Fotogalerie und Informationen aus den Garnisonen

Dieses Menü enthält eine Auswahl an Bildern, Informationen und Presseberichte aus den Standorten in der Region.  Es handelt sich nur um einen kleinen Ausschnitt* über Ereignisse und Berichte an den dargestellten Orten.

*Die vollständige Auflistung der ehemals stationierten und aufgelösten Einheiten werden in dem in Arbeit befindlichen Untermenü „Standorte/Chroniken der Truppenteile“ dargestellt.

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1945 besetzten amerikanische Truppen die Kasernen in Marburg.

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 Am 2. April 1951 wurden die amerikanischen Besatzungstruppen in Marburg durch französische Einheiten abgelöst, die bis Ende 1956 in der Stadt blieben.

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Foto unten: Französische Panzer paradieren auf der Marburger Biegenstraße vor einem Kommandierenden der französischen Besatzungstruppen. Die Aufnahme ist Anfang der 1950iger Jahre entstanden.

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Zur Bildquelle/Bildnachweis „Französische Panzer in Marburg, 1951-1956“, in: Historische Bilddokumente

Zu Bild unten: Die mittelhessische Stadt Marburg begrüßte am 14.12.1956 offiziell die ersten Soldaten der neu aufgestellten Bundeswehr. Bildquelle:

„Bundeswehreinheit beim Marsch durch das Marburger Südviertel, 1956“, in: Historische Bilddokumente

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Foto unten: Die Tannenberg-Kaserne Marburg. Das Luftbild wurde etwa 1950 aufgenommen. Ab 1945 nutzten zunächst amerikanische Truppen diese als Quartier, danach ab 1951 schließlich französische Truppen. Die Freigabe der Liegenschaft erfolgte Mitte 1956 wenige Wochen vor dem Einzug der ersten Freiwilligen der Bundeswehr. (Bildnachweis/Quelle: Foto webdomain usarmygermany com).

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Die Geschichte der Tannenberg-Kaserne

Die Entstehung
Mit Vertrag zwischen dem deutschen Reich und der Stadt Marburg vom 11.12.1935 wurde erklärt, dass durch die Reichswehr zwei militärische Formationen verlegt werden. Gemäß diesem Vertrag verpflichtete sich die Stadt Marburg das Gelände im Stadtwald unentgeltlich dem Deutschen Reich kosten-und lastenfrei zu überlassen. Das benötigte Gelände ist dafür im baureifen Zustand abgeholzt und gerodet kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Bis zu den Eingangstoren der Heeresbauten ist eine zweispurige für schwere LKW befahrbare Straße entsprechend den Anforderungen der Truppe heranzuführen und auszubauen. Notwendige Versorgungsleitungen, für Gas, Wasser, elektrischen Strom und Kanalisation sind auf Kosten der Stadt Marburg bis an die Grenzen des Kasernengeländes heranzuführen. Außerdem hat die Stadt den Bau von Offizier-und Unteroffiziermietwohnungen in jeder Weise zu fördern und zu unterstützen.

Die Bauzeit
In der Zeit von 1937 bis 1938 entstanden die wichtigsten Gebäude der Kaserne, wie Wirtschaftsgebäude, Stabsgebäude und drei Kompaniegebäude sowie acht Kfz Hallen. Die Einweihung der Kaserne erfolgte am 02.11.1938. Vier weitere Gebäude wurden wegen des Kriegsausbruches 1939 nicht fertiggestellt und später bis auf die Fundamente abgerissen.

Die Besatzungszeit
Am Karfreitag 1945 wurde die Kaserne von den US Streitkräften belegt. Von diesen wurden einige Gebäude umgebaut.
1950 wurde die Kaserne an die französischen Streitkräfte übergeben. Die überwiegend nordafrikanischen Truppen blieben bis 1956, zuletzt war das 30. FR Dragoner-Regiment stationiert. Sie ließen u.a. weitere Kfz Hallen errichten.
Belegung durch die Bundeswehr
Im September 1956 übernahm die Bundeswehr die Kaserne. Ab dieser Zeit waren stationiert:
1956-1959 Panzerjägerbataillon 2
1956-1960 Grenadierbataillon 2
1960-1994 Sanitätsbataillon 2 (aufgelöst)
1960-1973 Fernmeldebataillon 2
1960-1974 Krankenkraftwagenkompanie 331 (später 2.Krankentransportbataillon 330)
1960-1968 Ausbildungskompanie 15 /III
1961 -1993 Zahnstation 405 (später Zahnarztgruppe 413/1)
1962-1971 Chirurgisches Lazarett 422 (Geräteeinheit)
1967-1971 Feldjägerkompanie 2
1973-1982 Flugabwehrbataillon 310
1982-1993 Flugabwehrregiment 300
Neubauten
In der Zeit der Nutzung durch die Bundeswehr wurden in der Zeit von 1961 – 1987 umfangreiche Neubauten vorgenommen, wie Sanitätsbereich, Kompaniegebäude, Wirtschaftsgebäude, offene Kfz Hallen, Fernmeldezentrale, Sporthalle, Wache, Technischer Bereich und Halle für elektronische Instandsetzung.
Namengebung
Der Name der Kaserne erinnert an die Schlacht bei Tannenberg 1914. Der Name wurde 1945 von den US Besatzungstruppen beibehalten, weil der ehemalige Kantinenpächter Herr Wilhelm Klingelhöfer bei einer Befragung glaubhaft versicherte, der Name käme von den Tannen die vorher auf dem Berg standen und wegen des Kasernenbaues gefällt worden seien.


Foto unten: Der erste Generalinspekteur der Bundeswehr General Heusinger am 03. Juli 1957 in Marburg Tannenberg-Kaserne anlässlich der Übergabe der ersten drei Divisionen an die NATO. Darunter die 2. Grenadierdivion, die ein Jahr später am 01.April 1958 in 2. Panzergrenadiervision umbenannt wurde (Bildnachweis: Pressefoto BMVG).

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Das Sanitätsbataillon (SanBtl ) 2

Einzelheiten in Bearbeitung!

Foto unten: Schützenpanzer Hotchkiss Krankenkraftwagen des Sanitätsbataillon 2 (stationiert in der Tannenberg-Kaserne) bei einem motorisiertem Marsch im Jahr 1975 auf der Bundesstraße 3 in Marburg (Bildnachweis: Foto copyright H. G. Heiland ehem SanBtl 2)

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Foto unten: technischer Bereich des Sanitätsbataillon 2 in Tannenberg-Kaserne (Bildnachweis: Foto copyright H.G. Heiland)

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Foto unten: 1994 Auflösung des Sanitätsbataillon 2 und Übergabe der Truppenfahne an das neu aufgestellte Sanitätsbataillon 131 HALLE/Sachsen-Anhalt (Bildnachweis: coypright R.Scheu)

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Das Flugabwehrbataillon 310 (FlaBtl 310) später Flugabwehrregiment 300 (FlaRgt 300).

Am 01.April 1971 verabschiedete das Flugabwehrbataillon 2 in Fritzlar seine mit dem Rohrflugabwehrsystem L70 ausgerüstete Batterie. Diese wurde nach Lorch am Rhein verlegt und wurde dort der erste Baustein 2. Batterie des im Zuge der Umgliederung der Heeresflugabwehrtruppe aufzustellenden Korpsflugabwehrbataillon L70.

Im Juni 1973 nahm die Neuaufstellung des FlaBtl 310 in der Tannenberg-Kaserne in Marburg Formen an. Am 02. Juli 1973 zog die 2.Batterie des FlaBtl 310 als erste Kampfbatterie in die Kaserne ein. Am gleichen Tag begann die Aufstellung der Stabs-und Versorgungsbatterie. Die 3. Batterie verlegte am 01.Oktober 1973 von Hardheim nach Marburg und als letzte Batterie des neuen FlaBtl 310 folgte am 01.August 1974 die 4.Batterie. Die offizielle Aufstellung des Flugabwehrbataillon 310 wurde am 01.Oktober 1973 vollzogen.

Das Bataillon war schnell einsatzbereit  und nahmen an Heeresübungen, Bataillonsübungen sowie zahlreichen Flugabwehrschießen auf dem Flugabwehrschießplatz in Todendorf/Ostsee teil.

  • Heeresübungen bzw. Gefechtsübungen: Schneller Wechsel, StandhafteChatten, St.Georg
  • Flugabwehrschießen Todendorf, Den Helfer/NL und Salto di Quirra/Sardinen/Italien

Das Bataillon bestand bis zum 01.Oktober 1982


Flugwehrregiment 300 (FlaRgt 300)

Das neue geschaffene FlaRgt 300 trat am 01.Oktober 1982 an die Stelle des bisherigen FlaBtl 310.

Einzelheiten in Bearbeitung!


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Fotos unten: Standort Stadtallendorf – 1959 wird die neu erbaute Herrenwald-Kaserne bezogen (Bildnachweis: Foto copyright P. Hoß)

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Foto unten: Antreten der 3. Batterie Feldartilleriebataillon 55. Dieses Bataillon war bis 1961 in Stadtallendorf zwischenstationiert, und bezog dann nach Umzug die neuen Unterkünfte in der Dörnberg-Kaserne in Homberg/Efze (Bildnachweis: Foto copyright P. Hoß).

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Foto unten: Stadtallendorf – Geschützausbildung an der Feldhaubitze 105mm M2A1/M101 im Jahr 1960 im technischen Bereich der Herrenwald-Kaserne, im Hintergrund erkennt man die LKW 5t Henschel HS 115 die als Zugmittel für die Geschütze eingesetzt wurden (Bildnachweis:.Foto copyright P. Hoß).

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Foto unten: Stadtallendorf Kommandeurwechsel 1961 beim PzBtl 63 – Vorbeimarsch des Bataillons mit seinen Kampfpanzern M48A2 (Bildnachweis: Foto copyright Peter Hoß)

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Foto unten: Ein Panzertransporter Diamond T des Bergezuges der mittleren Instandsetzungskompanie 421 aus Stadtallendorf beladen mit dem leichten US Kampfpanzer M 41 der Panzeraufklärungskompanie 60 bei einem technischen Halt auf der Panzerstraße Stadtallendorf – Neustadt (Bildnachweis: Foto copyright P.Hoß).

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Foto unten: Panzerhaubitze M7B2 der 2. Batterie des Panzerartilleriebataillon 65 an der Panzerwaschanlage Stadtallendorf (Bildnachweis: Bildarchiv Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Abbildung unten: Zugehörigkeitszeichen ( keine taktischen Zeichen! ) die gemäß Weisung BMVg von 1959 bis etwa 1965 anzubringen waren an allen Rad-und Kettenfahrzeugen. Hier als Beispiel die Zeichen der PzBrig 6 Stadtallendorf  (Auszug aus Magazin GELBOLIV Nr. 1 erschienen im Militärbuchverlag Drost Munster 2007).

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Die Bundeswehr in Stadtallendorf heute

In der Herrenwald-Kaserne ist heute die Division Schnelle Kräfte (DSK) stationiert.

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In der Division Schnelle Kräfte sind sämtliche Fallschirmjäger, die Hubschrauber und das Kommando Spezialkräfte zusammengefasst.
Neben der Luftlandebrigade 1 untersteht seit dem 12. Juni 2014 auch die 11. Niederländische Luftmobile Brigade der Division. Gemeinsam engagieren sich zirka 2.300 niederländische und 9.500 deutsche Soldatinnen und Soldaten als Vorreiter der niederländisch-deutschen Heereskooperation. Aufgrund ihrer Ausbildung und Ausrüstung sind sie als leichte Infanterie im Verbund mit den Hubschraubern schnell und flexibel verlege- und einsetzbar. Die DSK ist der Träger der Luftbeweglichkeit im niederländischen und deutschen Heer.
Mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) ist ein einzigartiger Großverband der Division unterstellt, denn die Spezialkräfte des Heeres gelten als die am besten ausgebildeten Soldaten des Heeres.
Das Motto der Division: „Einsatzbereit. Jederzeit. Weltweit.“ spiegelt die Bereitschaft und den Willen aller ihrer Soldaten und Soldatinnen wider, schneller als andere Kräfte im Ausland eingesetzt werden zu können.

