 30.06.1962 am Standort, bevor sie nach Frankenberg verlegt wurde. Besonderer Beliebtheit im Wolfhagener Land erfreute sich die Batterie, da sie mit ihrem 27-Tonnen-Kran, ihrer Planierraupe und ihrem Baugerät bei Behörden und Privatfirmen des öfteren als Unfallhelfer fungierte.

6. Batterie Raketenartilleriebataillon 350 (RakArtBtl Korps)

Die Garnison beheimatete in dieser Zeit noch eine weitere Artillerieeinheit, das 6. /Raketenartilleriebataillon 350. Diese Batterie wurde am 2. Mai. 1963 in Wolfhagen aufgestellt und am 1. Juli 1966 nach Montabaur verlegt. Die 6./ war mit der Rakete „Sergeant“ ausgerüstet. Die Kampfentfernung dieses Waffensystems betrug 120 km.

Ausbildungskompanien (AusbKp)

Auch verschiedene Ausbildungskompanien (AusbKp) waren am Standort Wolfhagen stationiert. Deren Aufgabe bestand darin, Rekruten während der dreimonatigen allgemeinen militärischen Grundausbildung auszubilden. Die AusbKp 8/2 war von Oktober 1961 bis zu ihrer Verlegung am 1_Apri1 1976 nach Schwarzenborn, in Wolfhagen. Von Anfang 1962 bis 30. November 1962 befand sich die AusbKp 14/2 in Wolfhagen, bevor sie nach Hessisch-Lichtenau verlegt wurde. Die AusbKp 17/2 bildete von September 1962 bis Anfang Juli 1966 in Wolfhagen Rekruten aus. Danach wurde Mengeringhausen ihre militärische Heimat.


Panzerjägerkompanie 50 (PzJgKp)

Die PzJgKp 50 wurde 1960, fast zeitgleich mit den „Wölfen“, nach Wolfhagen verlegt. Die am 1 April 1959 aufgestellte Kompanie stammte mit Masse aus der 2. Kp des Panzerjägerbataillons 2 in Marburg. Die Erstausstattung der Kompanie war der leichte Kampfpanzer M 41, später dem mittleren Kampfpanzer M47 und M48A2 aus US-Produktion. 1962 erfolgte eine teilweise Umrüstung auf den Raketenjagdpanzer SS 11 auf dem Schützenpanzer HS 30. 1967 wurde der neuentwickelte Kanonenjagdpanzer mit 90mm Kanone aus deutscher Produktion das Hauptwaffensystem der Kompanie. Als weitere Ausstattung folgte 1968 der Raketenjagdpanzer 2 mit dem Waffensystem HOT.

1975 erfolgte die Umbenennung in Panzerjägerkompanie 341. Im Dezember 1980 endete die Stationierung in Wolfhagen mit der Verlegung nach Mengeringhausen und der gleichzeitigen Umbenennung in PzJgKp 60.


Panzergrenadierbataillon 341 / 62 (PzGrenBtl)

Am 1. August 1976 wurde das ein Jahr zuvor aufgestellte Panzergrenadierbataillon 341 von Stadtallendorf nach Wolfhagen verlegt. Dieses Bataillon gehörte zur Panzerbrigade 6 in Hofgeismar. Bereits 1977 absolvierte das Bataillon seinen ersten Truppenübungsplatzaufenthalt im kanadischen Shilo. Die 2. Kompanie wurde 1980 aus dem PzGrenBtl organisatorisch herausgelöst und im Einsatzfall sowie bei besonderen Übungsvorhaben dem Panzerbataillon 61 unterstellt. Im Oktober 1981 erhielt das Grenadierbataillon einen neuen Namen und ein neues Wappen. Das Bataillon trug von nun an die Bezeichnung PzGrenBtl 62.

Im neuen Wappen sind drei Eichenblätter dargestellt, die den Wolfhager Stadtwald dokumentieren sollen. Auch die beiden Wolfsangeln symbolisieren die Verbundenheit mit der Region Wolfhagen. Das wichtigste Großgerät des Bataillons war der Schützenpanzer Marder.


3. Kompanie (Material) Nachschubbataillon 2 (NschBtl 2 ) – 8.NschBtl 51 (unterstellt NschBtl 51 Schwalmstadt)

In der Wolfhager Garnison dienten auch Nachschubtruppenteile. Verlegt vom Standort Giessen nach Wolfhagen versorgte vom 01.10.1984 an die 3. Kompanie (Mat) des Nachschubbataillons 2 (NschBtl) aus dem Standort WOLFHAGEN die Truppenteile der 2. Panzergrenadierdivision.

Diese Kompanie war eine sogenannte dab Einheit, d.h.  direktanforderungsberechtigt in der Depotwirtschaft der Bundeswehr. Mit 130 Soldaten und bis zu 10 Zivilbedienstete sicherten die Kp die reibungslose Auslieferung von Werkzeugen, Ersatzteilen, Motoren, Austauschteilen an die Unterstützenden Einheiten (UE) der Brigaden, wie die NschKp 40, 50 und 60 und der 2./NschBtl 2 für die Divisionstruppen.

Das Spektrum dieser notwendigen Ersatzteile (Einzelverbrauchsgüter/Nichtverbrauchsgüter) umfasste dabei bis zu 25.000 Einzelartikel. Angefangen bei der einzelnen kleinen Schraube bis zum kompletten Triebwerksblock z.B. für den Kampfpanzer Leopard. Für die Nachschubkompanie selbst und für die Erfüllung ihres Auftrages errichtete die Bundeswehr in der Pommernkaserne zwei neue Lagerhallen und ein neues Unterkunftsgebäude, Die 3./ NschBtl 2 wurde am 01.04.1993 aufgelöst. Gleichzeitig wurde die 8./ Nachschubbataillon 51 in einer Stärke von 8 Soldaten und 8 Zivilangestellten in Wolfhagen aufgestellt. Diese Einheit übernahm das Material der aufgelösten NschKp 60 aus Fuldatal Rothwesten. Im Ernstfall wäre die Einheit auf 115 Soldaten angewachsen.

Am 31.07.1997 wurde auch die 8. / Nachschubbataillon aufgelöst.


Der Standort wird aufgelöst

Im November 2004 fiel die Entscheidung, den Standort Wolfhagen anlässlich der Verkleinerung der Bundeswehr aufzulösen. Am 13. Oktober 2006 war der letzte Truppenübungsplatz-Aufenthalt in Bergen. Am 21. Mai 2007 verließ der letzte Panzer die Pommernkaserne. Am 11. Juni 2008 traten die Wölfe dann zu ihrem letzten Appell mit Einrollen der Truppenfahne an.

Endgültig  geschlossen wurde die Pommernkaserne am 30. Juni 2008. Damit war Wolfhagen nicht länger Garnisonsstadt. Ihr entstand durch die Schließung ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Der heimische Einzelhandel erfuhr Einbußen. Zudem war die Kaserne erst von 1995 bis 2004 für rund 15 Millionen Euro saniert worden.