Quelle der o.a. Informationen zur DSK

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Foto: Das PzGrenBtl 62 wartet 1963 im Herbst mit seinen Gefechtsfahrzeugen Schützenpanzer HS 30 vor dem Ortseingang von NEUSTADT auf den Befehl zum Abmarsch zur Feldparade durch die Innenstadt zur Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne (Bildnachweis: Foto copyright W. Gebhardt).

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Foto unten: Neustadt 1963 – Der Kommandeur Panzergrenadierbataillon 62 bei Abnahme der Feldparade seines Bataillons auf dem Marsch durch Neustadt (Bildnachweis: Foto copyright W.Gebhardt)

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Foto unten: Formalausbildung 1963 beim PzGrenBtl 62 in der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne  (Bildnachweis: Foto copyright H. Heuser)

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Nach dem 2. Weltkrieg hatte das Truppenlager Schwarzenborn zunächst seinen Zweck erfüllt. Die landwirtschaftlichen Flächen konnten wieder von den früheren Besitzern gepachtet werden. Die amerikanischen Besatzungstruppen verwendeten die vorhandenen Unterkünfte als Straf- und Sicherungslager für hohe Nazis.

1946 brachte man im Lager ehemalige Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangene aus Osteuropa unter und 1948 übernahm schließlich die Hessische Landesregierung das Lager und baute es zu einer Lungenheilstätte mit bis zu 300 Patienten aus. Der Truppenübungsplatz sollte wieder der Landwirtschaft zugeführt werden. Nach kurzer Zeit interessierte sich die US — Armee für ihn und schließlich wurde der Truppenübungsplatz mit der Aufstellung der Bundeswehr wieder als solcher benötigt und das Truppenlager ging wieder in eine militärische Nutzung über. Für den Betrieb des Truppenübungplatzes wurde eine Kommandantur eingerichtet.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Liegenschaft Schwarzenborn mit der Knüllkaserne (unten links) und das unmittelbar daran angrenzende ehemalige Truppenlager Schwarzenborn entlang der Neukirchener Straße. (Quelle google earth).

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1956 in der Aufbauzeit der Bundeswehr wurde Schwarzenborn Aufstellungs-und Zwischenstationierungsort verschiedener Trupenteile deren Unterkünfte in den geplanten Endstationierungsorten noch nicht fertigestellt waren, wie z.B. Teile des RakArtBtl 22 (später Schwalmstadt),  Flugabwehrbatterie 50 (später Fritzlar) und andere.

Foto unten: Das ehem Gebäude der Truppenübungplatz an der früheren Einfahrt zum Truppenlager Schwarzenborn. (copyright Peter Hoss).

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1959 begann man mit der Aufstellung des Panzergrenadierbataillons 51 im neuen Lager, da sich Politiker auf Bundes- und Landesebene verstärkt um eine Garnison auf dem Knüll bemüht hatten. Das Bataillon wechselte aber bald nach Rotenburg a. d. F. und das Panzergrenadierbataillon 132 wurde 1961 von Wetzlar in das neue Lager in Schwarzenborn verlegt.

1962 begann es mit der Durchführung des Ausbildungsauftrages „Allgemeine Grundausbildung“. 1973 wurde es in Jägerbataillon 132 umbenannt und 1976 fiel endgültig die Entscheidung: Schwarzenborn ist Garnisonsstadt.

2013 wurde zum Jahresende der Betrieb des Truppenübungsplatzes eingestellt und die Truppenübungsplatzkommandantur aufgelöst. Mit einer Fläche von 18 Quadratkilometern war der Truppenübungsplatz das größte Gelände der Bundeswehr in Hessen.


Die Bundeswehr in Schwarzenborn heute.

In der Knüllwald-Kaserne ist heute das zur Panzerbrigade 21 in AUGUSTDORF gehörende Jägerbataillon 1 mit sechs Kompanien stationiert.

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Dem Kommandeur Jägerbataillon 1 in Schwarzenborn sind unterstellt:

  • 1./Jägerbataillon 1 (Stabs- und Versorgungskompanie)
  • 2./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 3./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 4./Jägerbataillon 1 (Leichte Jägerkompanie),
  • 5./Jägerbataillon 1 (Schwere Jägerkompanie),
  • AusbUstKp 1 (Ausbildungs-/Unterstützungskompanie)

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Das Foto zeigt die Einfahrt zur Knüllwald-Kaserne

Geschichte des Bataillons

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der Umsetzung der Realisierungsplanung HEER2011 wurde das Jägerbataillon 1 am 25. Juni 2015 in Schwarzenborn aufgestellt.
Das Personal und Material des neuaufgestellten Bataillons kam zum größten Teil vom zuvor außer Dienst gestellten Jägerregiment 1.
Dieser Verband war im Jahr 2006 im Standort SCHWARZENBORN aufgestellt worden und gekennzeichnet durch die besondere Fähigkeit zum Zusammenwirken von Infanterie mit Heeresfliegerkräften im luftgestützten Einsatz.

Ähnlich wie beim Jägerbataillon 1 war zur Aufstellung dieses Verbandes das Personal und Material von zuvor aufgelösten Bataillonen (PzGrenBtl 152 und JgLehrBtl 353) herangezogen worden.

Die Traditionslinie reicht vom Jägerregiment 1 über das Panzergrenadierbataillon 152 sowie das Jägerbataillon 132 (ehem. Panzergrenadierbataillon 132) bis in die Anfangszeit der Bundeswehr zurück.

Verbandsabzeichen

Das interne Verbandsabzeichen des Jägerbataillon 1 ist angelehnt an das 1964 am Standort Schwarzenborn eingeführte Wappen des Panzergrenadierbataillons 132 (Später: Jägerbataillon 132), welches durch die Folgeverbände Panzergrenadierbataillon 152 und Jägerregiment 1 weiter geführt wurde.
Die grüne Farbe des Wappenschildes entspricht der Waffenfarbe der Infanterie. Eichenlaub und Eichel in gelber (goldener) Farbe verkörpern zum einen das Symbol der Jägertruppe und stellen zum anderen als Landschaftsemblem die Verbindung zum Standort des Bataillons her: dem „Knüllgebirge“, einer Mittelgebirgslandschaft in Hessen, in deren Mittelpunkt das „Knüllköpfchen“ (634 ü.N.N.) sowie die Garnisonstadt Schwarzenborn liegen. Das im oberen Drittel des Wappenschildes eingefügte taktische Zeichen für Luftbeweglichkeit steht für das seinerzeit im Deutschen Heer einzigartige Zusammenwirken eines Infanterieverbandes (Jägerregiment 1) mit Heeresfliegerkräften (Luftgestützter Einsatz).

 Quelle der o.a. Informationen zum JgBtl 1

US Army in Schwarzenborn

Die US Streitkräfte betrieben von den frühen 50iger Jahren bis 1993 unterhalb des Knüllköpfchen nahe Schwarzenborn eine Relais Station ( USAFE Radio Relay Site). Der Antennenmast und die umgebenden Gebäude aus dieser Zeit sind noch vorhanden und werden zivil weiter genutzt.

Foto unten: Quelle copyright Peter Hoss

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Am 04.Sept. 1961 wurde die erst zum Teil fertiggestellte Harthberg-Kaserne in Treysa von der Bundeswehr übernommen. Mit dem Verlegungsbefehl Nr. 40/61 verlegte das Panzerartilleriebataillon 21 am 21.Sept. 1961 im Landmarsch und im Eisenbahntransport von Fritzlar nach Treysa und bezog dort die neuen Unterkünfte und den technischen Bereich. Dem Bataillon folgte 1961/1962 die 4. und 5.Batterie des Raketenartilleriebataillon 22. Am 07.10.1969 erfolgte dann die Komplettierung des  Raketenartilleriebataillons 22 , welches mit Stab 1.-,2.-und 3.Batterie von Frankenberg nach Schwalmstadt/Treysa verlegt wurde.

Mit Aufstellungsbefehl Nr. 409f (H) BMVg vom 13.03.1961 wurde die 5./ArtBtl 22 als Begleitbatterie am 06.04.1961 in NEUSTADT/Hessen aufgestellt. Im November 1961 verlegte die Batterie ebenfalls nach TREYSA.

Am 09. Mai 1962 traf die Masse des 7. US-Artillery-Detachment am Harthberg ein. Diese Einheit hatte den Auftrag darin, die 2. Panzergrenadierdivision bei der Versorgung mit besonderer Artilleriemunition zu unterstützen. Dabei arbeitete es eng mit dem Artillerieregiment 2 und seinen Bataillonen FeldArtBtl 21 und RakArtBtl 22 in Schwalmstadt/Treysa zusammen.

Fotos vom Tag der offenen Tür am 12.10.1969 in der Harthberg-Kaserne (copyright U.Schmidt).

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Im Rahmen der Neustrukturierung der Bundeswehr wurden das Artillerieregiment 2, die beiden Artilleriebataillone 21 und 22 und die Begleitbatterie 2 im Jahr 1992 bzw. 1993 aufgelöst. Das 7. US Artillery Detachment verlegte am 25. Juni 1992 zurück in die Vereinigten Staaten.

Die Geschichte der in Schwalmstadt ehemals stationierten Artillerieverbände bewahrt und pflegt der Verein SCHWÄLMER ARTILLERIE e.V.  Er nutzt für seine eigene militärhistorische Sammlung ein von der Stadt zur Verfügung gestelltes Gebäude unweit der ehemaligen Wache der Harthberg-Kaserne und die gegenüberliegende Fläche an der Kasernemauer. Dieser „Artillerieplatz“ wurde zu Ehren des verstorbenen Ehrenvorsitzenden als „Günter-Schwarz-Platz“ getauft wurde. Siehe angefügtes Foto(Bildnachweis copyright Peter Hoss, Foto aktualisiert 18.09.18). Das Foto zeigt das Traditionsobjekt eine Feldhaubitze 105mm US Typ M2A1.

Anmerkung: Dieser Geschütztyp gehörte zur Erstausstattung der Bundeswehr ab 1956 und wird bis heute in der leistungsgesteigerten Variante FH 105mm (L) beim WachBtl der Bundeswehr für Salutzwecke verwendet.

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Neu stationiert wurden nach Auflösung der Artillerie das Nachschubregiment 5, das Nachschubbataillon 51  und die Feldjägerausbildungskompanie 700.

Bis 31.12.2006 wurden alle in der Harthberg-Kaserne stationierten Einheiten aufgelöst bzw. außer Dienst gestellt und der Bundeswehrstandort aufgegeben.

Foto unten, Kaserneneinfahrt der ehemaligen Harthberg-Kaserne aufgenommen am 16.09.18 (Foto Peter Hoß),

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Von 1945 – 1951 besetzen Amerikanische Truppen die Kaserne am Flughafen in Fritzlar. Bis Ende April 1946 befand sich allerdings auch in einem Teil der Anlage ein Deportiertenlager für sogenannte Displaced Persons, in diesem Fall waen es ehemalige Zwangsarbeiter. Im April 1946 war er noch mit rund 150 Personen belegt. Auch die ehemalige Watter-Kaserne im Norden von Fritzlar wurde von der US Armee besetzt und zum Teil als Depot genutzt.

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Folgende US Einheiten befanden sich in o.a. Zeitraum in Fritzlar

  • 404th, 365th, 366th und 27th Fighter Group
  • 14th US Constabulary Regiment ACR

Luftaufnahme des von der US Army besetzten Flugplatzes Fritzlar aufgenommen etwa 1950. (Bildnachweis webdomain usarmygermany.com)

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Bilder vom Flugplatz Fritzlar in der Zeit der amerikanischen Besatzung 1950 (Bildnachweis webdomain usarmygermany.com)

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Von 1951 bis 1956 war die Kaserne am Flughafen das Quartier eines Französischen Husarenregimentes. Die Kaserne trug den Namen „Quartier General Lassalle“

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Foto unten: Abbildung der Kaserneneinfahrt am Flughafen in Fritzlar mit einem französischen Panzer und einer Reiterabbildung.

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Einige Bilder aus der Zeit der Stationierung der Französischen Armee (Bildquelle Pressearchiv 2.PzGrenDiv).

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Am 14.12.1956 Einzug der Bundeswehr in Fritzlar

Foto unten: Standort Fritzlar  – – Bericht in der Presse

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Foto unten.: Mit einem Marsch der Truppe durch die Stadt zieht die Bundeswehr in den neuen Standort Fritzlar ein.

Bildquelle/Bildrechte in: „Die Bundeswehr zieht in Fritzlar ein, 14.12.1956“,  in: Historische Bilddokumente

Die Bundeswehr zieht in Fritzlar ein, 14.12.56

Im November 1956 waren bereits die ersten Soldaten der Bundeswehr in der Kaserne am Flugplatz eingetroffen. Es waren Angehörige der Standortkommandantur sowie des Grenadierbataillon 22.

1964 wurde die bisherige „Flugplatz-Kaserne“ in „Georg-Friedrich-Kaserne“  zu Ehren des Feldmarschalls Georg-Friedrich von Waldeck-Eisenberg (1620 – 1692) umbenannt,

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Nachfolgendes Foto zeigt die Einfahrt der Georg-Friedrich-Kaserne am 09.09.2018

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Folgende Einheiten und Verbände waren auf dem Flugplatz stationiert:

  • ab Nov. 1956 Standortkommandantur
  • 1956 -1959Grenadierbataillon 22
  • 1959–1961: Panzerartilleriebataillon 2
  • 1960 – 1992 Panzergrenadierbataillon 53
  • 1958 – 1972 Feldjägerdienstkommando
  • 1967 – 1994 Verteidigungskreiskommando (VKK( 441
  • 1961 – 1971 Flugabwehrbataillon 2
  • 1963 – 1967 u. 1979 – 1996 Fernspähkompanie 300
  • 1981–1994: Panzerpionierkompanie 50
  • 1993 – 1996 3./Instandsetzungsbataillon 310
  • ab 1996 Standortsanitätszentrum
  • ab 2001 Facharztzentrum

Einheiten, Verbände, Truppenteile und Dienststellen der Heeresflieger ab 1957:

  • ab März 1957 Flugplatzkommando 842, 844, 845 später Flugplatzkommandantur 742/442
  • bis 1994 Heeresflugplatzkommandantur 302
  • Jun. 1957 Heeresfliegerstaffel 812, 813 und 822
  • Jan. 1958 Heeresfliegerstaffel 2 und 4
  • 1959 Heeresfliegertransportstaffel 102, Heeresfliegerstaffel 5 und später 3./Heeresfliegerbataillon 5
  • Okt. 1966 – 1971 Heeresfliegerbataillon 2
  • Okt. 1969 Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 308
  • 1971-1980 leichtes Heeresfliegertransportregiment
  • Okt. 1979 Heeresfliegerregiment 36

Bilder der in Fritzlar eingesetzten Flugzeug-und Hubschraubertypen

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Bilder vom Flughafenbetrieb während der Divisionsgefechtsübung „Sichere Festung“ der 2.Panzergrenadierdivision. Alle Fotos aufgenommen im November 1987 (Copyright Siegfried Walter Kassel).

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Die Bundeswehr in Fritzlar heute

In Fritzlar ist heute das Kampfhubschrauberregiment 36 „KURHESSEN“ stationiert.

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Das zur Division Schnelle Kräfte gehörende Kampfhubschrauberregiment 36 „KURHESSEN“ verfügt über sechs Staffeln.

Geschichte

Die Aufstellung des Regimentes beginnt am 2. Oktober 1979 mit dem Gründungsappell durch Oberstleutnant Schnurer mit den 60 Soldaten des Kaders 1.
Im Rahmen dieses Regimentsappells wurde die damals neue Aufgabe der Heeresfliegertruppe dargestellt: Kampf aus der Luft zur Unterstützung der bodengebundenen Panzerabwehrkräfte des Heeres. Vier Schwerpunkte verdeutlichten den neuen Auftrag:
Die Entwicklung einer Mentalität, weg vom Transport- und Verbindungsflieger, hin zum Kämpfer, dem der Hubschrauber nur Mittel zum Zweck ist – nämlich der Bekämpfung von gegnerischen Panzerfahrzeugen, kein kämpfender Flieger, sondern ein fliegender Kämpfer.
Das bewusste Suchen und auf sich nehmen der Duellsituation mit dem Gegner – und das Bestehen dieser Konfrontation im Verteidigungsfall.
Ausgestaltung des in vielen Versuchen gefundenen Flugprofils, Tiefflug, ja extremer Tiefstflug bei Wetterlagen bis zu den Minima.
Fortentwicklung der Taktischen Einsatzgrundsätze und die Integration des Waffensystems PAH in die Operationsführung der Brigaden und Divisionen des III. Korps zur Verstärkung der Panzerabwehr des Heeres.
Am 12. Juni 1986 wurden in Fritzlar die insgesamt 212 PAH der Bundeswehr vom Inspekteur des Heeres, Generalleutnant von Sandrat, an den Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa Mitte, General Chalupa, übergeben. Die NATO-Assignierung der PAH-Regimenter war ein weiterer Schritt der deutschen Heeresflieger nach vorn.

Fliegerische Großereignisse sind den Nordhessen nichts Fremdes.
Am April 1987 wurde das Jubiläum 30 Jahre Heeresflieger in Fritzlar gefeiert. Dazu fand am 31. Mai ein internationaler Flugtag mit nahezu 40.000 Besuchern statt.
Die drastischen Truppenreduzierungen und neuen Strukturen nach der Wiedervereinigung Deutschlands betrafen den Standort Fritzlar durch Auflösungen, Umgliederungen und Umstationierungen. Das Regiment selbst wurde nach Auflösung des III. Korps in Koblenz und des Heeresfliegerkommandos 3 in Mendig dem IV. Korps in Potsdam unterstellt.

Die Lage Fritzlars in der Mitte der Bundesrepublik und der Auftrag, dem Hubschrauberflugbetrieb als Tankflugplatz, als Drehscheibe zwischen Nord und Süd und jetzt auch zwischen West und Ort zur Verfügung zu stehen, sicherten dem Regiment den Bestand der RADAR – Anflugkontrollstelle in der Flugsicherung und damit den Weiterbestand der Kontrollzone.

Im Jahr 1996 hatte das Regiment seine größte Führungsspanne mit der truppendienstlichen Unterstellung der Heeresfliegerausbildungsstaffeln 8/IV und 8/V, des Standortsanitätszentrums Fritzlar und des Kraftfahrausbildungszentrums Fritzlar.
Das gleiche Jahr brachte auch die Übernahme der Funktion als Leitverband für die Krisenreaktionskräfte der Panzerabwehrhubschrauberkräfte des Heeres.
Die Aufstellung der Luftmechanisierten Brigade 1 bedeutete 1997 einen erneuten Unterstellungswechsel für das Regiment.

Quelle der o.a. Informationen: http://www.deutschesheer.de/portal

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Bild unten: 20. September 1961 Einmarsch des Feldartilleriebataillon 55 in die neu erbaute Dörnberg-Kaserne mit anschließender Feldparade (Bildnachweis: aus Chronik FeldArtBtl 55)

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1971 – 10 Jahre Standort Homberg/Efze – Antreten der stationierten Einheiten auf dem Marktplatz (Foto Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Bild unten: Die Homberger Kasernen fotografiert mit einem Teleobjektiv vom Turm des Burgberges. Auf dem Foto unten die Gebäude der Standortverwaltung, darüber von rechts hineinragend der technische Bereich der Ostpreußen-Kaserne und darüber die Dörnberg-Kaserne, erkennbar an den roten Unterkunftsgebäuden. Bildnachweis: copyright P.Hoß)

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Die Geschichte des Standortes

1960 die Truppe zieht ein

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Am 14./15. März 1960 wurde der Truppenstandort in Wolfhagen bezogen. Die Marburger Panzerjägerkompanie 50 sowie das Panzerbataillon 54 aus Wetzlar wurden in die neugebaute Kaserne auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik verlegt. Damals wurde die Bundeswehr weiter aufgebaut. Der Standort Wolfhagen war nur 100 Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt und insofern ein strategisch attraktiver Standort. Am 5. April 1960 wurde der Kasernenkomplex an die Bundeswehr übergeben.

Aus der Chronik

• 1960 halfen die Soldaten die gefährdete Ernte im Wolfhager Land zu retten.

• Ende 1960 schuf sich das Panzerbataillon 54 ein eigenes Bataillonswappen, das einen durch ein Hufeisen springenden schwarzen Wolf zeigt, der auch Teil des Wolfhager Stadtwappens ist. Damit drückte die Truppe ihre enge Verbundenheit mit der Stadt Wolfhagen aus.

Foto unten:  1961 Feierliche Indienststellung des Panzerbataillons 54 im technischen Bereich der neu erbauten Pommern-Kaserne ( Bildnachweis: Foto aus Chronik PzBtl 54/64)

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Foto unten: Die Bataillonswerkstatt der 1.Kp PzBtl 54 bei Instandsetzung der Kampfpanzer M 47, die zur Erstausstattung des Bataillons gehörten (Foto copyright Peter Hoß).

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• 1963 bekam der Standort den Namen Pommernkaserne.

• Der 3. Mai 1968 ging als „Leo-Tag“ in die Geschichte des Panzerbataillons 54 ein. Damals trafen die ersten Kampfpanzer des Typs Leopard 1 und lösten den Kampfpanzer M48 A2 (US Typ)  ab.

• Am 15. Oktober 1968 wurde das neue Soldatenheim eingeweiht.

• Am 5. August 1976 wurde das Panzergrenadierbataillon 341, später umbenannt in 62, in der Pommernkaserne stationiert.

• 1979 wurde das alljährliche Herbstliche Biwak vom Panzergrenadierbataillon 62 aus der Taufe gehoben, bei dem in den Folgejahren bis zu 10 000 Besucher auf das militärische Areal strömten.

• Am 1. Oktober 1981 wurde das Panzerbataillon 54 in 64 umbenannt.

Der Standort wird aufgelöst

Im November 2004 fiel die Entscheidung, den Standort Wolfhagen anlässlich der Verkleinerung der Bundeswehr aufzulösen. Am 13. Oktober 2006 war der letzte Truppenübungsplatz-Aufenthalt in Bergen. Am 21. Mai 2007 verließ der letzte Panzer die Pommernkaserne. Am 11. Juni 2008 traten die Wölfe dann zu ihrem letzten Appell mit Einrollen der Truppenfahne an.

Endgültig  geschlossen wurde die Pommernkaserne am 30. Juni 2008. Damit war Wolfhagen nicht länger Garnisonsstadt. Ihr entstand durch die Schließung ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Der heimische Einzelhandel erfuhr Einbußen. Zudem war die Kaserne erst von 1995 bis 2004 für rund 15 Millionen Euro saniert worden.


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Am 11. November 1959 gab es den ersten Spatenstich zum Bau der Burgwald-Kaserne, Baukosten von 20 Millionen Mark waren veranschlagt. Im Hochsommer 1960 liefen die Bauarbeiten voll an, die Ringstraße und die Kanalisation wurden angelegt, ab dem 6. Juni ging es an die Hochbauten, und im August begann der Bau der Wasserleitung von der Bahnhofstraße zur Kaserne. Am 22. Juni 1961 war Richtfest für die Wirtschafts- und die Verwaltungsgebäude, am 17. November folgte das Richtfest für die Truppenunterkünfte, das Sanitätsgebäude und das Heizzentrum.

Bild unten: Die Burgwald-Kaserne im Juni 1962 (Bildnachweis: Foto: Archiv Waldeckische Landeszeitung)

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Am 1. Juni 1962 zogen die ersten Soldaten des Fernmeldebataillons 320 in noch nicht fertiggestellte Kaserne ein. Diesen folgte kurz darauf das Vorkommando des Raketenartilleriebataillons 22. Die Bauarbeiten liefen vielerorts noch. In den ersten Monaten war viel Improvisation erforderlich.

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Auf dem historischen Obermarkt in Frankenberg (siehe Foto unten) erfolgte am 18. Juli 1962 mit einem feierlichen Appell die offizielle Übergabe der neuen Burgwaldkaserne an die Soldaten des Raketenartilleriebataillons 22 und des Fernmeldebataillons 320. Frankenberg präsentierte sich nun stolz als Garnisonstadt. Foto: Sammlung Völker

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Am 30. April 1965 wurden die neuen Truppenfahnen der beiden Frankenberger Bataillone beim Kommandeurwechsel des Raketenartilleriebataillon 22 vorgestellt, siehe nachfolgenden Zeitungsbericht der Frankenberger Presse.

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Die Bundeswehr in Frankenberg heute

Heute ist in der Burgwald-Kaserne das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBtl 932), stationiert.

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Es ist ein Verband der Fernmeldetruppe EloKa der Bundeswehr. Bis 2002 gehörte dieser Verband zum Heer, seitdem zur Streitkräftebasis.

Geschichte
Im Juni 1962 wurde aus verschiedenen Fernmeldeeinheiten in der neugebauten Burgwaldkaserne das Fernmeldebataillon (EloKa) 320 aufgestellt. Die Frankenberger Soldaten arbeiteten sowohl mit den stationären Anlagen in Frankenberg als auch mobil nahe der deutsch-deutschen Grenze. In den 1990ern wurde der Verband zum Fernmelderegiment 320 umgegliedert und 2003 in das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 überführt. Im gleichen Jahr wurde der Verband von der Association of Old Crows, einem Fachverband für Elektronische Kampfführung, als bester militärischer Truppenteil dieser Fachrichtung ausgezeichnet. Am 25. Oktober 2011 verkündete Verteidigungsminister de Maizière, dass der Standort Frankenberg (Eder) erhalten bleibt und im Rahmen der Bundeswehrreform lediglich die Anzahl der Soldaten von rund 1000 auf 700 reduziert werden soll, wobei es sich größtenteils um Wehrdienstleistende handelt. Zudem sollen mehrere Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Standorts investiert werden. Am 23. Juni 2012 feierte die Burgwaldkaserne ihren 50. Geburtstag.


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Das ehemalige Lager Dössel, ab ca 1982 als Börde-Kaserne genannt, war von 1970 bis 1993 Stationierungsort der Ausbildungskompanie 2/2 und diente der Ausbildung von Militärkraftfahrern und Stabsdienstsoldaten der 2. Panzergrenadierdivision.

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Foto: Luftaufnahme der Börde-Kaserne (Bildnachweis © Jens Reddeker Neue Westfälische Zeitung)

Der Standort Lager Dössel hat eine wechselvolle Geschichte. Nach der Befreiung durch die Amerikaner 1945 zogen zeitweilig befreite Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten ins Lager ein, bis 1948 wurden aber die meisten Baracken abgerissen. Die Verwaltungs-gebäude und deren nahe Baracken blieben bestehen und wurden in der Nachkriegszeit auf zweierlei Arten genutzt. Einerseits dienten die übriggebliebenen Gebäude als Durchgangslager für Ostflüchtlinge, andererseits nutzten die belgische Armee und später die Bundeswehr ( wie oeben beschrieben) diese als Kaserneneinrichtungen bis zur Aufgabe 1993.


Ortstafel Borgentreich

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Die Desenberg-Kaserne in Borgentreich wurde in den Jahren 1955-1957 für die Bundeswehr erbaut und ab 1957 von Einheiten der Bundesluftwaffe bezogen. Das Areal liegt zwischen Eissen und Borgentreich und ist ca. 1,5 km von Borgentreich entfernt. Das nachfolgende Foto (Quelle webdomain) zeigt die Kasernenanlage und darunter eine Luftaufnahme (Quelle google earth).

Desenberg-Kaserne Borgentreich 02

Desenberg Kaserne Luftaufnahme

Hier waren in der Luftwaffenstruktur 1 von 1957 bis 1963, der Struktur 2 von 1963 bis 1970 und der Struktur 3 von 1970-1990/92 folgende Einheiten des Einsatzführungsdienstes stationiert:

Das III./Fernmelderegiment (FmRgt) 33 mit

  • Stab III./ Fernmelderegiment 33
  • ab 1957 bis 1963 mit Stabskompanie III./Fernmelderegiment 33
  • 10./Fernmelderegiment 33
  • von 1960 bis 1965 FlakBttr 333 später 5./FmRgt 33 bis 1970 /1990 –      11./Fernmelderegiment 33 von 1958 bis 1963 später 6./FmRgt 33 bis 1970 /1990
  • Radarfrühwarnkompanie ab 1961
  • Luftwaffensanitätsstaffel III./FmRgt 33

Auszug aus der Chronik (erhalten von Herrn M. Zimmer):

Die Geschichte der Bundeswehr in Borgentreich begann 17.9.1957, als die 2. Flugmeldekompanie 331 als erste Einheit die Tätigkeit in der Radarstellung und im Camp Borgentreich aufnahm. Die Ausbildung am Arbeitsplatz der Borgentreicher Soldaten stand unter englischer Regie. Erst nach harten Leistungsüberprüfungen durften sich die ersten deutschen Offiziere über ihre Lizenzen freuen. Nur wer in dieser Ausbildung erfolgreich war, kam für weiteren Einsatz in Frage. Harter Einsatz wurde auch vom technischen Personal am Radargerät gefordert. Fundierte Fachkenntnisse waren nötig, um in der Praxis die Geräte englischer Bauart zu beherrschen. Dazu wurden zwar keine Lizenzen erworben, aber das Personal mußte nach Bedienungsanleitungen in englischer Sprache Stück für Stück die einzelnen Baugruppen kennenlernen, um Reparaturen und Wartungsarbeiten vornehmen zu können. Doch war damit der weitgespannte Bogen der Anfangs-schwierigkeiten noch lange nicht erschöpft. Funkmechaniker, Fernmeldetechniker, allgemeines Personal, Küche, Verwaltung – überall gab es Schwierigkeiten, die nur in zäher Kleinarbeit und mit ungebeugtem Leistungswillen gemeistert werden konnten.

oben Abbildungen der Verbandsabzeichen, links III. Fernmelderegiment 33, rechts FlakBttr 333

Zur Desenberg-Kaserne gehörte die Radarstellung Auenhausen mit einer Sender-und Empfängeranlage in der Nähe der Radarstellung. (Foto copyright M. Zimmer)

6. Radarstellung Auenhausen - Sommer 1981_

Auszug aus der Chronik:
Auftrag und Aufgaben der III./Fernmelderegiment 33
Der Radarstellung Auenhausen, als Herz der Abteilung, sind folgende Aufgabe gestellt: Sie hat den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland und der angrenzenden Länder ständig zu überwachen, ein Luftlagebild durch Erfassen aller Flugziele zu erstellen und die Identifizierung und Flugwegverfolgung aller Luftfahrzeuge zu leiten und zu koordinieren. Hierzu gehören Flugabwehrraketen und Jagdflugzeuge der Luftwaffe und der verbündeten Streitkräfte. Durch Flugwegverfolgung und navigatorische Unterstützung ist außerdem die Sicherheit der Luftfahrzeuge zu erhöhen.
Für Schutz und Sicherheit der Anlagen war die Flugabwehrkanonenbatterie 333 zuständig. Sie schützte die Radarstellung gegen eine Bedrohung aus der Luft und war dafür mit der Maschinenkanone 20 mm Zwilling ausgerüstet. Sie bekämpft Tiefflieger bis zu einer Kampfentfernung von ca. 2000 Meter und kann wirkungsvoll im Abwehrkampf gegen feindliche Luftlandetruppen sowie im Erdkampf eingesetzt werden.

Die Luftaufnahme unten zeigt die Lage der Stellung unmittelbar am nördlichen Ortsrand von Auenhausen (Quelle google earth),

Radarstellung Auenhausen01

Die militärische Nutzung wurde in den Jahren 1992 – 93 aufgegeben. Danach wurde das Kasernengelände von der Koptischen Orthodoxen Kirche gekauft. Heute befindet sich hier seit 2014 die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung für Flüchtlinge des Landes Nordrhein-Westfalen.


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Die „Sous Lieutenant Antoine Kaserne“ war von 1952 – 1994 das Quartier des belgischen Panzeraufklärungsregimentes „1è Rgt Jagers te Paard“, einer Nachschubkompanie und der  14è Genie (Panzerpionierkompanie).

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Foto unten: Luftbild der Sous Lieutenant Antoine Kaserne“ aufgenommen etwa 1976 (Bildquelle Rudy van der Qugstraete)

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Nachfolgend einige Bilder aus der Stationierungszeit des 1.Regimentes Jagers te Paard der belgischen Armee in BAD AROLSEN (Bildnachweis Webseite 1.Jagers te Paard)

Vom 16.-24.09.1974 lief in Nordhessen und Südniedersachsen das belgische Manöver „Friedenseiche“. Insgesamt nahmen ca. 9000 belgische Soldaten an der Übung teil. Sie kamen vorwiegend aus Garnisonen um Köln und aus Belgien. Aus Arolsen nahmen die Panzeraufklärer der 2.te Jaagers te Paard an der Übung teil. Der Schwerpunkt des Übungsgeschehens lief im Nordteil des Kreises Kassel im Raum Hofgeismar,  Immenhausen und an der Weser.

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1958 Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Mengeringhausen

Eineinhalb Jahre nachdem die ersten Soldaten der neu aufgestellten Bundeswehr in Andernach ihren Dienst angetreten hatten, fasste die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mengeringhausen am 27.Mai 1958 folgenden Beschluss:
„Da die Stadt Mengeringhausen durch Vorhandensein eines Standortübungsplatzes (Zusatz: damals der belgischen Armee Arolsen) günstige Voraussetzungen für die Errichtung einer Garnison bietet, die Vorbedingungen zur ihrer Einrichtung von der Aufsichtsbehörde und dem Regierungspräsidenten geprüft und positiv beurteilt worden sind, ist die Stadtverordnetenversammlung mit der Errichtung einer Garnison der Stadt Mengeringhausen einverstanden.
Damals wurde Mengeringhausen mit seinen 2411 Einwohnern zur damals kleinsten Garnisonstadt der Bundesrepublik und zur einzigen Bundeswehrgarnison in Waldeck.
Die Aufgabe war es, in kürzester Zeit für etwa 1000 Soldaten Kasernen- und Übungsplatzbereich und für etwa 400 Zeit- und Berufssoldaten mit ihren Familien Lebensmöglichkeiten im Standort zu schaffen.

Foto unten: Die Großbaustelle der Kaserne auf dem Hagen im Jahr 1960 (Bildnachweis: Quelle Chronik PzBtl 63)

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Foto unten: Luftaufnahme vom Bau der Kaserne, ebenfalls aufgenommen 1960 (Bildnachweis: Stadtarchiv Mengeringhausen).

Mengeringhausen Luftaufnahme Kaserne

Am 07. November 1961 bezog das Feldartilleriebataillon 45 nach dreijähriger Bauzeit die Kaserne. Das neu aufgestellte Panzerbataillon 44 folgte am 11. Januar 1962. Verschiedene Umstrukturierungs-/ und Umbaumaßnahmen bestimmten die weitere Geschichte der Kaserne.

Foto unten: Das Panzerbataillon 44 im Sept. 1962 bei einer Feldparade mit Kampfpanzern M48 A2 durch die Ortsmitte von Mengeringhausen  nach Rückkehr vom einem Truppenübungsplatz Aufenthalt. (Bildnachweis: Chronik PzBtl 44)

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Am 17. Dezember 2004 wurde nach 40-jährigem Bestehen der Bundeswehrstandort Bad Arolsen-Mengeringhausen aufgelöst. Im Laufe der Jahre waren in der Prinz-Eugen-Kaserne unter anderem folgende Einheiten und Verbände von Heer und Luftwaffe stationiert:

  • Panzerbataillon 63 (aufgelöst)
  • 3./ Panzerbataillon 61 (gem./gekad.) (aufgelöst)
  • Panzerartilleriebataillon 65 (aufgelöst)
  • Panzerjägerkompanie 60 (aufgelöst)
  • Flugabwehrraketengruppe 38 (aufgelöst) 1., 3. und 4. Staffel,

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In Korbach Kpt.Claes Kaserne ( Kwartier) befand sich von 1967 bis 1991 der Stab des belgischen Flugabwehrbataillons HAWK 62A. Das Bataillon war stationiert in Marsberg-Essentho [Jonet-Kaserne] und Korbach [ Kapt. Claes-Kaserne]). Die Kaserne wurde 1993 aufgegeben.

Kaserne Korbach

Das Foto (Quelle Waldecksche Landeszeitung vom 28.08.15) zeigt die Einfahrt der Kaserne an der Flechtdorfer Straße.

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Foto oben: Luftaufnahme der Kpt.Claes Kaserne etwa 1975 (Quelle webdomain).

Die Raketenstellungen der unterstellten Batterien A,B,C und D befanden sich an folgenden Orten:

  • Alfa Batterie bei Flechtdorf (Auf dem gelben Stücken),
  • Bravo Batterie bei Freienhagen (Heitzelberg)
  • Charlie Batterie, Marsberg-Essentho und die
  • Delta Batterie bei Diemelstadt (Rhoden-Quast).

– BELGISCHE FLUGABWEHR RAKETEN AUF DEUTSCHEN BODEN – — IMPROVED HAWK — Die HAWK-Batterien hatten das Ziel die Bodentruppen,gegen Luftangriffe in geringer Höhe zu schützen. In Friedenszeiten gab es feste Positionen in Deutschland. Sie waren ein Teil des NATO-Defensive, bestehend aus vielen Amerikanischen, Belgischen, Deutschen, Niederländischen, Dänischen, Italienischen, Französischen und Schwedischen Bataillonen. Sie bildeten einen Gürtel als Verteidigung gegen die ausgehende Bedrohung des sowjetischen Blocks. — THE SPIRIT Of THE HAWK —

Diese Batterien waren ausgestattet mit dem amerikanischen Flugabwehrraketen Waffensystem HAWK. Unter nachfolgenden Link -bitte grünen Text anklicken- befindet sich eine PDF Datei mit der Beschreibung des Flugabwehrraketensystems Hawk.

Das Waffensystem HAWK

Nachfolgend einige höher aufgelöste Fotos der zum System gehörenden Elemente. Die Fotos (copyright Peter Hoß) zeigen ein baugleiches System der Bundeswehr.

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Das System war eingebunden in den doppelten Flugabwehrraketenriegel gegen angreifende Flugzeuge aus ostwärtiger Richtung. Der Riegel erstreckte sich von der Nordsee mit zum Bodensee, siehe angefügte Skizze.

Raketenriegel im Kalten Krieg

Pressemeldung vom 18.08.1989 in Hessische Allgemeine Korbach zum Nato-Manöver White Rhino“ unter britischer Führung:

Presseinformation der britischen Rheinarmee zum Manöver „White Rhino“

Presse Info White Rhino 02

Manöver white rhino 08 -1988

Bilder vom Manöver findet man im Menü „Übungen und Manöver in der Region“

———————————-

Weitere Informationen siehe auch Untermenü Relikte-Spuren/Überbleibsel, oder nachfolgenden Text anklicken:

Spuren und Relikte z.B. auch im Raum Korbach -Waldeck – Frankenberg


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Im Oktober 1963 wurde Hofgeismar wieder Garnison und das Fernmeldebataillon 763 wurde aufgebaut.

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Bis zur Auflösung der Kaserne im Jahr 1993 waren in Hofgeismar Manteuffel-Kaserne der Stab mit Stabskompanie der Panzerbrigade 6, die Instandsetzungskompanie 60 und die Instandsetzungsausbildungskompanie 5/2 stationiert.


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Die Geschichte der Kaserne am Erlenbusch und dem Flugplatz in Rothwesten begann nach dem zweiten Weltkrieg  mit einer Besetzung durch amerikanische Truppen.

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Nachfolgendes Luftbild zeigt den Flugplatz Rothwesten etwa im Jahr 1950 (Bildnachweis US Webdomain http://www.usarmygermany.com )

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Folgende Einheiten der US Army waren zeitweise in Rothwesten stationiert

– Staffeln der 36th Fighter Group ab April 1945 bis 15.02.1946 sowie der 417th Fighter Squadron bis 09.04.1946.

– HQ -Hauptquartier 1st Constabulary Regiment/US Constabulary – 1946-1947.

– 601st US Air Force Aircraft Control and Warning Squadron (AC&W) – 1949 – 19?? Eine Vorläufereinheit der 601st bezog schon kurz nach Kriegsende 1945 den Platz, wurde aber – als 601st – per 27.09.1947 deaktiviert. Im Zuge der Berliner Luftbrücke wurde die 601st am 10.07.1949 wieder aufgestellt. Sie war für die Luftüberwachung an der innerdeutschen Grenze sowie der Leitung von amerikanischen Abfangjägern zuständig, hatte aber auch den Auftrag zur Unterstützung bei offensiven Einsätzen. Die Stationierung in Rothwesten dauerte – mit Unterbrechungen – bis zum 17.03.1963.

– 331st Communications Reconnaissance Company (Fernmeldeaufklärung), später umbenannt in 184th Operations Company,

– Eine Batterie des 6th Missile Battalion 517th Artillery – eine Flugabwehreinheit der US Army, ausgerüstet mit „Hawk“- Flugabwehrraketen 1966 – 1968

– Eine Kompanie der 18th Army Engineers etwa ab 1951, Aufgabe der Einheit war die Sprengung von Verkehrswegen entlang der innerdeutschen Grenze im Falle eines Angriffs.

Fotos unten aus der Zeit der Nutzung durch die US Army (Bildnachweis: US webdomain)

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Der ehemalige Fliegerhorst spielte in den Geburtsstunden der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Rolle. In der Kaserne in Rothwesten trafen sich am 20. Juni 1948 der damalige Direktor des Zweizonenwirtschaftsrates Professor Ludwig Erhard, der spätere Vizekanzler Franz Blücher, der SPD Abgeordnete Friedemann, der CDU abgeordnete Pferdmenges und der Zentralbankrat Dr. Karl Bernhard in einem hermetisch abgeschirmten Gebäude, um die Grundlage des “Wirtschaftswunders“ der fünziger Jahre zu schaffen. Am 21.Juni nämlich wurde Wirtschaft auf die neue Währungseinheit, die D-Mark, umgestellt. Der Bewahrung und Erinnerung dieser besonderen Geschichte an diesem Ort widmet sich das Museum der Währungsreform, welches in einem ehemaligen Unterkunftsgebäude der Kaserne „Haus Posen“ untergebracht ist.

1973 wurde das Fernmeldebataillon 2 aus Marburg nach Fuldatal- Rothwesten in die Kaserne am Erlenbusch verlegt.

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Am 4.April 1973 traten in Rothwesten unter den Flaggen der Nato, der USA und der Bundesrepublik deutsche und amerikanische Soldaten anläßlich des 25jährigen Bestehens der Nato an. Foto unten (Bildnachweis Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv). In ihren Reden würdigten der Kdr des FmBtl 2 Oberstleutnant Carstens und der Kommandeur der US Army Major F.J.Mentler die gute Zusammenarbeit in Rothwesten.

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Am 22.Februar 1975 wurde die Kaserne in Fritz-Erler-Kaserne umbenannt. In Anwesenheit von Käthe Erler der Witwe des 1967 verstorbenen Politikers fand die Umbenennung statt. Der damalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und spätere Wehrbeauftragte, Karl-Wilhelm Berkhan, hielt die Festansprache.

Foto unten: Die Einfahrt der Kaserne (Bildnachweis Archiv Pressetelle 2.PzGrenDiv).

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Am 12.Juni 1975 wurde in einem militärischen Zeremoniell die US Flagge, die seit 1975 in Rothwesten wehte, eingeholt. Als Erinnerungsstück übergab US Colonel Eisenhard die Fahne dem Fernmeldebataillon 2.

Mit Auflösung des Panzerflugabwehrraketenbataillons 300 im Jahr 2005 war das Ende der militärischen Nutzung der Liegenschaft Fritz-Erler-Kaserne gekommen.

Bild unten: Luftbild der Fritz-Erler-Kaserne aufgenommen etwa 1998 (Bildnachweis webdomain).

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Fuldatal Ihringshausen

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Grenzschutzunterkunft „Dr.-Konrad-Adenauer“ in Fuldatal-Ihringshausen

In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste erfolgt am 28. November 1963 die feierliche Schlüsselübergabe der Bundesgrenzschutzunterkunft „Dr.-Konrad-Adenauer“ in Fuldata- Ihringshausen. Bei der symbolischen Übergabe empfängt der erste Abteilungskommandeur, Oberstleutnant im Bundesgrenzschutz (BGS) Erich Schlemminger (1908–2011), den Schlüssel aus der Hand des Leiters der Grenzschutzverwaltung Mitte, Regierungsdirektor Alfred Grass.

BGS Ihringshausen Nov.1963

Foto Bildquelle: http://www.beim-alten-bgs.de/BGS_Zeitgeschichte/

Die auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt Ihringshausen errichtete Bundesgrenzschutzunterkunft umfasst eine Fläche von etwas mehr als 53 Hektar und beherbergt zum gegenwärtigen Zeitpunkt folgende Dienststellen und Einheiten:
– den Stab der Grenzschutzabteilung (GSA) „A Mitte“ (seit 26. August 1963)
– die Grenzschutzverwaltungsstelle „A Mitte“ (seit 26. August 1963)
– die 2. Hundertschaft der Grenzschutzgruppe (GSG) 3 (seit 26. August 1963)
– die 4. Hundertschaft der GSG 3 (seit 26. August 1963)
– die 3. Hundertschaft der GSG 3 (seit 30. August 1963)
– die Fernmeldehundertschaft Mitte (seit 3. September 1963)
– der Stab der Grenzschutztruppe 4 (seit 3. September 1963)
– die 1. Hundertschaft der GSG 3 (seit 11. September 1963)
– die Grenzschutz-Fliegerstaffel Mitte (seit 1. November 1963)

Fotos von Fahrzeugen und Gerät beim Tag der offenen Tür im Jahr 1980

(Copyright Siegfried Walter Kassel)

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Nach 1945  besetzten amerikanische Truppen die leerstehenden Kaserne in Kassel.

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Pressemeldungen in den Hessischen Nachrichten vom 27.März und 24.Juni 1952 (Quelle HNA Kassel)

Kassel wieder Garnison 27.03.52_

Kaserne f. belg.Truppen 24.06.52

1953-1970 Stationierung des belgischen Panzeraufklärungsregimentes „2de Jagers te Paard“in der de Gete Kaserne Eugen-Richter-Kaserne.

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Das nachfolgend abgebildete Wappenschild erinnert heute an die Einheit auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne.

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Fotos: Die nachfolgenden Fotos, aufgenommen zwischen 1968/1970 haben uns die Kameraden der 2.te jagers te paard freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Einige Pressemeldungen in der Hessischen Allegmeinen aus der Zeit der Belgier in Kassel

Belgier freuen sich auf ihr Fest Mai 66.jpg

Belgier Chefwechsel 2.te Jg te Paard 30

Belgier pflanzten Bäume in Kassel

Aufstellung der in Kassel stationierten belgischen Einheiten (nicht vollständig!)

Übersicht BE Einheiten KS

1952-1960 Stationierung des belgischen Pionierbataillon 6è „genie“ in der Kaserne „Nordvaart“ Frankfurter Straße (heute Unterkunft der Bereitschaftspolizei). Bilder unten „die Nordvaart Kaserne“ zur Zeit der Nutzung druch die belgische Armee.

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Pressemeldung in der HNA Kassel im August 1969:

Belgier haben Nachfolger in Nordvaart.jpg


1974 – die Bundeswehr zieht ein

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Lüttich-Kaserne

Foto unten: Aus Marburg nach Kassel verlegt zieht am 8. April 1974 der Stab mit der Stabskompanie 2.Panzergrenadierdivision in die Lüttich-Kaserne ein. (Bildnachweis: Bericht in der HNA Kassel vom April 1974)

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Jäger-Kaserne Bosestraße

Foto unten: 1958 Einzug des Stabes IV/D der Territorialen Verteidigung  (TV Stab) in ein Gebäude der Jägerkaserne (Bild unten: copyright P.Hoß)

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Foto unten: Der obere Teil der Jäger-Kaserne (Bosestraße) war ab 01.10.1959 Standort der Panzergrenadierbrigade 5 (PzGrenBrig 5) als Zwischenstationierung bis zum Umzug 1961 in die fertigestellte Dörnberg-Kaserne Homberg/Efze (Bildnachweis: entnommen aus Chronik PzGrenBrig 5).

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Im Okt.1961 bezog der TV Stab IV/D dieses Gebäude und wurde am 01.April 1963 umbenannt in Verteidigungsbezirkskommando 44.

Wappen VBK 44_InPixio-1.png

Straßensprengschächte und Sperranlagen im Verteidigungsbezirk 44

Mit insgesamt 17 Wallmeistertrupps verfügte das VBK 44 über die größte Anzahl an Wallmeistern im Bereich des Territorialheeres. Die Trupps wurden geführt vom PiStOffz in der PiDstGrp des VBK`s und eingesetzt für die Überwachung der Sperranlagen im gesamten VB 44. Der Hauptbereich der Sperren lag entlang der innerdeutschen Grenze vom südlichen Harz bis in die Rhön westlich von Fulda. Die Wallmeistertrupps waren ausgestattet mit einem handelsüblichen PKW Typ VW T2,T3 und einer besonderen Zusatzausstattung für den Einsatz, siehe die nachfolgenden Fotos (Copyright Carsten Heide).

PKW Wallmeister (1)PKW Wallmeister (2)

Das nachfolgende Foto wurde etwa 1965 aufgenommen. Es zeigt belgische Pioniere aus Kassel beim befüllen eines Straßensprengschachtes in der Nähe von Reinhardshagen (Bildquelle WilRec belg.Pioniere).

belgische Pioniere

Das nachfolgende aktuelle Foto zeigt den letzten und einzigen Wallmeistertrupp des Landeskommando Hessen aus Wiesbaden bei der Kontrolle eines Straßensprengschachtes. (Quelle: Landeskommando Hessen/Höchner)

Sprengschacht(Quelle LKdo HEHöchner)

Dieser Wallmeistertrupp hat heute die Aufgabe im Zuge der Sorgfaltspflicht, die die Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Baulastträgern hat, sämtliche vorbereiteten Sperren aus der Zeit des Kalten Krieges zu überprüfen. Dazu gehören somit auch alle Straßensprengschachtanlagen, Ersatzübergangsstellen für Kriegsbrückenschlag oder Brücken, die zur Sprengung vorbereitet sind im ehemaligen Verteidigungsbezirk 44. Wenn es eine Verkehrsgefährdung gibt, dann werden sofort Maßnahmen eingeleitet, so dass die Sperre wieder hergerichtet beziehungsweise zurückgebaut wird und keine Verkehrsgefährdung vom Sperrobjekt mehr ausgeht.


Hindenburg-Kaserne

Bild unten: Luftbild Hindenburg-Kaserne Eugen-Richter-Straße (Foto aus Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv)

Luftaufnahme Hindenburg-Kaserne 1977

Die Hindenburg-Kaserne wurde, wie auch Wittich- und Lüttich-Kaserne im Zuge großer Kasernenbaumaßnahmen in den Jahren nach 1935 erbaut. Der Name führte auf den ehemaligen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne zunächst von zivilen Einrichtungen wie durch ein Amtsgericht und ein Landgericht belegt. Am 1. Juni 1962 verlegte die PzPiKp 40 von Hann.Münden zur Zwischenstationierung nach Kassel in die Hindenburg-Kaserne, und am 20. Juni 1964 in den endgültigen Standort Graf-Haeseler-Kaserne. Ende der 60iger Jahre wurde das neu aufgestellte Ausbildungsbataillon 59 Nutzer der Kaserne. Nach zwei Jahren wurde das Bataillon wieder aufgelöst. 1971 zog das Flugabwehrbataillon 2 von Fritzlar nach Kassel in die Hindenburg-Kaserne ein.

Bild unten die Einfahrt der Hindenburg-Kaserne (Bildnachweis Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Das Bataillon war zu dieser Zeit ausgerüstet mit dem Flugabwehrkanonenpanzer M 42 aus US Beständen. Am 23.Mai 1979 wurde das Bataillon umgegliedert zum Regiment, die neue Bezeichnung lautete Flugabwehrregiment 2.  Im Oktober 1979 übernahm das Regiment die ersten neuen Flugabwehrkanonenpanzer GEPARD. Bild unten: Die ersten beiden FlakPz GEPARD treffen in der Kaserne ein. (Bildnachweis: Pressestelle 2.PzGrenDiv).

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Das neue Waffensystem  erforderte umfangreiche Neubauten. Unter anderem wurde eine Ausbildungshalle und eine Elektronikwerkstatt neu gebaut. 1993 wurde das Regiment im Rahmen der Neustrukturierung des Heeres aufgelöst und die Liegenschaft an das Bundesvermögen des Bundes zurückgegeben.


Graf-Haesler-Kaserne

Bild unten: Graf-Haesler-Kaserne Kassel (Foto aus Archiv Pressestelle 2.PzGrenDiv), hier war zuletzt das Nachschubbataillon 2 und die 3.Kp Instandsetzungsbataillon 2 stationiert. Die Kaserne wurde 1994 aufgegeben.

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Wittich-Kaserne

Die Wittich-Kaserne wurde 1956 für kurze Zeit zum ersten Stationierungsort des aus dem BGS gebildeten Stabes der 2.Grenadierdivion der nach nach Giessen umzog. Ab 1957 bis 1992 war die Kaserne Heimat des Panzergrenadierbataillons 42.  Bild unten: Kaserneneinfahrt der Wittich-Kaserne (Bild copyright S.Walter).

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Mehr Informationen findet man hier: Wittich-Kaserne Kassel


Der Standortübungsplatz DÖNCHE

Die Geschichte des Übungsplatzes DÖNCHE Kassel in der Nachkriegszeit und die Suche nach einem Ersatz ( bitte nachfolgenden Text anklicken).

Geschichte der DOENCHE in Kassel nach 1945


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Die Kasernenanlage am Loh wurde von 1935-1936 erbaut, Fertigstellung der Kaserne 1937, Bezeichnung Fliegerschule. Nach dem zweiten Weltkrieg zog die US Army in die Anlage ein.

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Es handelte sich um eine Einheit des Labour Service, die im wesentlichen aus Wach-und Unterstützungspersonal bestand, welches bei den in Kassel stationierten Einheiten beschäftigt war und die Kaserne der ehem. Fliegerschule als Quartier nutzte. 1956 wurde diese Einheit aufgelöst und das Personal zu anderen Kompanien an anderen Standorten versetzt.

Foto unten: Die ehem Fliegerschule etwa 1952 in der Zeit der Nutzung durch die US Army. (Bildnachweis Chronik der InstAusbKp 6/2).

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Mitnutzer wurde 1956 die Bundeswehr mit der 1. Kompanie des Feldjägerbataillons IV die am 28. November aus Sonthofen kommend in Teile der Kaserne einzogen,

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1957 für eine kurze Zeit der aus der Wittich-Kaserne hierher verlegte Kampftruppenstab B II mit seiner Stabskompanie (daraus wurde später die PzGrenBrig 5), die dann alsbald in die renovierte Jägerkaserne als Zwischenstationierung umzogen. Vorübergehend wurde auch eine US Einheit, die 18th US Engeer (Pioniere) Kompanie, aus der Graf-Haesler-Kaserne in die Am Loh Kaserne verlegt, bis zum endgültigen Wegzug nach GIESSEN im Frühjahr 1958.

Im April 1958 erfolgte die endgültige Rückgabe der Kaserne durch die Amerikaner und die Übernahme durch die Bundesvermögenstelle Kassel, die zunächst eine genaue Bestandsaufnahme vornahm, siehe Abbildung.

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Von 1961 bis zur Aufgabe der Kaserne im Oktober 1993 war die Instandsetzungsausbildungskompanie 6/2 einziger Nutzer der Kaserne. Die Kompanie hat in dieser Zeit hunderte von Soldaten in den technischen Fachrichtungen Radfahrzeug-, Kettenfahrzeug- und Waffentechnik für die Einheiten der 2.Panzergrenadierdivsion und darüberhinaus für andere Truppenteile ausgebildet hat.

Foto: Luftbild der Am Loh-Kaserne 1976 mit Blick nach Osten (Bildnachweis Chronik der InstAusbKp 6/2), umittelbar hinter der Kaserne der Verlauf der Bundesautobahn A 49 und im Hintergrund der Ort Rengershausen.

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Foto unten: Luftbild der Am Loh Kaserne aufgenommen 1992 mit Blick nach Norden (copyright Kurt Eisen).

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Nach dem Einmarsch in Göttingen 1945 besetzten Besatzungstruppen der US Army bis 1947 die Zietenkaserne.

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Von 1947 bis 1957 wurde die Kaserne das Quartier des „1st Bataillon The British Border Regiment“. Als erste Einheit der Bundeswehr zog im April / Mai 1957 die 1. Kompanie der Fernmeldeabteilung 711 der Luftwaffe ein.

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Bilder unten: Am 24.Januar 1958 erfolgte der Einmarsch des aus Dedelstorf kommenden Grenadierbataillons 12 in die Zieten-Kaserne begrüßt von einer Musikkapelle aus Kassel und ein erstes Antreten des Bataillons am neuen Standort. Das Bataillon wurde kurze Zeit später in Grenadierbataillon 41 umbenannt.  (Bildnachweis: Drei Fotos eines Zeitzeugen copyright H. Lange).

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1961 landete erstmals ein Hubschrauber vom US Typ Vertol V-43 H-21 C auf dem Antreteplatz der Zietenkaserne. Der im Soldatenjargon „Fliegende Banane“  genannte Huschrauber fand großes Interesse bei Soldaten und Zivilangestellten der Kaserne. (Foto copyright Peter Hoß).

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Nach Auflösung der in der Zietenkaserne stationierten Panzergrenadierbrigade 4 im Jahr 1994 wurde die Liegenschaft Zietenkaserne aufgegeben.


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Von 1952 – 1956 war in der Kurhessen-Kaserne die Grenzschutzgruppe 4 (GSG 4) des BGS stationiert. Am 1. Juli 1956 trat nahezu die gesamte GSG 4 des BGS am Standort Hann. Münden in die Bundeswehr ein. Aus dem Personalbestand des Stabes der GSG 4 bildete sich der Kampftruppenstab A2 und aus dem übrigen Personal das Grenadierbataillon 22. Im November 1956 verlegte das Grenadierbataillon 22 nach Fritzlar in die Luftwaffenkaserne. Die Kampfgruppe A2 wurde etwa zeitgleich nach Marburg verlegt. Am 22. November 1956 wurde Hann. Münden wieder Pionierstandort. Das aus Dillingen/Donau verlegte Panzerpionierbataillon 5 zog in die Kaserne ein. Das Bataillon wurde 1958 der 2. Panzergrenadierdivision unterstellt und in Pionierbataillon 2 umbenannt. 1992 wurde das PiBtl 2 mit einem Großen Zapfenstreich außer Dienst gestellt. Die Liegenschaft Kurhessen der Garnison Hann. Münden wurde am 31. März 1993 offiziell aufgelöst und die Kasernenanlage von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) vermarktet.

Bilder unten:  Die Toreinfahrt zur Kurhessen-Kaserne und ein Musikkorps mit Ehrenzug auf dem Weg zum Antreteplatz etwa 1966.  Bildnachweis: Archiv Bodo Redlin, mehr siehe hier  Mündener Pioniere

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Am 7. September 1961 wurde das Richtfest der neu erbauten Kaserne gefeiert. Am 8. November 1962 zog das Panzeraufklärungsbataillon 2 aus Fritzlar kommend in den neuen Standort ein.

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Nachfolgende Fotos aus der Chronik des PzAufklBtl 2 wurden uns freundlicherweise vom Freundeskreis des ehemaligen PzAufklBtl 2 zur Verfügung gestellt.

Bild unten: 1962 der Einmarsch des PzAufklBtl 2 mit Feldparade in Hessich-Lichtenau

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Foto unten: 20. September 1963 , Übergabe des PzAufklBtl 2, beim abschreiten der Front von links von Major Dr.Thedel Freiherr von Cramm, Generalmajor Klaus Müller Kdr 2.PzGrenDiv und der scheidene Kdr OTL Möws. Im Hintergrund einige Gefechtsfahrzeuge des Btl, wie ein leKpz M 41 und mehrere Spz kurz Hotchkiss mit 20mm BMK.

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Foto unten: 1967 erfolgte die Namensgebung der Blücher-Kaserne, Oberstleutnant Dr.Thedel Freiherr von Cramm bei der Ansprache am Kasernentor.

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Eschwege

Am 16. März 1951 wurde das “ Gesetz über den Bundesgrenzschutz und die Einrichtung von Bundesgrenzschutzbehörden“ verkündet. Zwei Monate später begann am 28. Mai 1951 der Beginn der Ausbildung des Rahmenpersonals in Lübeck. Am 12.09.1953 erfolgte der Einmarsch der damaligen Grenzschutzabteilung GSA West in ihren neuen Standort Eschwege nach der bereits am 13.0ktober 1953 ein Wachzug unter der Führung des Leutnants i. BGS Schreg die Hindenburgkaserne übernommen hatte.

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( Foto unten/Bildnachweis: entnommen aus dem Buch „Der BGS in Eschwege- Eschwege als Garnisonsstadt“ von Heinrich Hogelucht Polizeioberkommissar im BGS a. D.)

Einmarsch BGS ESW

Damit setzte sich die lange Tradition Eschweges als Garnisonstadt fort. Diese neue BGS-Abteilung bestand aus Grenzschutzbeamten der Standorte Mannheim und GIückstadt. 1954 wurde die Bezeichnung der Abteilung von GSA west lI in GSA III/3 geändert.

Foto unten: Postkartenansicht von Eschwege – im Vordergrund die 1938 erbaute Hindenburg-Kaserne

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Fotos von Fahrzeugen des BGS (Bildnachweis Fotos copyright R. Ertl)

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Bild unten: Die Husaren-Kaserne aus der Luft. Hier waren das Panzeraufklärungsbataillon 5, die Panzerjägerkompanie 130 und einige kleinere Einheiten und Dienststellen untergebracht. Die Kaserne wurde 2007 aufgegeben (Bildnachweis: webdomain HNA.de am 01.01.2015)

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Bild unten: Einfahrt der Husarenkaserne (Bildnachweis: copyright E.Buchenau)

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Bild unten: Die 2.PzAufklBtl 5 mit den leichten Spähtrupps Schützenpanzer kurz Hotchkiss mit 20mm Bordkanone aufgefahren zu einem motorisierten Marsch im April 1970 (Bildnachweis: copyright E.Buchenau).

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Alheimer-Kaserne, Richtfest der neu erbauten Kaserne am 4.November 1960. Die neu erbaute Kaserne wurde am 23. Januar feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

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Rotenburg 1961 Einzug PzGrenbBtl 51

Mehr als 3000 Einwohner hießen die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 51 in Rotenburg willkommen. Ihren Namen erhielt die Alheimer-Kaserne aber erst vier Jahre später. Er erinnert an das Ehrenmal auf dem Alheimer, an dem alljährlich der Gefallenen beider Weltkriege gedacht wird.. Die Liegenschaft wurde im Frühjahr 2016 von der Bundeswehr aufgegeben.

Bilder unten: Luftaufnahmen der Alheimer-Kaserne und aus dem Alltag der Soldaten (alle Fotos copyright M.Schaake)

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Rotenburg: Alheimerkaserne Luftbild. Seit Dezember 1961 Unterkunft der Soldaten: Dieses Luftbild zeigt nur einen Teil der Alheimerkaserne. Das gesamte Gelände mit Stadtwald umfasst mehr als 300 Hektar. FOTO: SCHAAKE

Rotenburg: Alheimerkaserne Luftbild. Seit Dezember 1961 Unterkunft der Soldaten: Dieses Luftbild zeigt nur einen Teil der Alheimerkaserne. Das gesamte Gelände mit Stadtwald umfasst mehr als 300 Hektar. FOTO: SCHAAKE

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Rotenburg: Alheimerkaserne. Luftbild. Wieder gefährdet ist nach Ansicht der Kreistagsabgeordneten Hans-Jürgen Schülbe und Helmut Heiderich der Bundeswehr-Standort Rotenburg. Unser Luftbild zeigt nur einen Teil des Areals. Der Kaserne schließt sich der große Standortübungsplatz im Stadtwald an. FOTO: SCHAAKE

Rotenburg: Alheimerkaserne – Feierliches Gelöbnis.

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Rotenburg: Alheimerkaserne – Feierliches Gelöbnis.

Rotenburg: Bundeswehr – Alheimerkaserne. Soldaten bei Stadtführung. Die Sehenswürdigkeiten Rotenburgs lernten die neuen Rekruten kennen, die seit dem 1. April in der Alheimerkaserne stationiert sind. Bei leider trübem Wetter erläuterte Stadtführer Albert Deist den jungen Soldaten – hier ein Zug – aus allen Teilen Deutschlands auch die Geschichte des Landgrafenschlosses. FOTO: SCHAAKE

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Rotenburg: Bundeswehr – Alheimerkaserne. Soldaten bei Stadtführung. Die Sehenswürdigkeiten Rotenburgs lernten die neuen Rekruten kennen, die seit dem 1. April in der Alheimerkaserne stationiert sind. Bei leider trübem Wetter erläuterte Stadtführer Albert Deist den jungen Soldaten – hier ein Zug – aus allen Teilen Deutschlands auch die Geschichte des Landgrafenschlosses. FOTO: SCHAAKE


„Panzer rollen ins Museum“

Pressemeldung HNA Ausgabe Rotenburg-Bebra am 08.08.12 – alle Fotos © Steinbach

Ein amerikanischer Kampfpanzer M 41 und ein Schützenpanzer wurden im Standortübungsgelände Rotenburg geborgen. Nun kommen die Stahlkolosse ins Museum nach Amberg. Oberfeldwebel Ronny Glaske startet den Motor, und rund um den Bergepanzer 2 bebt der Boden. Mit Leichtigkeit zerrt der Koloss den annähernd 30 Tonnen schweren alten amerikanischen Kampfpanzer M 41 aus dem Gestrüpp des Standortübungsplatzes Rotenburg. Der Schrottpanzer soll wieder aufbereitet werden und die militärhistorische Sammlung in Amberg bereichern. Dort sitzt der Stab der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“.

Mit der Bergung des M 41 und eines alten Schützenpanzers vom Übungsplatz wird der Kehraus in der Rotenburger Alheimer-Kaserne fortgesetzt. Die Bundeswehrkaserne soll Anfang 2016 endgültig geschlossen werden.


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Bild unten: Luftaufnahme der Kaserne Bad Hersfeld etwa um 1950. Im Hintergrund sieht man die Autobahn Richtung Eisennach (Bildnachweis: webdomain usarmygermany com).

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Bild unten: Einfahrt der US Kaserne „MacPheeter barracks“ in dem die 3. Squadron des 11. UA ACR (Aufklärungsregimentes) bis 1997 untergebracht war (Bildnachweis:: webdomain usarmygermany com).

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Bild unten: „Motorpool“ der der US Kaserne „MacPheeter barracks“ (Bildnachweis: webdomain usarmygermany com)

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US – Soldaten im Einsatz an der innerdeutschen Grenze im Bereich Hessen / Wildeck

  • ab 1945 Constabulary Squadron,
  • ab 1948 14. Armored Cavalry Regiment
  • ab 1972 11. Armored Cavalry Regiment

Gemäß Londoner Protokoll vom 12.09.1944 wurde Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Sicherung der jeweiligen Zonengrenzen wird 1945 von den Armeen der Sieger übernommen. Im Februar 1946 wurde auf hessischer Seite eine eigene Grenzpolizei formiert, die in Hessen zusammen mit den Amerikanern die Kontrollen durchführten. Später beschränkte sich die Verantwortlichkeit der amerikanischen Streitkräfte auf Beobachtungsaufgaben und die Wahrnehmung von Präsenzpflichten. Die Langemarck – Kaserne in Bad Hersfeld wurde 1945 von der United States Army übernommen und in McPheeters Kaserne umbenannt. Über 300 Soldaten waren in der Kaserne bzw. in Hotels in Bad Hersfeld untergebracht. Die Grenzkontrollen in diesem Gebiet wurden 1945 durch Soldaten der Constabulary Einheiten begonnen. Ab 1948 haben die drei Squadrons (Einheiten in Bataillons-Stärke) des 14. Armored Cavalry Regiment (14.th ACR) die Grenzüberwachung in einem Gebiet von Eschwege bis Coburg durchgeführt. Stationiert waren die Bataillone in Fulda, Bad Hersfeld und Bad Kissingen. Durch jede Einheit wurden an der Demarkationslinie mehrere Beobachtungsstationen eingerichtet.
Einsatz / Aufgaben
Mit drei Schwadronen (3./11 ACR in Bad Hersfeld) von jeweils 1000 Soldaten überwacht das 11th Armored Cavalry Regiment 365 km deutsch-deutsche Grenzkilometer von Hassberg im Süden bis zur niedersächsischen Landesgrenze.

11.CAV Area of Operation Skizze

Von den Beobachtungsposten INDIA bei Lüderbach, Romeo bei Bosserode, Alpha und Tennessee aus werden rund um die Uhr mögliche Operationsgebiete der Warschauer-Pakt-Truppen überwacht (Frühwarnung). Die Grenzlinie wird Tag für Tag mit Beobachtungshubschraubern abgeflogen, Bodenstreifen registrieren die Veränderungen jenseits der Grenze. Gemeinsame Streifen BGS / US-Army werden durchgeführt. Drei Wochen haben die Soldaten aus Bad Hersfeld im OP,s hintereinander Dienst. Wer nicht auf Patrouille ist, muss im Lager bleiben. – als Bereitschaft für den Ernstfall. Freizeit gibt es erst nach 3 Wochen nach der Ablösung.

Der Stützpunkt der US-Army („Observation Point Romeo“, stand nur einen Steinwurf entfernt, nördlich von der Autobahn A4, bei Bosserode/Kreis Hersfeld-Rotenburg. Er war der einzige dieser Art im Landkreis Hersfeld-Rotenburg/F. US-Soldaten standen auch als Beobachtungsposten mit Jeep bzw. Panzer unmittelbar an der innerdeutschen Grenze auf der stillgelegten Autobahn bei Obersuhl. „Romeo“, sowie die anderen USBeobachtungspunkte, wurden im März 1990 geschlossen (ROMEO sogar komplett abgerissen). Heute erinnern Gedenkstätten/Museen an den Dienst von US-Soldaten an der innerdeutschen Grenze.

Fotos unten:  Patrouille der US Border Control (BDR) mit Jeep M 151 im Bad Hersfelder Stadtteil Beiershausen, Ecke Schützenstr./Langenberg Str., (Bildnachweis: copyright H.J.Licht)

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Der Bundesgrenzschutz BGS  in BAD HERSFELD

Am 29. August 1963 zog die damalige I./ Grenzschutzgruppe 4 (I./GSG 4) mit einer großen Parade durch die Bad Hersfelder Innenstadt in die neue Kaserne im Künbachsgrund ein.

Foto unten Bildquelle HNA.de vom 27.12.2001

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Foto unten: Ein Luftbild der BGS Unterkunft Bad Hersfeld (Foto Archiv BGS)

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Die Grenzschutzabteilung Mitte 2 Bad Hersfeld wurde zum 1. Januar 1998 aufgelöst und die gesamte Kasernenanlage im Sommer 2004 abgerissen.

Grenzüberwachung im Grenzabschnitt der GSA Mitte 2 Bad Hersfeld in den 80er Jahren (Quelle BGS)

Grenzdienst einer Einsatzabteilung:

Der Grenzabschnitt der GSA Mitte 2 Bad Hersfeld beginnt an der Straße Hönebach/ Großensee (Grenzabschnitt 35d) und endete an der Straße Weißenborn/ Groß-burschla (Grenzabschnitt 33a) und hat eine Länge von ca. 72,4 km.
Der Auftrag „Schutz der Grenze und des Bundesgebietes, Gefahrenabwehr im grenzpolizeilichen Sinne“ ist primäre Aufgabe des Bundesgrenzschutzes. Die gesetzliche Festlegung ist im BGS-Gesetz von 1972 im § 1 Nr. 1 und § 2 nach-zulesen. Danach umfasst der Grenzschutz:
1. die polizeiliche Überwachung der Grenzen,
2. die Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs einschließlich der Beseitigung von Störungen und der Abwehr von Gefahren, die ihren Ursprung außerhalb des Bundesgebietes haben,
3. im Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 km die Beseitigung von Störungen und die Abwehr von Gefahren, die die Sicherheit der Grenzen beeinträchtigen.
Die zweite Aufgabe wird vorrangig durch den Grenzschutzeinzeldienst an den Grenzübergangsstellen wahrgenommen. Soweit die Grenze außerhalb der Übergangsstellen betroffen ist („Grüne Grenze“), ist die örtliche Einsatz Grenzschutzabteilung zuständig.
Grenzschutzaufgaben nach dem BGSG sind per Rechtsverordnung auch dem Zoll übertragen. Insoweit üben die Grenzschutzbehörden die Fachaufsicht aus. Einen Sonderfall bildet die Bayerische Grenzpolizei als einzige eines Bundeslandes.
Die polizeiliche Grenzüberwachung umfasst u.a. die Aufklärung des Einsatzes der DDR-Grenztruppe und das Feststellen von Veränderungen an den Grenzsperr-anlagen.
Auch die Hinweise auf den eigentlichen Grenzverlauf durch Aufstellen von Hin-weisschildern und Grenzpfählen sowie die Information von Besuchern, meistens in Form von Einweisungen und Führungen, sind ständige Aufgaben. Verantwortlich für diese Maßnahmen ist die Grenzschutzabteilung. Die Umsetzung dieser Aufgaben er-folgt im Sachgebiet Sicherheit. Von hier werden 3 Grenzstreifen in 24h und Sonder-streifen eingesetzt. Bei Zwischenfällen sollen sie vor Ort die notwendigen Maß-nahmen treffen und ggf. Dokumentation vornehmen oder veranlassen. Beobachtungsergebnisse der Streifen, ergänzt durch Beobachtungen aus der der Überwachung mit Hubschraubern (in der Regel vom Typ Alouette) und von anderen Behörden, Grenzbewohnern oder auch Besuchern werden täglich gesammelt, aus-gewertet und in einer Lagemeldung zusammengefasst, die dem Grenzschutz-kommando bis 08.00 Uhr des folgenden Tages, vorgelegt wird. Daraus ergibt sich ein geschlossenes, sich aber ständig verändertes Lagebild.
Das Interesse an den Verhältnissen beiderseits und an der Grenze ist sowohl im In- als auch im Ausland steigend. So waren in den letzten Jahren im Schnitt 13.000 Besucher jährlich bei der Abteilung Bad Hersfeld zu verzeichnen. Eine Führung umfasst i.d.R. einen 1 ½ – stündigen Vortrag im Informationsraum der Abteilung und eine anschließende Besichtungsfahrt an die Grenze (Autobahn bei Obersuhl, Autobahn bei Wommen und Brücke vor Lauchröden).
Im Laufe der Jahre hat sich die Grenzbevölkerung zwar immer noch nicht mit der Grenze und der unmittelbaren Trennung zusammengehörender Gebiete abgefunden, man muss jedoch mit dieser Situation leben und hat sich arrangiert.
Auch für den BGS hat sich im Laufe der Zeit das Aufgabengebiet an der Grenze verändert. Eine Durchlässigkeit wie in den ersten Jahren ist nicht mehr gegeben, vieles hat sich im Verhältnis zur DDR eingespielt. So gibt es seit dem Grundlagen-vertrag 1972 den „kleinen Grenzverkehr“ und die Möglichkeit, z.B. über den Grenz-informationspunkt 9 am Grenzübergang Herleshausen/Wartha mit der DDR not-wendige Informationen auszutauschen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Ereignissen an der Grenze. Hier einige Beispiele:

– Nichtbeachtung des Grenzverlaufes durch Landwirte, indem Gras über die Grenzlinie abgemäht, über diese Linie gepflügt oder beim Pflügen oder Ernten DDR-Gebiet befahren wird. Stellenweise wird auch Schutt bzw. Abfall auf DDR-Gebiet abgeladen,
– Nichtbeachtungen des tatsächlichen Grenzverlaufes durch Besucher, die der irrigen Ansicht sind, der Geländestreifen zwischen den Grenzsteinen und dem Metallgitterzaun sei „Niemandsland“ oder Bundesgebiet,
– Führer von Luftfahrzeugen orientieren sich an der Autobahn, verwechseln die A7 mit der A4 und gelangen so bei Obersuhl in die DDR. Einige bemerken ange-sichts der Sperranlagen der DDR ihren Irrtum und können zurückkehren, andere werden durch Luftfahrzeuge der DDR zur Landung gezwungen. Letztere sind in der Vergangenheit nach Befragung wieder in die Bundesrepublik entlassen worden. Ihr LFZ konnten nach Zahlung einer erheblichen „Gebühr“ am Grenzübergang Herleshausen/Wartha wieder abgeholt werden.
– Rückgabe von Fluchtfahrzeugen, Nutzvieh o.ä. an die DDR nach vorheriger „Grenzüberschreitung“,
– Verletzung des Luftraumes der Bundesrepublik durch Luftfahrzeuge der DDR oder Sowjets (meist Militärhubschrauber vom Typ MI 2, MI 8 oder MI 24),
– Schadensfälle durch Flächen- oder Waldbrände, Gewässerverunreinigungen, Überschwemmungen,
– Versuche des Demontierens von Emblemen an Grenzsäulen der DDR oder Besprühen der Sperranlagen mit Farbe,
– „Besetzen“ von DDR-Gebiet durch Demonstranten und
– Grenzgänger Ost-West (Flüchtlinge) oder auch in Einzelfällen West – Ost.
In all diesen Fällen werden dann auch die Beamten des Sachgebietes I/S der ‚Abteilung für Ermittlungen und Dokumentation zusätzlich zur Streife tätig. Für diese Zwecke stehen Foto- und Videogerät zur Verfügung; Filme werden im eigenen Labor entwickelt und ausgewertet. Die leider von Zeit zu Zeit vorkommenden Diebstähle von Grenzhinweisschildern und –pfählen werden ermittelt und bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Landespolizei.

Auch Grenzkommissionsangelegenheit werden auftragsgemäß erledigt. Die durch die gemeinsame Kommission veranlassten Arbeiten, wie z.B. Setzen neuer Grenzsteine, Neuaufbringen von Fahrbahnmarkierungen, Ausbaggern von Fluß- oder Bachläufen, Bisambekämpfung an der Werra usw. werden vom Sachgebiet I/S überwacht. Über die Kommission wird auch Beschwerden der DDR, z.B. wegen Nichtbeachtungen des Grenzverlaufes nachgegangen und dann berichtet.
Die Grenzstreife ist das eigentliche Organ der Grenzüberwachung. Beim BGS besteht sie regulär aus dem Streifenführer, 2 Posten und dem Kraftfahrer. Sie erhält einen schriftlichen Auftrag, den Streifenbefehl, ist ausgestattet mit Kfz (VW-Kombi) mit Funk (2m FuG 6a und FuG 9 und 4m Fug 7a) und mit Pistole (P1), Maschinen-pistole (MP5) und Gewehr (FN) bewaffnet. Normalerweise befindet sie sich 7 – 8 Stunden im 72,4 langen Grenzabschnitt. Der Grenzabschnitt der GSA Mitte 2 Bad Hersfeld ist nach Norden verschoben, nahe an unserer Nachbarabteilung Eschwege herangereicht. Daraus ergeben sich für die Streifen zum Teil lange Anfahrtswege über Die BAB 4 oder B 27 in den Grenzabschnitt. Eingriffsmöglichkeiten und Voraussetzungen für die Polizeivollzugsbeamten sind im BGS-Gesetz festgelegt, die Durchführung von Maßnahmen bis hin zum Schusswaffengebrauch ist im Verwaltungsvollstreckungsgesetz und im Gesetz über den unmittelbaren Zwang geregelt. Darüber hinaus können sich bei strafbaren Handlungen noch Zuständigkeiten aus der Strafprozessordnung ergeben. Für Einzelfälle ist die Streife vor Ort, was die rechtlichen Voraussetzungen sowie Ausstattung und Bewaffnung anbelangt, voll handlungsfähig. Bei größeren Er-eignissen und Zwischenfällen kann jederzeit eine4 Verstärkung durch Bereit-schaftskräfte aus der Abteilung erfolgen.
Statistik für 1988:
1.200 Regel- und Sonderstreifen
4.400 Polizeivollzugsbeamte eingesetzt
35.200 Dienststunden geleistet
320.000 km gefahren
Zusammenfassung:
Weit über 40.000 Grenzstreifen wurden von 1963 bis 1989 vom BGS allein aus der Abteilung Bad Hersfeld gefahren. Mit dieser andauernden Präsenz wurde der Bevölkerung im Grenzraum auch Sicherheit und Hilfe vermittelt. Nach jeder Streife wurde der Streifenbericht beim Sachgebiet I/S ausgewertet. Veränderungen an Grenzsperranlagen und alle grenzrelevanten Erkenntnisse wurden notiert und zum Teil fotografisch verglichen. Die Angaben wurden dann dem Grenzschutzkommando in Kassel (Zentrale in Hessen) übermittelt. Dort wurden die Meldungen aus den Grenzschutzabteilungen in Hessen zusammengefasst und an viele Stellen und Behörden in Deutschland übermittelt, um immer ein aktuelles Bild von der Lage im Grenzraum zur DDR zu haben. Die Geschichte der Grenzstreifen ging mit dem Fall der Mauer und dem Sturz der Diktatur in der DDR zu Ende. Die letzte
Grenzstreife der Abteilung Bad Hersfeld fuhr am 30. Juni 1990. Ab 01.07.1990 wurden die Kontrollen an der innerdeutschen Grenze eingestellt.


Weitere Informationen zur innerdeutschen Grenze folgen!

Wird fortgesetzt! und ständig aktualisiert!